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Habeck gibt zwei AKWs in Gaskrise Gnadenfrist
International 06.09.2022
Isar 2 und Neckarwestheim

Habeck gibt zwei AKWs in Gaskrise Gnadenfrist

International 06.09.2022
Isar 2 und Neckarwestheim

Habeck gibt zwei AKWs in Gaskrise Gnadenfrist

Die Entscheidung verlängert die Lebensdauer der beiden deutschen Kraftwerke um wenige Monate.

(Bloomberg) -Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck hat angesichts der sich vertiefenden Energiekrise nun doch eine Kehrtwende vollzogen und will die Kernkraftwerke Isar 2 und Neckarwestheim in diesem Winter als Notfallreserve weiter verfügbar halten.

Die Entscheidung verlängert die Lebensdauer der beiden Kraftwerke um wenige Monate. Eigentlich hätten sie im Rahmen des nach der Fukushima-Katastrophe beschlossenen Ausstiegs aus der Kernenergie zum Jahresende endgültig abgeschaltet werden sollen. Habeck schloss einen Weiterbetrieb über April hinaus kategorisch aus.

Die Bildkombo zeigt das Kernkraftwerk Emsland (KKE) mit seinem Kühlturm (o), das Kernkraftwerk Neckarwestheim (M) mit aufsteigendem Dampf aus dem Kühlturm und das Kernkraftwerk Isar 2.
Die Bildkombo zeigt das Kernkraftwerk Emsland (KKE) mit seinem Kühlturm (o), das Kernkraftwerk Neckarwestheim (M) mit aufsteigendem Dampf aus dem Kühlturm und das Kernkraftwerk Isar 2.
Foto: DPA

Moskaus Entscheidung, die Ostseepipeline Nord Stream abzuschalten, ließ Gas- und Strompreise am Montag in die Höhe schnellen und erhöhte die Dringlichkeit, die eskalierende Krise einzudämmen. Bundeskanzler Olaf Scholz und der französische Präsident Emmanuel Macron verkündeten nach einem eilig arrangierten Telefonat am Montag einen Energiepakt, mit dem sich die größten Länder der Europäischen Union gegenseitig durch den Winter helfen wollen. Am Freitag kommen die Energieminister der EU zu einem Sondertreffen zusammen, um Notfallmaßnahmen zu diskutieren.

Für Habeck ist ein Betrieb über April 2023 hinaus ausgeschlossen.
Für Habeck ist ein Betrieb über April 2023 hinaus ausgeschlossen.
Foto: DPA

Die Entscheidung dafür, die Kernkraftwerke in Reserve zu halten, markiert einen Politikwechsel, der für die Ampelkoalition schwer war und wohl weiter Diskussionsstoff bietet. Der grüne Wirtschaftsminister betonte, dass der Atomausstieg weiter gelte, und die Entscheidung nur für diesen Winter gelte.


ARCHIV - 18.08.2022, Baden-Württemberg, Stuttgart: Eine Hand regelt in einem privaten Haushalt eine Gasheizung. Bundeswirtschaftsminister Habeck hat eine Änderung der geplanten Gasumlage zugesagt. Mit der Korrektur soll verhindert werden, dass von dieser Abgabe der Privathaushalte und Industrie auch Unternehmen profitieren, die dies wirtschaftlich nicht benötigen. Foto: Bernd Weißbrod/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Die deutsche Regierung kennt die Probleme der Regierten - löst sie aber bislang nicht. Montag und Dienstag ist Kabinettsklausur.

„Als Minister, der für die Versorgungssicherheit zuständig ist, tue ich alles, was nötig ist, um die Versorgungssicherheit vollumfänglich zu gewährleisten“, sagte Habeck. „Mit der Einsatzreserve tragen wir den Risiken der Atom-Technologie und der Sondersituation im Winter 2022/23 Rechnung. So können wir im Fall der Fälle agieren.“

Der russische Lieferstopp via Nord Stream stellt auch das Ziel der Bundesregierung infrage, mit zu 95 % gefüllten Speichern in den Winter zu gehen, hatte Bloomberg zuvor gemeldet.


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