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Großfeuer in Europa vernichteten mehr als 660.000 Hektar Wald
International 4 2 Min. 14.08.2022
Waldbrände

Großfeuer in Europa vernichteten mehr als 660.000 Hektar Wald

Ein Feuerwehrmann ist mit Löscharbeiten in einem Wald bei Kordel (D) beschäftigt.
Waldbrände

Großfeuer in Europa vernichteten mehr als 660.000 Hektar Wald

Ein Feuerwehrmann ist mit Löscharbeiten in einem Wald bei Kordel (D) beschäftigt.
Foto: Harald Tittel/dpa
International 4 2 Min. 14.08.2022
Waldbrände

Großfeuer in Europa vernichteten mehr als 660.000 Hektar Wald

Das Jahr 2022 könnte in Sachen Waldbrände das schlimmste seit 16 Jahren werden, wie aus europäischen Satellitendaten hervorgeht.

(AFP/jt) - Durch die verschiedenen Großfeuer in Europa sind im Zeitraum zwischen 1. Januar und 13. August bereits rund 660.000 Hektar Land verbrannt – ein Rekordwert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2006. Der Wert entspricht etwa zweieinhalb Mal der Fläche von Luxemburg. 

Die Daten stammen aus dem Europäischen Waldbrandinformationssystem (EFFIS), das mithilfe von Satellitenbildern des europäischen Copernicus-Programms vergleichbare Statistiken erstellt.

Frankreich hatte in den 1970er-Jahren, vor der Standardisierung der europäischen Daten, sogar noch schlimmere Jahre erlebt. Doch das Jahr 2022 ist laut diesen Zahlen das schlimmste seit 16 Jahren, was größtenteils auf zwei aufeinanderfolgende große Brände in der Gironde im Südwesten des Landes zurückzuführen ist. In der Region trafen diese Woche deutsche, polnische und auch österreichische Feuerwehrleute zur Unterstützung ein.

Auch in Mitteleuropa ist die Situation außergewöhnlich: Die Feuerwehr brauchte im Juli mehr als zehn Tage, um den größten Brand in der jüngeren Geschichte Sloweniens unter Kontrolle zu bringen. Die Einsatzkräfte wurden dabei stark von der Bevölkerung unterstützt. Die Regierung musste die Einwohner sogar auffordern, keine Spenden mehr an die Feuerwehr zu leisten.

Da Slowenien jedoch nicht über Spezialflugzeuge zur Brandbekämpfung verfügte, musste Kroatien um Hilfe gebeten werden. Das Nachbarland schickte ein Flugzeug, musste dieses aber prompt wieder zurückrufen, um seine eigenen Brände zu löschen. Die slowenische Regierung erwägt nun die Anschaffung ihrer ersten Wasserbomberflugzeuge.

In Berlin brach in der Vorwoche ein Großbrand in einem Munitionsdepot der Polizei in einem trockenen Wald aus. Das Feuer konnte zum Glück schnell unter Kontrolle gebracht werden. Die deutsche Hauptstadt, die bislang von solchen Bränden verschont geblieben war, ist heutzutage aufgrund ihrer großen Waldgebiete zunehmend gefährdet.

Spanien und Portugal am meisten betroffen

Das am stärksten von Bränden betroffene Gebiet ist jedoch die Iberische Halbinsel. In Spanien, das wie Frankreich durch mehrere Hitzewellen in diesem Sommer „ausgetrocknet“ wurde, wurden 246.278 Hektar durch Brände vernichtet, vor allem in Galizien im Nordwesten.  

Auch Portugal kämpft seit mehr als einer Woche gegen ein Feuer in dem von der Unesco anerkannten globalen Geopark in der Bergregion der Serra da Estrela, die sich bis auf etwa 2.000 Meter Höhe erhebt.

Ein Waldbrand in Linhares in der Region Centro von Portugal.
Ein Waldbrand in Linhares in der Region Centro von Portugal.
Foto: AFP/Patricia de Melo Moreira

In Bezug auf die verbrannte Fläche folgen nach Spanien Rumänien (150.528 Hektar), Portugal (75.277 Hektar) und Frankreich (61.289 Hektar).

Allein auf den Sommer bezogen ist „2022 bereits ein Rekordjahr“, sagte Jesus San-Miguel, Koordinator von EFFIS, gegenüber der AFP. Der bisherige Rekord für Europa stammte aus dem Jahr 2017, als bis zum 13. August 420.913 Hektar in Flammen aufgingen und 988.087 Hektar innerhalb eines Jahres. „Ich hoffe, dass wir nicht den Oktober erleben werden, den wir 2017 hatten“, sagte er. Damals wurden in einem Monat 400.000 Hektar Land in ganz Europa vernichtet.

Die Feuer werden durch die außergewöhnliche Trockenheit in Europa in Kombination mit Hitzewellen begünstigt. Die anhaltende Klimaerwärmung dürfte diesen Trend noch verstärken.


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