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Großbritannien: Luxemburg verlängert Flugverbot
International 21.12.2020

Großbritannien: Luxemburg verlängert Flugverbot

Lastwagen stehen auf der M20 in einer Warteschlange, nachdem der Hafen von Dover geschlossen wurde.

Großbritannien: Luxemburg verlängert Flugverbot

Lastwagen stehen auf der M20 in einer Warteschlange, nachdem der Hafen von Dover geschlossen wurde.
Steve Parsons/PA Wire/dpa
International 21.12.2020

Großbritannien: Luxemburg verlängert Flugverbot

Eine Corona-Mutation hält Europa in Atem. Luxemburg reagiert schnell und kappt die Flugverbindungen zu Großbritannien. Zu einem gemeinsamen Vorgehen kann sich die EU aber zunächst nicht durchringen.

(dpa/tj) - Die in Großbritannien entdeckte neue Variante des Coronavirus isoliert das Land zunehmend. Die meisten europäischen Länder stoppten am Montag die Einreise aus dem Königreich, um die Verbreitung der von den Briten als besonders aggressiv eingestuften Mutation zu unterbinden - darunter auch Luxemburg. Weitere Länder wollen am Dienstag folgen. Einzelne Mitglieder des grenzkontrollfreien Schengen-Raums wie Griechenland und Island trafen zunächst aber noch keine Entscheidung. Auch die Fristen für den Einreisestopp sind sehr unterschiedlich: Sie liegen zwischen 48 Stunden und zwei Wochen.

Im Großherzogtum dürfen bis zum 3. Januar keine Flugzeuge aus Großbritannien mit Passagieren mehr landen. Einzelne Fälle der Mutation sind bereits in der EU aufgetreten, in Dänemark sind bisher neun Fälle bekannt. Schweden machte deswegen seine Grenze zu dem Nachbarland dicht, auch die Türkei verhängte einen Einreisestopp für das skandinavische Land. Deutschland, das ebenfalls an Dänemark grenzt, ergriff zunächst keine entsprechenden Maßnahmen.


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Die in Großbritannien entdeckte Mutation ist nach ersten Erkenntnissen britischer Wissenschaftler um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form sein könnte. Premierminister Boris Johnson hatte betont, es gebe aber keine Hinweise darauf, dass Impfstoffe gegen die Mutation weniger effektiv seien. Die Form breitet sich vor allem in London und Südostengland rasant aus.

Keine Zweifel an der Wirksamkeit des Impfstoffes

Auch Biontech-Chef Ugur Sahin zeigte sich zuversichtlich, dass der Impfstoff seiner Firma bei der neuen Virus-Variante wirken werde. Bisher habe man bei keiner der untersuchten Mutationen festgestellt, dass die Wirksamkeit des Vakzins beeinträchtigt gewesen sei, sagte er am Abend bei „Bild Live“. Die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass es auch bei der neuen Variante funktionieren werde. Dies werde man in den nächsten 14 Tagen testen.

Die härtesten Maßnahmen wegen der neuen Mutation ergriff Israel. Das Corona-Kabinett entschied am Montag, Ausländern aus allen Ländern die Einreise zu verbieten. Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte, es gebe Ausnahmen von dieser Regel, wie etwa bei Diplomaten. „Wir haben eine neue Epidemie mit einem Virus, dessen Eigenschaften wir nicht genau kennen“, sagte der 71-Jährige zu der Entscheidung. „Diese Mutation könnte auch Corona 2 sein.“    

Bislang sieht es so aus, als sei der Biontech-Impfstoff auch gegen die Mutation wirksam.
Bislang sieht es so aus, als sei der Biontech-Impfstoff auch gegen die Mutation wirksam.
Foto: AFP


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