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Griechenland weist Drohungen Erdogans zurück
International 08.09.2019 Aus unserem online-Archiv

Griechenland weist Drohungen Erdogans zurück

Wenn Erdogan das Abkommen mit der EU neu aushandeln möchte, dann könne man darüber sprechen, sagte Kyriakos Mitsotakis.

Griechenland weist Drohungen Erdogans zurück

Wenn Erdogan das Abkommen mit der EU neu aushandeln möchte, dann könne man darüber sprechen, sagte Kyriakos Mitsotakis.
Foto: AFP
International 08.09.2019 Aus unserem online-Archiv

Griechenland weist Drohungen Erdogans zurück

Griechenland hat die Drohung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zurückgewiesen, die Grenzen nach Europa für syrische Flüchtlinge zu öffnen.

(DPA) - „Erdogan muss begreifen, er kann nicht der EU und Griechenland drohen, um mehr Gelder (für die Türkei) zu sichern“, sagte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis am Sonntag in der Hafenstadt Thessaloniki. Damit hat Griechenland eine Drohung des türkischen Präsidenten zurückgewiesen, die Grenzen nach Europa für syrische Flüchtlinge zu öffnen. Die EU habe bereits sechs Milliarden Euro an die Türkei wegen des Migrantenzustroms überwiesen.

Wenn Erdogan das Abkommen mit der EU neu aushandeln möchte, dann könne man darüber sprechen, sagte Mitsotakis. „Nicht aber mit Drohungen und mit einer Sprache, die nicht mit guter Nachbarschaft im Einklang steht.“


Gewalt gegen Flüchtlinge? Vorwürfe gegen EU-Agentur
Recherchen von Investigativjournalisten zufolge duldet Frontex Menschenrechtsverletzungen an den EU-Außengrenzen. Die Rede ist von Misshandlungen und sogar Hetzjagden mit Hunden.

Erdogan hatte zuvor erklärt, die Türkei könne einen möglichen weiteren Flüchtlingszustrom aus Syrien nicht alleine schultern. Er appellierte an die EU, genügend finanzielle Unterstützung bereitzustellen. „Entweder Sie teilen diese Last oder wir müssen die Tore öffnen“, sagte Erdogan.

3,6 Millionen Flüchtlinge aufgenommen  

Die Türkei hat seit Beginn des Bürgerkrieges im Nachbarland Syrien 2011 rund 3,6 Millionen Flüchtlinge aufgenommen, mehr als jedes andere Land der Welt.

Der im März 2016 geschlossene Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei sieht vor, dass die EU alle Migranten, die illegal über die Türkei auf die griechischen Inseln kommen, zurückschicken kann. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 hatte es Tage gegeben, an denen rund 7000 Migranten über die Türkei griechische Inseln erreichten. Zurzeit kommen täglich wieder Hunderte Migranten aus der Türkei nach Griechenland und damit auch in die EU. 


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