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Hamas-Chef ruft zu neuem Palästinenseraufstand auf
International 07.12.2017 Aus unserem online-Archiv
Trumps Israel-Pläne

Hamas-Chef ruft zu neuem Palästinenseraufstand auf

Ismail Hanija spricht von einer "Kriegserklärung gegen die Palästinenser".
Trumps Israel-Pläne

Hamas-Chef ruft zu neuem Palästinenseraufstand auf

Ismail Hanija spricht von einer "Kriegserklärung gegen die Palästinenser".
Archivfoto: AP
International 07.12.2017 Aus unserem online-Archiv
Trumps Israel-Pläne

Hamas-Chef ruft zu neuem Palästinenseraufstand auf

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch den US-Präsidenten Donald Trump komme einer „Kriegserklärung gegen die Palästinenser“ gleich, sagte Hamas-Chef Ismail Hanija am Donnerstag in Gaza.

(dpa) - Die radikal-islamische Hamas hat zu einem neuen Palästinenseraufstand (Intifada) gegen Israel aufgerufen. Die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch den US-Präsidenten Donald Trump komme einer „Kriegserklärung gegen die Palästinenser“ gleich, sagte Hamas-Chef Ismail Hanija am Donnerstag in Gaza. Am Freitag müsse die „Intifada zur Befreiung Jerusalems“ beginnen, forderte der Chef der bisher im Gazastreifen herrschenden Organisation. Hanija verlangte außerdem von der palästinensischen Autonomiebehörde, dass sie alle Friedensbemühungen mit Israel einstellt.

Während der als „Krieg der Steine“ begonnenen ersten Intifada von 1987 bis 1993 verloren etwa 2200 Palästinenser und 200 Israelis ihr Leben. Bei der „Al-Aksa-Intifada“ von 2000 bis 2005 hatten die Palästinenser mit über 3500 Toten die meisten Opfer zu beklagen, mehr als 1000 Israelis starben bei Anschlägen von Palästinensern.

Aus Protest gegen Trumps Entscheidung begannen die Palästinenser am Donnerstagmorgen einen Generalstreik. Im Westjordanland und im Gazastreifen sowie in Ost-Jerusalem blieben öffentliche Einrichtungen, Geschäfte, Schulen und Banken geschlossen.

Im Gazastreifen sowie in verschiedenen Städten des Westjordanlands kam es am Mittwochabend zu ersten Protesten. In Gaza verbrannten Demonstranten Bilder von Trump, US-Flaggen sowie Autoreifen.

Israel feiert die Entscheidung, Regierungschef Benjamin Netanjahu sprach am Donnerstag von einer „historischen Erklärung“ des US-Präsidenten. „Präsident Trump hat sich auf ewig mit der Geschichte unserer Hauptstadt verbunden.“ Israel sei bereits in Kontakt mit weiteren Staaten, die Jerusalem ebenfalls anerkennen wollten, sagte Netanjahu.

Israel beansprucht ganz Jerusalem als seine unteilbare Hauptstadt. Dieser Anspruch wird international nicht anerkannt. Israel hatte 1967 während des Sechstagekrieges den arabischen Ostteil der Stadt erobert und später annektiert. Die Palästinenser sehen in Ost-Jerusalem die künftige Hauptstadt eines unabhängigen Palästinenserstaates.


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