Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Großbritannien genehmigt Assange-Auslieferung an die USA
International 17.06.2022
Wikileaks-Gründer

Großbritannien genehmigt Assange-Auslieferung an die USA

Der Gründer von Wikileaks, Julian Assange, auf einem Archivfoto aus dem Jahr 2019.
Wikileaks-Gründer

Großbritannien genehmigt Assange-Auslieferung an die USA

Der Gründer von Wikileaks, Julian Assange, auf einem Archivfoto aus dem Jahr 2019.
Foto: dpa
International 17.06.2022
Wikileaks-Gründer

Großbritannien genehmigt Assange-Auslieferung an die USA

Das britische Innenministerium hat am Freitag bestätigt, dass die Auslieferung des Wikileaks-Gründers an die USA genehmigt wurde.

(dpa) - Großbritannien hat die Auslieferung des Wikileaks-Gründers Julian Assange an die USA genehmigt. Eine entsprechende Anweisung sei von Innenministerin Priti Patel unterzeichnet worden, teilte ihr Ministerium am Freitag in London mit.


Julian Assange: Der Held in Unterhosen
Nach der Festnahme des Wikileaks-Gründers werden immer mehr Hintergründe zu seiner Verhaftung bekannt. Ecuadors Präsident wirft Julian Assange Spionage vor – oder steckt gar ein pikantes Foto hinter dem Rauswurf aus der Botschaft?

Nach jahrelangem Hin und Her vor verschiedenen Gerichten war die britische Regierung nun am Zug. Der High Court in London hatte Ende vergangenes Jahr ein zuvor wegen Suizidgefahr erlassenes Auslieferungsverbot für Assange wieder aufgehoben. Das oberste Gericht (Supreme Court) hatte eine Berufung dagegen zuletzt abgelehnt.

Zeitpunkt unklar

Ob und wann der 50-jährige Australier ausgeliefert wird, war aber zunächst unklar. Seinen Unterstützern zufolge ist der Rechtsweg noch nicht ausgeschöpft. Sie befürchten, dass er trotz anderslautender Zusicherungen aus Washington in ein Hochsicherheitsgefängnis kommen wird.


Für seinen Sohn Julian Assange hofft John Shipton auf Asyl in der Schweiz oder in Frankreich.
Julian Assanges Vater John Shipton: "Schweigen bedeutet Zustimmung"
John Shipton über seinen Sohn, den Wikileaks-Gründer Julian Assange, und dessen Enthüllungsplattform.

Die US-Justiz will Assange wegen Spionagevorwürfen den Prozess machen. Ihm drohen bei einer Verurteilung bis zu 175 Jahre Haft. Vorgeworfen wird ihm, gemeinsam mit der Whistleblowerin Chelsea Manning geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan gestohlen, veröffentlicht und damit das Leben von US-Informanten in Gefahr gebracht zu haben.

Seine Unterstützer sehen in ihm dagegen einen investigativen Journalisten, der Kriegsverbrechen ans Licht gebracht hat und an dem nun ein Exempel statuiert werden soll. 

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Am Montag startet die Anhörung im Prozess um die mögliche Auslieferung von Julian Assange. Die Meinungen über den Wikileaks-Gründer gehen auseinander: Ist er ein Opfer politischer Mächte oder ein Verräter?
Tausende Menschen demonstrierten am Samstag in London.