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Griechen finden immer noch Waldbrandopfer
International 2 Min. 26.07.2018 Aus unserem online-Archiv

Griechen finden immer noch Waldbrandopfer

Völlig ausgebrannte Fahrzeuge auf dem Parkplatz eines Fußballstadions.

Griechen finden immer noch Waldbrandopfer

Völlig ausgebrannte Fahrzeuge auf dem Parkplatz eines Fußballstadions.
AFP
International 2 Min. 26.07.2018 Aus unserem online-Archiv

Griechen finden immer noch Waldbrandopfer

Mit Löschflugzeugen hat die Feuerwehr die Brände in Griechenland weitgehend unter Kontrolle gebracht. Noch sind nicht alle Opfer identifiziert. Nun hat die Suche nach den Ursachen begonnen. Brandstiftung ist nicht ausgeschlossen.

(dpa) - In den Waldbrand-Gebieten nahe der griechischen Hauptstadt Athen haben Einsatzkräfte weitere Tote gefunden. Die Zahl der Opfer stieg am Donnerstag auf 83. Dies teilten die Behörden am Donnerstagabend mit. Zugleich äußerte sich erstmals die griechische Regierung über die möglichen Ursachen der verheerenden Brände. Sie könnten das Werk von Brandstiftern sein. „Es gibt Indizien, die uns zu diesen Gedanken führen“, sagte der stellvertretende Minister für Bürgerschutz, Nikos Toskas, am Donnerstagabend. Aus Satellitenaufnahmen ergebe sich, dass westlich von Athen binnen kürzester Zeit mehrere Brände entlang einer Straße ausgebrochen seien, bekräftigte er.


A firefighting helicopter flies over a wildfire raging in the town of Rafina near Athens, on July 23, 2018. 
At least five people have died and more than 20 have been injured as wild fires tore through woodland and villages around Athens on Monday, while blazes caused widespread damage in Sweden and other northern European nations. More than 300 firefighters, five aircraft and two helicopters have been mobilised to tackle the "extremely difficult" situation due to strong gusts of wind, Athens fire chief Achille Tzouvaras said.   / AFP PHOTO / ANGELOS TZORTZINIS
Zahl der Waldbrandopfer in Griechenland steigt dramatisch an
Die außer Kontrolle geratenen Waldbrände nahe Athen haben neuen Angaben zufolge mindestens 50 Menschen das Leben gekostet.

Östlich von Athen, wo mehr als 83 Menschen starben, habe sich der Brand wegen enorm starker Winde rasch ausgebreitet. „Es gibt auch hier nicht nur Indizien, sondern auch Anzeichen der Brandstiftung“, sagte Toskas. Details wollte er aber nicht nennen. Er wolle damit die Ermittlungen nicht behindern. Festnahmen von Verdächtigen habe es bislang nicht gegeben, teilte der stellvertretende Minister für Bürgerschutz weiter mit. 

Ausländer unter den Opfern

Unter den Toten seien auch ein Mann aus Irland und ein Belgier, berichtete das Staatsradio (ERT). Die Lage hatte sich am Donnerstag deutlich entspannt. Es gab keine Feuerfronten mehr, die bewohnte Gebiete bedrohen. Im Raum Athen wurden nach Regenfällen alle Brände gelöscht, berichtete das Staatsradio.

Dutzende Menschen werden noch vermisst. „Wir haben von allen Verwandten der Opfer und Vermissten DNA-Proben genommen und werden in den nächsten Tagen die Identifizierungsergebnisse haben“, sagte der Gerichtsmediziner Ilias Bojiokas im Fernsehen. Die meisten Leichen sind seinen Worten zufolge „verkohlt“. Deswegen sind die DNA-Tests notwendig. Die Polizei geht davon aus, dass erst nach der Identifizierung der Leichen Klarheit über die genaue Zahl der Vermissten herrschen wird.


TOPSHOT - CORRECTION - Firefighters and volunteers try to extinguish flames during a wildfire at the village of Kineta, near Athens, on July 24, 2018. 
Raging wildfires killed 74 people including small children in Greece, devouring homes and forests as terrified residents fled to the sea to escape the flames, authorities said Tuesday. / AFP PHOTO / Valerie GACHE / �The erroneous mention[s] appearing in the metadata of this photo by ANGELOS TZORTZINIS has been modified in AFP systems in the following manner: [-VALERIE GACHE--] instead of [--ANGELOS TZORTZINIS -]. Please immediately remove the erroneous mention[s] from all your online services and delete it (them) from your servers. If you have been authorized by AFP to distribute it (them) to third parties, please ensure that the same actions are carried out by them. Failure to promptly comply with these instructions will entail liability on your part for any continued or post notification usage. Therefore we thank you very much for all your attention and prompt action. We are sorry for the inconvenience this notification may cause and remain at your disposal for any further information you may require.�
Feuerkatastrophe: Zahl der Toten könnte dreistellig werden
Trauer und Verzweiflung in Griechenland - und auch die Wut der Überlebenden ist groß. Die Menschen fragen sich, wieso das Land so schlecht auf solch eine Brandkatastrophe vorbereitet war.

Die Waldbrandgefahr wurde am Donnerstag und für den Freitag nur noch als „niedrig und mittel“ eingestuft, teilte der Zivilschutz mit. Löschflugzeuge und Feuerwehrleute aus Italien, Spanien, Zypern und Rumänien verstärkten die griechische Feuerwehr. Zudem regnete es in Teilen Griechenlands am Donnerstag.

Enorme Schäden

Hoch sind die Sachschäden: Nach einer ersten Bilanz haben staatliche Ingenieure 2489 Häuser im Osten Athens überprüft. Davon seien 1218 (knapp 49 Prozent) unbewohnbar. Die Kontrollen werden in den nächsten Tagen fortgesetzt. Tausende Häuser müssen noch begutachtet werden, hieß es seitens der Kommunalbehörden der betroffenen Regionen.

 1218 von bislang 2489 überprüften Häusern sind unbewohnbar.
1218 von bislang 2489 überprüften Häusern sind unbewohnbar.
AFP

Die Suche nach weiteren Opfern ging am Donnerstag weiter. Soldaten, Feuerwehrleute und Freiwillige Helfer durchsuchten die verbrannten Häuser in den Urlaubsorten im Osten Athens. Eine offizielle Liste der Opfer und ihrer Nationalitäten liegt nicht vor.

Stromleitung unter Verdacht

Der Bürgermeister der Stadt Penteli hatte am Donnerstagvormittag eine andere Version der Ursache des Brandes gegeben: Eine gerissene Stromleitung in seinem Ort habe die verheerenden Waldbrände im Osten Athens verursacht. „Ich habe eine abgerissene Leitung gesehen. Da hat alles angefangen“, sagte Bürgermeister Dimitris Stergiou im griechischen Nachrichtensender 24/7. Aus den gerissenen Kabeln hätten Funken gesprüht. Das habe er schon den Ermittlern der Feuerwehr gesagt. Die Justiz hatte bereits am Vortag eine Untersuchung angeordnet.

Die Ermittlungen werden wahrscheinlich mehrere Monate dauern. In Griechenland werden öfter Waldbrände auf die Machenschaften von Bodenspekulanten zurückgeführt.

Noch immer suchen verzweifelte Rettungsmannschaften nach Vermissten.
Noch immer suchen verzweifelte Rettungsmannschaften nach Vermissten.
AFP



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