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Grenzkontrollen: EU-Staaten fordern Griechenland zum Handeln auf
International 2 Min. 25.01.2016

Grenzkontrollen: EU-Staaten fordern Griechenland zum Handeln auf

Ein Syrerin mit ihrer Tochter bei der Ankunft am Registrierzentrum auf der griechischen Insel Samos.

Grenzkontrollen: EU-Staaten fordern Griechenland zum Handeln auf

Ein Syrerin mit ihrer Tochter bei der Ankunft am Registrierzentrum auf der griechischen Insel Samos.
AFP
International 2 Min. 25.01.2016

Grenzkontrollen: EU-Staaten fordern Griechenland zum Handeln auf

Kerstin SMIRR
Kerstin SMIRR
Trotz Winter kommen Tausende Migranten täglich über das Mittelmeer nach Griechenland. Die anderen EU-Staaten erhöhen den Druck auf das Land und lassen zugleich eine Verlängerung der Grenzkontrollen von der EU-Kommission prüfen.

(dpa) - Als Antwort auf den massiven Flüchtlingszustrom will die EU nun längerfristige Grenzkontrollen auf dem Kontinent prüfen. Der „nie dagewesene Zufluss von Asylbewerbern“, habe sich nicht vermindert, sagte der niederländische Migrations-Staatssekretär Klaas Dijkhoff nach einem Treffen der EU-Innenminister am Montag in Amsterdam. Sein Land hat derzeit den Vorsitz der EU-Staaten.

Die Minister hätten die Brüsseler EU-Kommission nun beauftragt, die „rechtliche und praktische Grundlage“ für die Verlängerung der Kontrollen nach Artikel 26 des Schengener Kodexes vorzubereiten, so Dijkhoff. Dies ist ein erster Schritt hin zu Kontrollen im Schengen-Raum von bis zu zwei Jahren.

Kontrollen aktuell in sechs Ländern

In den 26 Ländern des Schengen-Raums können sich Reisende normalerweise weitgehend ungehindert bewegen. Sechs Länder kontrollieren derzeit ihre Grenzen aber wieder: Deutschland, Österreich, Schweden, Frankreich, Norwegen und Dänemark. „Im Falle außergewöhnlicher Umstände“, in denen das Funktionieren des Schengen-Raums in Gefahr ist, sind Grenzkontrollen von bis zu zwei Jahren möglich.

Gleichzeitig gerät auch Griechenland massiv unter Druck. Die Regierung in Athen müsse ihre „Hausaufgaben“ machen und die Außengrenzen besser sichern, forderte der deutsche Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). „Schon in den nächsten Wochen brauchen wir eine nachhaltige, spürbare und klare Reduzierung der Zahl der Flüchtlinge nach Europa und nach Deutschland.“

Nach Ansicht des Bundesinnenministers muss weiter eine gemeinsame, europäische Lösung angestrebt werden. „Falls Schengen in Gefahr gerät, sind alle Schengen-Mitgliedsstaaten betroffen, ökonomisch, politisch, und das wollen wir vermeiden.“

Griechenland fordert mehr Unterstützung

Griechenland ist für viele Flüchtlinge das Tor nach Europa. Hunderttausende sind in den vergangenen Monaten von der Türkei aus nach Griechenland übergesetzt und auf der sogenannten Balkan-Route weitergereist, vor allem nach Deutschland.

Griechenland ist nicht die Tür, sondern der erste Teil des Korridors nach Europa.

Griechenlands Migrationsminister Ioannis Mouzalas verwahrte sich gegen Schuldzuweisungen. Die Seegrenze zur Türkei könne nicht abgedichtet werden. „Was wollen Sie, dass wir tun?“, fragte er. „Nach internationalem Recht (...) ist die einzige Handlungsoption, (die Leute) zu retten.“ Außerdem erhalte sein Land nicht genug Unterstützung aus Europa, sagte Mouzalas. „Griechenland ist nicht die Tür, sondern der erste Teil des Korridors nach Europa.“

Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner erklärte es für einen „Mythos“, dass die Grenze nicht zu sichern sei. Sie plädierte für Konsequenzen: „Wenn es nicht gelingt, die europäischen Außengrenzen - sprich die türkisch-griechische Grenze - zu sichern, dann wird sich die Schengen-Außengrenze Richtung Mitteleuropa bewegen.“


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