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Globale Rüstungsverkäufe steigen trotz Lieferkettenproblemen weiter
International 3 Min. 05.12.2022
Rüstungsbranche

Globale Rüstungsverkäufe steigen trotz Lieferkettenproblemen weiter

Die Rüstungsindustrie - im Bild zu sehen sind M1A2 Abrams-Kampfpanzer der US-Armee - hat trotz der Pandemie Gewinne gemacht.
Rüstungsbranche

Globale Rüstungsverkäufe steigen trotz Lieferkettenproblemen weiter

Die Rüstungsindustrie - im Bild zu sehen sind M1A2 Abrams-Kampfpanzer der US-Armee - hat trotz der Pandemie Gewinne gemacht.
Foto: AFP
International 3 Min. 05.12.2022
Rüstungsbranche

Globale Rüstungsverkäufe steigen trotz Lieferkettenproblemen weiter

Die Rüstungsbranche hat 2021 trotz der Corona-Schwierigkeiten weiter zugelegt - wenn auch nicht so stark wie vor der Pandemie.

(dpa) – Die 100 größten Rüstungskonzerne der Erde haben im Jahr vor dem Ukraine-Krieg schwere Waffen und Militärdienstleistungen im Wert von fast 600 Milliarden Dollar verkauft. Trotz pandemiebedingter Störungen der Lieferketten mit Verzögerungen und Engpässen stiegen die weltweiten Rüstungsverkäufe im Jahr 2021 um währungsbereinigte 1,9 Prozent auf 592 Milliarden Dollar (rund 570 Mrd. Euro), wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri in einem am Montag veröffentlichten Bericht mitteilte. 


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Die erneute Zunahme war damit höher als im Vorjahr, lag allerdings unter dem durchschnittlichen Anstieg der vier Vor-Corona-Jahre. „Wir hätten für 2021 ohne die anhaltenden Lieferkettenprobleme ein noch größeres Wachstum der Waffenverkäufe erwartet“, bilanzierte die Sipri-Expertin Lucie Béraud-Sudreau. Größere wie kleinere Unternehmen hätten von Beeinträchtigungen während des Jahres berichtet, manche wie der Flugzeugbauer Airbus auch von Arbeitskräftemangel.

Die weltweiten Rüstungsverkäufe nehmen dem Bericht zufolge seit mindestens 2015 kontinuierlich zu - das ist das Jahr, in dem Sipri erstmals Konzerne aus China in seine jährlich veröffentlichte Auflistung aufnehmen konnte. Zwischen 2015 und 2021 sind die Verkaufszahlen der 100 größten Rüstungskonzerne währungsbereinigt um insgesamt 19 Prozent angestiegen, der Wert für 2021 ist dabei der höchste, den die Friedensforscher seit dem Aufbau der Datenbank vor rund 20 Jahren verzeichnet haben. Sipri rechnet dabei jeglichen Verkauf von schweren Waffen und militärischen Dienstleistungen an militärische Abnehmer im In- und Ausland ein.

Lieferprobleme bei den Russen

Die 40 gelisteten US-Unternehmen - darunter die Top fünf - kommen insgesamt auf einen Anteil von 51 Prozent aller Verkäufe unter den 100 führenden Konzernen. Auf Platz zwei folgt China mit einem kräftig auf 18 Prozent angestiegenen Anteil, mit weitem Abstand dahinter dann Großbritannien (6,8 Prozent) und Frankreich (4,9 Prozent). Deutschland kommt auf einen Anteil von 1,6 Prozent.

Mit einem minimalen Zuwachs um 0,4 Prozent lag Russland vor seinem Einmarsch in die Ukraine bei einem Anteil von 3,0 Prozent. Während Berichte darauf hindeuteten, dass russische Rüstungskonzerne die Waffenproduktion aufgrund des Ukraine-Krieges hochfahren, hätten sie Schwierigkeiten dabei gehabt, an Halbleiter zu kommen, schrieb Sipri. Sie seien außerdem von kriegsbedingten Sanktionen betroffen.

Wie sich der Ukraine-Krieg genau auf die globalen Zahlen auswirken wird, dürfte sich erst im nächsten Jahr zeigen. Doch bereits jetzt schrieben die Friedensforscher: „Russlands Invasion in die Ukraine im Februar 2022 hat die Lieferkettenherausforderungen für Rüstungsunternehmen erhöht, nicht zuletzt, weil Russland ein Großlieferant von Rohmaterial für die Waffenproduktion ist.“ Dazu zählen dem Bericht zufolge etwa Aluminium, Kupfer, Stahl und Titan.  

Zwei Trends in Europa

Dies könne letztlich auch die Bemühungen in den USA und in Europa zur Stärkung des Militärs sowie der Auffüllung der Lagerbestände erschweren, nachdem man dort Munition und andere Ausrüstung im Milliardenwert in die Ukraine geschickt habe. „Wenn die Unterbrechungen der Lieferketten anhalten, könnte es für einige der größten Waffenproduzenten mehrere Jahre dauern, die durch den Ukraine-Krieg geschaffene neue Nachfrage abzudecken“, erklärte Sipri-Forscher Diego Lopes da Silva.


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In Europa sieht Sipri zwei Trends: Während die Umsätze bei der militärischen Luftfahrt sanken, stiegen sie beim Schiffsbau. Die europäischen Rüstungsverkäufe nahmen so um 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 123 Milliarden Dollar zu, die der vier gelisteten deutschen Konzerne Rheinmetall, ThyssenKrupp, Hensoldt und Diehl insgesamt um 5,6 Prozent auf 9,3 Milliarden Dollar. Airbus ist nach einem Rückgang der Rüstungsverkäufe um 15 Prozent die Nummer 15 des Rankings.


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