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Gewalttätiger Einbruch bei Bernard Tapie löst Entsetzen aus
International 04.04.2021

Gewalttätiger Einbruch bei Bernard Tapie löst Entsetzen aus

 Bernard Tapie.

Gewalttätiger Einbruch bei Bernard Tapie löst Entsetzen aus

Bernard Tapie.
Foto: AFP
International 04.04.2021

Gewalttätiger Einbruch bei Bernard Tapie löst Entsetzen aus

In der Nacht zum Sonntag wurde der Geschäftsmann in seinem Haus überfallen.

(dpa) - Der französische Geschäftsmann und Ex-Politiker Bernard Tapie und seine Frau wurden in der Nacht zum Sonntag Opfer eines gewalttätigen Einbruchs in ihrem Wohnhaus in Combs-la-Ville (Seine-et-Marne).

Die Täter seien „mit extremer Gewalt“ vorgegangen, sagte der Bürgermeister von Combs-la-Ville, Guy Geoffroy. In dem Ort bei Paris wohnt der 78-jährige Tapie mit seiner Ehefrau Dominique. Das Ehepaar sei bei dem Vorfall in der Nacht zu Sonntag geschlagen, Tapies Frau an den Haaren gezogen worden. Es gehe den Beiden nun den Umständen entsprechend, sagte Geoffroy. Dominique Tapie sei zwischenzeitlich im Krankenhaus behandelt worden.

Polizisten sperren ein Gebiet in der Nähe des Hauses von Bernard Tapie und seiner Frau nach einem Einbruch.
Polizisten sperren ein Gebiet in der Nähe des Hauses von Bernard Tapie und seiner Frau nach einem Einbruch.
Foto: Stephane De Sakutin/AFP/dpa

Berichten nach sind vier vermummte und schwarz gekleidet Einbrecher kurz vor Mitternacht in das Haus eingedrungen. Das Paar sei gefesselt worden, schließlich habe Dominique Tapie einen Alarm auslösen können, hieß es unter Berufung auf die Staatsanwältin von Melun, Beatrice Angelelli. Die Einbrecher seien mit mehreren Wertsachen geflüchtet. Der Sender BFM TV berichtete, dass Tapie sich auf Anfrage nicht weiter habe äußern wollen. Er habe aber versichert, dass es ihm gut gehe.

Schillernder Geschäftsmann

Tapie ist in Frankreich eine schillernde Figur. Zuletzt machte er Schlagzeilen wegen eines Gerichtsprozesses wegen Veruntreuung öffentlicher Mittel. Der frühere Chef des Fußballclubs Olympique Marseille hatte sich beim Verkauf von Anteilen am deutschen Sportartikelhersteller Adidas Anfang der 1990er Jahre von der Staatsbank Crédit Lyonnais geprellt gesehen und geklagt. In einem Schiedsverfahren bekam Tapie 2008 mehr als 400 Millionen Euro Entschädigung zugesprochen. Tapie soll dabei seine politischen Beziehungen spielen lassen haben. Der Schiedsspruch wurde später aber von einem Zivilgericht aufgehoben.

Tapie hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Er war im Sommer 2019 von den Vorwürfen des Betrugs und der Veruntreuung staatlicher Gelder freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte dagegen Berufung eingelegt. Der Berufungsprozess soll im Mai beginnen - er war wegen des Gesundheitszustands von Tapie zuletzt verschoben worden. Der 78-Jährige leidet an einer Krebserkrankung.

Beide seien im Schlaf von vier Einbrechern überrascht worden. Sie wurden gefesselt und geschlagen, wie ein Ermittler bestätigte. Über die Beute ist nichts bekannt. Die Kriminalpolizei von Versailles ermittelt.

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