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Großherzog Henri drückt tief empfundenes Beileid aus
International 20 3 Min. 06.12.2014 Aus unserem online-Archiv
Trauer um die belgische Königin Fabiola

Großherzog Henri drückt tief empfundenes Beileid aus

International 20 3 Min. 06.12.2014 Aus unserem online-Archiv
Trauer um die belgische Königin Fabiola

Großherzog Henri drückt tief empfundenes Beileid aus

Nach dem Tod der belgischen Königin Fabiola hat die belgische Regierung mit der Planung der Beisetzung begonnen. Großherzog Henri hat dem belgischen König am Samstag sein tief empfundenes Mitgefühl ausgedrückt.

(LW) - Fabiola war die Tochter eines der reichsten Großgrundbesitzers Spaniens, dessen Mutter von Papst Leo XIII. geadelt wurde. Durch ihre Heirat mit König Baudouin wurde sie auch mit der Luxemburger Adelsfamilie verwandt. Sie ist die Tante von Großherzog Henri.

In einem Telegramm hat Großherzog Henri dem belgischen König am Samstag sein Beileid bekundet. "Zusammen mit meinem Vater, der Familie und unseren Landsleuten drücken wir unser tief empfundenes Mitgefühl aus. Wir werden Königin Fabiola in dankbarer und ergriffener Erinnerung behalten", heißt es in dem Schreiben. 

Belgiens Königin Fabiola ist am Freitagabend im Alter von 86 Jahren gestorben. Das teilte der Palast „mit sehr großer Trauer“ mit. Am Samstag hat die belgische Regierung nun mit der Planung der Beisetzung begonnen. Nachdem in Medien bereits spekuliert wurde, ob sie ein Staatsbegräbnis erhalten werde, wird für Samstagnachmittag mit einer Entscheidung der Regierung gerechnet. Dabei sollten auch die Wünsche des Königshauses berücksichtigt werden. Die spanische Adlige war die Tante des amtierenden Königs Philippe und auch von Großherzog Henri. Ihren Mann Baudouin hat Fabiola um mehr als zwanzig Jahre überlebt.

Fabiola war zuletzt im vergangenen Jahr mit einer umstrittenen Privatstiftung in die Schlagzeilen geraten. Sogar der damalige Premierminister Elio Di Rupo war eingeschritten. Laut Kritikern wollte die Aristokratin ein Millionenvermögen an der Erbschaftssteuer vorbeischleusen. Fabiola wies damals die Vorwürfe zurück.

Vater war spanischer Großgrundbesitzer

Fabiola wurde am 11. Juni 1928 als Fabiola Fernanda de Moray Aragon in Madrid geboren. Sie war die Tochter eines der reichsten Großgrundbesitzer Spaniens, dessen Mutter von Papst Leo XIII. geadelt wurde. Als heranwachsendes Mädchen  besuchte sie Schulen in Madrid, Paris, Lausanne und Rom. Später führte sie ein zurückgezogenes Leben, ließ sich als Krankenschwester ausbilden und legte in einem Madrider Militärkrankenhaus ihre Prüfung ab. Anschließend widmete sie sich der Sozialarbeit und richtete in der Nähe des elterlichen Stadtpalais in Madrid in einem Mietshaus ein kleines Büro ein, in dem sie Spenden für Arme und Kranke verwaltete, die sie in den Arbeitervororten von Madrid regelmäßig besuchte.

Überraschende Verlobung

Am 16. September 1960 verlobte sie sich ganz überraschend mit dem belgischen König Baudouin und wurde als zukünftige Königin nur einen Tag später dem belgischen Volk vorgestellt. Wo und wann der König seine Braut kennengelernt hatte, wurde niemals bekannt. Am 15. Dezember 1960 wurde unter großer Anteilnahme des belgischen Volkes in Brüssel durch Kardinal van Roey die Trauung vollzogen. Damit erhielt Belgien nach 25 Jahren wieder eine Königin.

Königin Fabiola bemühte sich, wie auch ihr Mann, um einen ungezwungenen und betont einfachen Stil der Monarchie, der wesentlich zur Popularität beitrug und die in den ersten Nachkriegsjahren gefährdete Institution der Monarchie in Belgien wieder fest verankerte. Der König schaltete sich bei aller Zurückhaltung immer wieder im Interesse des Zusammenhalts des Staates in die aktuelle Politik ein und wurde zur fast einzigen Klammer zwischen den sich befehdenden Volksgruppen der Flamen und Wallonen.

Kindersegen blieb aus

Der erhoffie Kindersegen blieb allerdings aus; nach Fehlgeburten 1961, 1963 und 1966 waren entsprechende Hoffnungen der gesundheitlich zarten Königin zerstört. Durch die Kinderlosigkeit gab es wiederholt Anlaß zu Spekulationen über einen Thronverzicht von König Baudouin zugunsten seines jüngeren Bruders Albert. 1971 übernahm das belgische Königspaar die Erziehung des ältesten Sohnes des Bruders, Philippe. Diese Entwicklung ließ die Vermutung aufkommen, daß Prinz Albert bei fortschreitender Zeit im Falle einer Abdankung des Königs zugunsten seines Sohnes auf die Thronfolge verzichten würde.

Zu einer Abdankung kam es jedoch nicht: König Baudouin starb im Alter von 62 Jahren am 31. Juli 1993 während eines Aufenthaltes auf seinem Sommersitz in Motril/Südspanien. Unerwartet rasch wurde nicht Prinz Philippe, sondern dessen Vater Prinz Albert als künftiger König benannt, was offenbar dem Wunsch des Verstorbenen im Falle vorzeitigen Ablebens entsprach. Zu den Trauerfeierlichkeiten für König Baudouin kamen Hunderttausende aus dem ganzen Land sowie Monarchen und Staatsoberhäupter aus der ganzen Welt. Anschließend wurde der König in kleinem Kreis in der Kirche Notre-Dame in Laeken neben seinem Vater Leopold III. beigesetzt.

Königin Fabiola (1928 - 2014)
Königin Fabiola (1928 - 2014)
FOTO: AFP

 


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