Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Hauptverdächtiger im Mordfall Lübcke gesteht erstmals vor Gericht
International 05.08.2020

Hauptverdächtiger im Mordfall Lübcke gesteht erstmals vor Gericht

Stephan Ernst, der des Mordes an dem Politiker Walter Lübcke angeklagt ist, steht bei seinem Prozess vor dem Oberlandesgericht Frankfurt.

Hauptverdächtiger im Mordfall Lübcke gesteht erstmals vor Gericht

Stephan Ernst, der des Mordes an dem Politiker Walter Lübcke angeklagt ist, steht bei seinem Prozess vor dem Oberlandesgericht Frankfurt.
Foto: DPA
International 05.08.2020

Hauptverdächtiger im Mordfall Lübcke gesteht erstmals vor Gericht

Im Prozess um die Ermordung des deutschen Spitzenbeamten Walter Lübcke hat der Hauptverdächtige Stephan Ernst die Tat vor Gericht gestanden.

(dpa) - Er habe den tödlichen Schuss auf den deutschen CDU-Politiker abgefeuert, ließ der 46-Jährige am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht Frankfurt über seinen Anwalt erklären.

Lübcke war vor gut einem Jahr auf seiner heimischen Terrasse nahe der nordhessischen Stadt Kassel erschossen worden. Als Regierungspräsident leitete er eine Mittelbehörde, wie es sie in einigen deutschen Bundesländern als Bindeglied zwischen Land und Kommunen gibt.


25.06.2012, Hessen, Kassel: Walter Lübcke (CDU), Regierungspräsident von Kassel, spricht bei einer Pressekonferenz. (zu "Generalbundesanwalt übernimmt Ermittlungen im Fall Lübcke") Foto: Uwe Zucchi/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Dossier: Mordfall Walter Lübcke
Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke wurde ermordet. Die Ermittlungen führen ins Neonazi-Milieu.

Der Christdemokrat war zur Hassfigur der rechten Szene geworden, nachdem er bei einer Bürgerversammlung 2015 die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland offensiv verteidigt hatte. Er hatte dabei an die Adresse der Rechten gesagt, dass diejenigen, die die Werte der Bundesrepublik Deutschland nicht teilten, das Land jederzeit verlassen könnten. Ernst war bei der Versammlung anwesend.

Die deutsche Bundesanwaltschaft sieht bei Ernst eine „von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit getragene völkisch-nationalistische Grundhaltung“ als Motiv. Nach seiner Festnahme hatte der 46-Jährige ein Geständnis abgelegt, das er aber später widerrief. Später legte er in Anwesenheit seines Anwalts ein weiteres Geständnis ab, das sich in vielen wesentlichen Punkten vorn der ersten Version unterschied. Der Prozess begann Mitte Juni.    

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema