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Gericht lehnt Freilassung Assanges ab
International 2 Min. 06.01.2021 Aus unserem online-Archiv

Gericht lehnt Freilassung Assanges ab

Weltweit fordern Demonstranten die Freilassung des Wikileaks-Gründers.

Gericht lehnt Freilassung Assanges ab

Weltweit fordern Demonstranten die Freilassung des Wikileaks-Gründers.
Foto: AFP
International 2 Min. 06.01.2021 Aus unserem online-Archiv

Gericht lehnt Freilassung Assanges ab

Rückschlag für Julian Assange: Der 49-Jährige wird nicht freigelassen. Abgeschlossen ist das Verfahren aber damit noch nicht.

(dpa) - Wikileaks-Gründer Julian Assange bleibt in Großbritannien in Haft. Ein Gericht in London lehnte am Mittwoch den Antrag der Verteidigung ab, den 49-Jährigen gegen Kaution freizulassen. Am Montag hatte dieselbe Richterin einen Auslieferungsantrag der USA gegen Assange abgelehnt.

Vanessa Baraitser hatte ihre erste Entscheidung mit dem psychischen Gesundheitszustand Assanges und den Haftbedingungen begründet, die ihn in den USA erwarten würden. Es sei damit zu rechnen, dass er sich in Isolationshaft das Leben nehmen werde. Nun sagte sie, Assange könne im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh gut behandelt werden. Außerdem bestehe die Gefahr, dass Assange wie in der Vergangenheit versuche, zu fliehen.

Assange hatte sich fast sieben Jahre in der ecuadorianischen Botschaft in London einer Strafverfolgung entzogen. Gegen das Urteil kann noch Berufung eingelegt werden - ebenso wie gegen die neue Entscheidung.

Held oder Verräter

Die US-Justiz wirft Assange vor, gemeinsam mit der Whistleblowerin Chelsea Manning - damals Bradley Manning - geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan gestohlen und veröffentlicht zu haben. Er habe damit das Leben von US-Informanten in Gefahr gebracht. Seinen Unterstützern gilt er hingegen als investigativer Journalist, der Kriegsverbrechen ans Licht gebracht hat.


WILMINGTON, DE - DECEMBER 29: U.S. President-elect Joe Biden departs after delivering remarks on the ongoing coronavirus (COVID-19) pandemic at the Queen Theater on December 29, 2020 in Wilmington, Delaware. Biden will be inaugurated as the 46th president in a scaled-down ceremony due to the pandemic in Washington D.C. on January 20, 2021.   Mark Makela/Getty Images/AFP
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Die Journalisten-Organisation Reporter ohne Grenzen sieht keine großen Erfolgschancen mehr für die US-Justiz. „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass eine Berufung der USA Erfolg haben wird“, sagte die Londoner Vertreterin der Organisation, Rebecca Vincent, der Deutschen Presse-Agentur. „Ich sehe nicht, welche neuen Argumente die Anwälte vor Gericht einbringen könnten.“ Sie hofft, dass der gewählte US-Präsident Joe Biden nach seinem Amtsantritt die Strafverfolgung Assanges beilegen könnte. Biden soll am 20. Januar in den USA vereidigt werden und damit die Ära Donald Trumps beenden.


TOPSHOT - US President Donald Trump looks on during a rally in support of Republican incumbent senators Kelly Loeffler and David Perdue ahead of a Senate runoff in Dalton, Georgia on January 4, 2021. - President Donald Trump, still seeking ways to reverse his election defeat, and President-elect Joe Biden converge on Georgia on Monday for dueling rallies on the eve of runoff votes that will decide control of the US Senate. Trump, a day after the release of a bombshell recording in which he pressures Georgia officials to overturn his November 3 election loss in the southern state, is to hold a rally in the northwest city of Dalton in support of Republican incumbent senators Kelly Loeffler and David Perdue. (Photo by MANDEL NGAN / AFP)
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Der UN-Sonderberichterstatter für Folter, Nils Melzer, warnte vor einem Präzedenzfall, „der investigativen Journalisten den Schutz der Pressefreiheit verweigert und den Weg für ihre Strafverfolgung unter dem Vorwurf der Spionage ebnet“. Das Urteil vom Montag sei gefährlich. Es gehe nur noch um die Frage, ob Assange fit genug sei, um die Haftbedingungen in den USA zu erdulden, sagte Melzer einer Mitteilung zufolge. 

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