Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Guterres: Libyen-Konflikt kann nicht militärisch gelöst werden
International 19.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Guterres: Libyen-Konflikt kann nicht militärisch gelöst werden

Guterres: Libyen-Konflikt kann nicht militärisch gelöst werden

Foto: Reuters
International 19.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Guterres: Libyen-Konflikt kann nicht militärisch gelöst werden

UN-Generalsekretär António Guterres hat die Wichtigkeit eines politischen Prozesses für das Bürgerkriegsland Libyen hervorgehoben.

„Ich bin der festen Überzeugung, dass es in Libyen keine militärische Lösung gibt“, sagte Guterres nach Angaben der Vereinten Nationen am Sonntag bei seiner Ansprache auf der Libyen-Konferenz in Berlin.

Eine weitere Verschärfung des Krieges müsse verhindert werden, damit der Konflikt nicht in einem „humanitären Albtraum“ ende und das Land nicht dauerhaft spalte. 

Dafür müssten auch die „unverhohlenen“ Verstöße gegen das geltende UN-Waffenembargo aufhören. „Für die unmittelbaren Nachbarn Libyens - insbesondere für den südlichen Mittelmeerraum und die Sahelzone - sind die Folgen (des Konflikts) gravierend und spürbar: mehr Terrorismus, mehr Menschenhandel, mehr Drogen- und Waffenschmuggel“, sagte Guterres laut Mitteilung weiter.

Größte internationale Anstrengung

In Libyen brach nach Sturz und Tötung des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 ein Bürgerkrieg aus. Die Regierung von Ministerpräsident Al-Sarradsch ist international anerkannt, hält aber nur kleine Gebiete rund um die Hauptstadt Tripolis im Westen des Landes. Gegen ihn kämpft der General Chalifa Haftar mit seinen Verbündeten, die weite Teile des ölreichen Landes beherrschen.

Der Berliner Libyen-Gipfel ist die bislang größte internationale Anstrengung für Frieden in dem nordafrikanischen Land. Es soll ein Waffenstillstand mit internationaler Überwachung, eine Verpflichtung zur Einhaltung des Waffenembargos sowie eine Entwaffnung der Milizen in dem Land erreicht werden.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Erneut Tote bei irrtümlichem Nato-Angriff auf Rebellen
Nato-Kampfflugzeuge haben versehentlich einen Fahrzeugkonvoi der Anti-Gaddafi-Milizen bombardiert und dabei mehr als zehn Aufständische getötet. Die Luft-Boden-Raketen des nordatlantischen Bündnisses zerstörten auf halbem Wege zwischen Adschdabija und Al-Brega mehrere Fahrzeuge der Rebellen.
Ein libyscher Aufständischer steht in der Nähe der Frontlinie zwischen den Städten Adschdabiya und Al-Brega.
Libyen-Konferenz tagt in Istanbul
In Istanbul hat ein Treffen der so genannten Libyen-Kontaktgruppe unter anderem mit US-Außenministerin Hillary Clinton begonnen. Ranghohe Diplomaten suchen dabei nach Wegen zur Beendigung des Blutvergießens.
Der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi spricht am 25.02.2010 zu Anhängern in Bengasi.