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Griechenland will Migranten mit schwimmenden Barrieren fernhalten
International 30.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Griechenland will Migranten mit schwimmenden Barrieren fernhalten

Mit schwimmenden Barrieren will Griechenland die Ankunft von Migranten auf seinen Inseln verhindern.

Griechenland will Migranten mit schwimmenden Barrieren fernhalten

Mit schwimmenden Barrieren will Griechenland die Ankunft von Migranten auf seinen Inseln verhindern.
REUTERS
International 30.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Griechenland will Migranten mit schwimmenden Barrieren fernhalten

Schnellere Asylverfahren, mehr Grenzpolizisten - die griechische Regierung macht Ernst mit ihrer restriktiven Migrationspolitik. Der neueste Vorstoß: Schwimmende Barrieren gegen Flüchtlingsboote.

(dpa) Die griechische Regierung will mit schwimmenden Barrieren aus Kunststoff Migranten daran hindern, aus der Türkei zu den griechischen Inseln überzusetzen. Zunächst sei ein Versuch geplant, sagte Verteidigungsminister Nikos Panagiotopoulos am Donnerstagmorgen im Nachrichtensender Skai. "Wir wollen sehen, ob das funktioniert und wo und ob es eingesetzt werden kann", sagte Panagiotopoulos.

Die griechische Presse verglich die geplanten Absperrungen technisch mit den Barrieren gegen Ölteppiche im Meer. Die Ausschreibungen waren am Vortag auf der Homepage des Verteidigungsministeriums veröffentlicht worden. Beobachter in Athen bezweifelten, das die Barrieren Schleuser und Migranten davon abhalten könnten, die griechischen Küsten zu erreichen.

Dass die geplanten Barrieren tatsächlich Schleuser stoppen werden, bezweifeln Experten.
Dass die geplanten Barrieren tatsächlich Schleuser stoppen werden, bezweifeln Experten.
Foto: AFP

Die konservative griechische Regierung hat in den vergangenen Monaten das Asylverfahren beschleunigt. Sie will 1200 neue Grenzpolizisten einstellen und baut geschlossene Registrier- und Abschiebelager auf den Inseln im Osten der Ägäis.


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Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) hatte 2019 die Zahl der Migranten, die illegal aus der Türkei nach Griechenland kamen, deutlich zugenommen. Waren es 2018 gut 50 500 Menschen gewesen, so kamen im vergangenen Jahr gut 74 600 aus der Türkei. Die Registrierlager auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos sind für nur rund 7500 Menschen gebaut und heillos überfüllt. Die Menschen leben dort unter miserablen Bedingungen.

An Weihnachten hatte sich Außenminister Jean Asselborn (LSAP) massiv dafür eingesetzt, dass die anderen europäischen Staaten sich solidarisch zeigen und die rund 4.000 unbegleitete Minderjährige in den griechischen Lagern aufnehmen. Mindestens drei Viertel der Betroffenen auf den griechischen Inseln hätten Anspruch auf Asyl. "Diese Menschen sind nicht nach Griechenland gekommen, sondern in die EU. Und die EU muss dieses Problem auch lösen."


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