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Griechenland: Migranten verlassen Idomeni nur langsam
International 26.03.2016 Aus unserem online-Archiv

Griechenland: Migranten verlassen Idomeni nur langsam

Athen versucht, die Flüchtlinge dazu zu bringen, sich auf Kosten des Staates in organisierte Lager im Landesinneren bringen zu lassen.

Griechenland: Migranten verlassen Idomeni nur langsam

Athen versucht, die Flüchtlinge dazu zu bringen, sich auf Kosten des Staates in organisierte Lager im Landesinneren bringen zu lassen.
Foto: Reuters
International 26.03.2016 Aus unserem online-Archiv

Griechenland: Migranten verlassen Idomeni nur langsam

Cheryl CADAMURO
Cheryl CADAMURO
Der Versuch des griechischen Staates, das Elendsflüchtlingslager von Idomeni an der Grenze zu Mazedonien aufzulösen, kommt nur langsam voran.

(dpa) - Athen versucht, die Flüchtlinge dazu zu bringen, sich auf Kosten des Staates in organisierte Lager im Landesinneren bringen zu lassen. Am Freitag wurden dazu etwa 20 Busse nach Idomeni geschickt. Bis Samstagmorgen hatten nach Schätzungen des staatlichen Fernsehens (ERT) aber erst 600 der rund 12 000 Migranten das Lager verlassen.

Die Regierung in Athen setzt auf Freiwilligkeit. „Gewalt wird nicht angewendet“, hieß es wiederholt seitens des Flüchtlingkrisenstabes in Athen. Ein aus Syrien stammender Flüchtling, der mit seiner Familie das Lager per Bus verließ, sagte im Fernsehen, in Idomeni erwarte die Menschen „der langsame Tod im Schlamm“.

Die griechischen Behörden hoffen nach dpa-Informationen, in den kommenden Tagen etwa 1000 bis 1500 Migranten aus Idomeni ins Landesinnere bringen zu können. In dem Elendslager gibt es aber noch viele Flüchtlinge, die sich weigern, Idomeni zu verlassen. „Wenn wir von hier weggehen, wird man uns vergessen und was dann“, sagte ein Migrant im griechischen Fernsehen.



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