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Großbritannien will in wenigen Tagen mit Corona-Impfungen beginnen
International 2 Min. 02.12.2020

Großbritannien will in wenigen Tagen mit Corona-Impfungen beginnen

Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, hält ein Fläschchen des potenziellen Corona-Impfstoffs von Oxford/AstraZeneca, bekannt als AZD1222, in der Hand.

Großbritannien will in wenigen Tagen mit Corona-Impfungen beginnen

Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, hält ein Fläschchen des potenziellen Corona-Impfstoffs von Oxford/AstraZeneca, bekannt als AZD1222, in der Hand.
Foto: DPA
International 2 Min. 02.12.2020

Großbritannien will in wenigen Tagen mit Corona-Impfungen beginnen

Als erstes Land hat Großbritannien den Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer zugelassen. Bereits in wenigen Tagen sollen die ersten Menschen in dem Land geimpft werden. Die britische Aufsichtsbehörde für Arzneimittel erteilte am Mittwoch die Zulassung für den Impfstoff.

(dpa) -  Die britische Aufsichtsbehörde für Arzneimittel erteilte am Mittwoch die Zulassung für den Impfstoff. Man erwarte den Einsatz „mehrerer Millionen Dosen“ bis zum Ende des Jahres, sagte Premier Boris Johnson.

Bei einer Pressekonferenz im Regierungssitz Downing Street am Abend lobte Johnson den Einsatz der beteiligten Wissenschaftler. Diese seien dem Virus mit „biologischem Jiu Jitsu“ zu Leibe gerückt, schwärmte der britische Regierungschef. Wie bei der sanften asiatischen Kampfkunst, bei der die Kraft des Gegners ausgenutzt wird, hätten sie das Virus mit dessen eigener Kraft bekämpft. Bereits kommende Woche sollen die ersten 800.000 Dosen des Impfstoff BNT162b2 im Land zur Verfügung stehen.


(FILES) In this file photo a woman receives a Covid-19 vaccination from Yaquelin De La Cruz at the Research Centers of America (RCA) in Hollywood, Florida, on August 13, 2020. - The Pfizer and Moderna Covid vaccines could be approved in a matter of weeks, but who in the United States will get them first? Though nothing has yet been decided, US experts may differ from other countries in prioritizing "critical workers" who keep society running -- potentially even before people at highest risk. To be clear, there won't be one single set of rules for the whole nation. (Photo by CHANDAN KHANNA / AFP)
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„Wir erwarten, den Impfstoff in den nächsten paar Tagen nach Großbritannien ausliefern zu können“, bestätigte Biontech-Mitgründerin Özlem Türeci auf einer Pressekonferenz in Mainz. Die Unternehmen haben mit Großbritannien eine Lieferung von insgesamt 40 Millionen Impfstoffdosen für Dezember und im kommenden Jahr getroffen. „Die erste Notfallzulassung für einen Covid-19-Impfstoff ist ein bahnbrechender wissenschaftlicher Meilenstein“, hieß es von den Unternehmen. Ihr Impfstoff wurde auf Basis von Daten aus einer großen klinischen Studie mit Zehntausenden Probanden zugelassen.

EU-Zulassung steht noch aus

Johnson während der virtuellen Pressekonferenz.
Johnson während der virtuellen Pressekonferenz.
Foto: AFP

Für die EU will die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema noch im Dezember über eine Zulassungsempfehlung für den Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer entscheiden. Bis 29. Dezember soll ein Ergebnis der Prüfung vorliegen, hieß es von der Agentur. „Aber diese Zeitpläne könnten sich im Laufe des Bewertungsverfahrens ändern“, sagte Ema-Chefin Emer Cooke.  Die EU-Länder  haben bereits einen Rahmenvertrag über den Kauf von bis zu 300 Millionen Dosen des Impfstoffs abgeschlossen.

„Da die derzeit geprüften Covid-Impfstoffe Millionen von Menschen in der EU verabreicht werden, sind wir uns der riesigen Verantwortung nur allzu bewusst, unsere Beurteilung und Empfehlungen korrekt zu erstellen, damit wir die europäische Bevölkerung schützen können“, sagte Cooke. Die wissenschaftliche Bewertung werde unabhängig erfolgen und allein von Sicherheit, Qualität und Wirksamkeit der Impfstoffe abhängen - „nichts sonst“.


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Die schnellere Zulassung in Großbritannien sei durch den Brexit möglich gewesen, betonte Gesundheitsminister Hancock. „Wir waren in der Lage, eine Entscheidung zu treffen dank der britischen Aufsichtsbehörde, einer Weltklasse-Behörde, und mussten nicht das Tempo der Europäer gehen, die sich ein bisschen langsamer bewegen“, sagte er dem Sender Times Radio. Die Sicherheitschecks seien alle durchgeführt und die gleichen Prozesse durchlaufen worden. „Aber wir waren wegen des Brexits in der Lage, den Ablauf zu beschleunigen.“ Die britische Zulassungsbehörde wies jedoch darauf hin, die Zulassung sei nach EU-Bestimmungen getroffen worden, nach denen sich London bis zum Ende der Brexit-Übergangsphase weiter richten müsse. 

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