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Großbritannien prüft Maßnahmen gegen den Iran
International 4 Min. 21.07.2019

Großbritannien prüft Maßnahmen gegen den Iran

Dieses Videostandbild von der Iranischen Revolutionsgarde zeigt einen Hubschrauber über dem britischen Öltanker Stena Impero. Iran hatte den unter britischer Flagge fahrenden Öltanker «Stena Impero» am Freitag festgesetzt. Britische Medien veröffentlichten von dem Vorfall am Wochenende Audioaufnahmen.

Großbritannien prüft Maßnahmen gegen den Iran

Dieses Videostandbild von der Iranischen Revolutionsgarde zeigt einen Hubschrauber über dem britischen Öltanker Stena Impero. Iran hatte den unter britischer Flagge fahrenden Öltanker «Stena Impero» am Freitag festgesetzt. Britische Medien veröffentlichten von dem Vorfall am Wochenende Audioaufnahmen.
Foto: Revolutionary Guard/Press Association Images/dpa
International 4 Min. 21.07.2019

Großbritannien prüft Maßnahmen gegen den Iran

Die Lage im Golf spitzt sich zu. Der Iran und Großbritannien belauern sich in der Tankerkrise argwöhnisch.

(dpa) - Der Iran muss in der Tankerkrise mit britischen Strafmaßnahmen rechnen. Die Regierung prüft nach den Angaben von Verteidigungsstaatssekretär Tobias Ellwood eine „Reihe von Optionen“ und will diese am Montag bekanntmachen. Seit die iranischen Revolutionsgarden einen Ölfrachter unter britischer Flagge in ihrer Gewalt haben, schaukelt sich die Konflikt hoch. US-Präsident Donald Trump will sich eng mit Großbritannien abstimmen und schickt zur Abschreckung Soldaten nach Saudi-Arabien.


Jeremy Hunt, britische Außenminister, verlässt die Downing Street nach einem Treffen über den britischen Öltanker "Stena Impero". Die Konfrontation führender westlicher Länder mit dem Iran droht außer Kontrolle zu geraten.
Eskalation am Golf: Großbritannien droht Iran in Tankerkrise
Die Zwischenfälle in der Golfregion häufen sich in gefährlichem Maße. Der Iran hat einen unter britischer Flagge fahrenden Öltanker festgesetzt - der US-Präsident schickt Soldaten in die Region.

Die Krise trifft Großbritannien in innenpolitisch turbulenten Zeiten angesichts des ungelösten Brexits und des Rücktritts der konservativen Regierungschefin Theresa May. Vermutlich der in der eigenen Partei umstrittene frühere britische Außenminister Boris Johnson übernimmt am kommenden Mittwoch Mays Posten.

"Iran warnt Großbritannien"

Der iranische Botschafter in Großbritannien, Hamid Baeidinedschad, schrieb am Sonntag beim Kurznachrichtendienst Twitter, es gebe politische Kreise in London, die Spannungen jenseits des Tankerstreits wollten. Dies sei gefährlich und unklug. „Der Iran bleibt jedoch entschlossen und ist auf alle möglichen Szenarien vorbereitet“, so der Diplomat.

Dieses Videostandbild von der Iranischen Revolutionsgarde zeigt Mitglieder der Revolutionsgarde, die sich von einem Hubschrauber  auf den britischen Öltanker Stena Impero abseilen. Iran hatte den unter britischer Flagge fahrenden Öltanker «Stena Impero» am Freitag festgesetzt. Britische Medien veröffentlichten von dem Vorfall am Wochenende Audioaufnahmen.
Dieses Videostandbild von der Iranischen Revolutionsgarde zeigt Mitglieder der Revolutionsgarde, die sich von einem Hubschrauber auf den britischen Öltanker Stena Impero abseilen. Iran hatte den unter britischer Flagge fahrenden Öltanker «Stena Impero» am Freitag festgesetzt. Britische Medien veröffentlichten von dem Vorfall am Wochenende Audioaufnahmen.
Foto: Revolutionary Guard/Press Association Images/dpa

Da der Tanker in den Gewässern des Omans gestoppt worden sei, sprach die britische Verteidigungsministerin Penny Mordaunt von einer „feindlichen Handlung“. Ihr Kabinettskollege, Außenminister Jeremy Hunt, schrieb auf Twitter davon, dass der Iran einen „gefährlichen Weg des illegalen und destabilisierenden Verhaltens“ beschreite. Dem Sender Sky News sagte Hunt: „Wir sind absolut deutlich, dass es sehr ernste Konsequenzen geben wird, wenn diese Situation nicht schnell gelöst wird.“ Militärische Vergeltung schloss Hunt erst einmal aus.


Ein Screenshot der Website Marine Traffic zeigt die Route des ersten aufgebrachten Tankers.
Iran stoppt unter britischer Flagge fahrende Öltanker
Die Lage im Persischen Golf spitzt sich dramatisch zu. Nach eigenen Angaben haben die iranischen Revolutionsgarden jetzt einen unter britischer Flagge fahrenden Öltanker aufgebracht. Später bestätigte London, dass auch ein zweiter Tanker aufgebracht wurde.

Der Oman drängt Großbritannien und den Iran zu einer diplomatischen Lösung. Man stehe mit mehreren Seiten in Kontakt, um die sichere Fahrt der Schiffe durch die Straße von Hormus zu garantieren, twitterte das omanische Außenministerium am Sonntag. Anders als die restlichen Golfstaaten pflegt der Oman gute Beziehungen zum Iran.

Zwischenfall treibt Ölpreis nach oben

Der Zwischenfall am Golf belastete die Börsen und trieb den Ölpreis nach oben. Die Meerenge im Golf von Oman ist eine der wichtigsten Seestraßen der Welt. Fast ein Drittel des globalen Ölexports wird durch dieses Nadelöhr verschifft.

Ausgangspunkt der jüngsten Eskalation des Konflikts ist der 4. Juli, als in den Gewässern der britischen Exklave Gibraltar der unter der Flagge Panamas fahrende Supertanker „Grace 1“ mit Öl aus dem Iran an die Kette gelegt wurde. Der Vorwurf: von der EU untersagte Lieferungen an Syrien. Das Fahrverbot gilt derzeit bis zum 20. August.

 Dieses Videostandbild von der Iranischen Revolutionsgarde zeigt vermummte Mitglieder der Revolutionsgarde, die auf den britischen Öltanker Stena Impero steigen.
Dieses Videostandbild von der Iranischen Revolutionsgarde zeigt vermummte Mitglieder der Revolutionsgarde, die auf den britischen Öltanker Stena Impero steigen.
Foto: Revolutionary Guard/Press Association Images/dpa

„Anders als die Piraterie in der Straße von Gibraltar dient unsere Maßnahme im Persischen Golf dazu, die maritimen Regeln zu bewahren“, so Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif. Großbritannien müsse aufhören, „ein Zubehör des Wirtschaftsterrorismus der USA“ zu sein.

Hunt telefonierte am Samstag mit seinem iranischen Kollegen und brachte seine „tiefe Enttäuschung“ über die Situation zum Ausdruck.

Reederei widerspricht

Irans Revolutionsgarden hatten am Freitag den unter britischer Flagge fahrenden Tanker „Stena Impero“ gestoppt und in den südiranischen Hafen Bandar Abbas Richtung Küste gebracht. Zur Begründung hieß es, der Kapitän habe Vorschriften missachtet.


This US Navy photo obtained July 18, 2019 shows the amphibious assault ship USS Boxer (LHD 4), background, as it receives a vertical replenishment-at-sea from the fast combat support ship USNS Arctic (T-AOE 8) on July 14, 2019 in the Gulf. - The US military shot down an Iranian drone on July 18, 2019 that came within 1,000 yards of one of its naval vessels in the Strait of Hormuz, President Donald Trump said."The (USS) Boxer took defensive action against an Iranian drone which had closed into a very, very near distance, approximately 1,000 yards," Trump announced at the White House. (Photo by Keypher STROMBECK / Navy Office of Information / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / US NAVY/KEYPHER STROMBECK/HANDOUT" - NO MARKETING - NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS
USA melden Zerstörung iranischer Drohne
Ein Schiff der US-Marine soll eine iranische Drohne abgeschossen haben. Teheran will allerdings von nichts wissen.

Die schwedische Reederei Stena Bulk, der das Schiff gehört, widersprach. Der Tanker habe sich an alle Vorschriften gehalten. Den 23 Besatzungsmitgliedern gehe es den Umständen entsprechend gut, sagte Reederei-Chef Erik Hånell. Es sind 18 Inder, drei Russen und je ein Philippine und Lette.

Auf einem Video der Revolutionsgarden, das die iranische Nachrichtenagentur Fars veröffentlichte, ist zu sehen, wie mehrere kleinere Boote und ein Hubschrauber sich dem Tanker näherten. Aus dem Hubschrauber seilten sich maskierte Männer ab.

Zweites Schiff abgedrängt

Auch der unter liberianischer Flagge fahrende Tanker „Mesdar“ des britischen Unternehmens Norbulk Shipping UK war am Freitag in Richtung Iran abgedrängt worden, kam aber kurze Zeit später wieder frei. Die Regierung in London forderte britische Schiffe auf, die Straße von Hormus und umliegende Gewässer zu meiden.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump gab bekannt, zur Abschreckung Soldaten nach Saudi-Arabien - dem Erzfeind des Irans - zu verlegen. US-Medien zufolge geht es um bis zu 500 Soldaten. Zudem verlegte das US-Militär Aufklärungsflugzeuge, die im internationalen Luftraum operieren, in die Region. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate hielten sich mit Äußerungen zu dem Konflikt zurück.


(FILES) In this file photo taken on July 06, 2019 A picture shows supertanker Grace 1 off the coast of Gibraltar on July 6, 2019. - Gibraltar police have arrested two more officers of a seized Iranian tanker suspected of breaching EU sanctions by shipping oil to Syria, the Royal Gibraltar Police said on July 12, 2019. (Photo by JORGE GUERRERO / AFP)
Iran stoppt ausländischen Öltanker im Golf
Erneuter Zwischenfall im Golf von Oman: Revolutionsgarden haben am Donnerstag einen Tanker gestoppt und die Crew festgesetzt.

Erst am Donnerstag hatte Trump erklärt, ein US-Marineschiff habe in der Straße von Hormus eine iranische Drohne zerstört. Die Führung in Teheran widersprach dem.

Der US-Präsident beauftragte den republikanischen Senator Rand Paul, eine Aufnahme von Gesprächen mit dem Iran auszuloten. Der Senator habe seine Hilfe angeboten. Trump hatte im Mai 2018 das Atomabkommen mit dem Iran einseitig aufgekündigt und danach harte Wirtschaftssanktionen gegen die Islamische Republik verhängt. Diese sollen das Land von den Finanz- und Ölmärkten abschneiden.

Die EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini zeigte sich - wie Deutschland und Frankreich - tief besorgt und forderte die sofortige Freilassung des nun festgesetzten britischen Schiffs.