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Geplante Abschaltung des AKWs: Neue Pläne für Fessenheim
International 11.04.2016 Aus unserem online-Archiv

Geplante Abschaltung des AKWs: Neue Pläne für Fessenheim

Die Atomzentrale in Fessenheim wird nach einer Laufzeit von 40 Jahren 2018 vom Netz genommen.

Geplante Abschaltung des AKWs: Neue Pläne für Fessenheim

Die Atomzentrale in Fessenheim wird nach einer Laufzeit von 40 Jahren 2018 vom Netz genommen.
Foto: Reuters
International 11.04.2016 Aus unserem online-Archiv

Geplante Abschaltung des AKWs: Neue Pläne für Fessenheim

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Die Schließung des Atomkraftwerkes Fessenheim rückt näher. Frankreich und Deutschland wollen dort u. a. den US-Elektroauto-Hersteller Tesla ansiedeln.

(ml/dpa) - Das elsässische Atomkraftwerk Fessenheim, das wegen seiner zahlreichen Pannen in der Kritik steht, ist die älteste Nuklearanlage Frankreichs und liegt rund 240 Kilometer von Luxemburg entfernt. Atomkraftgegner fordern seit langem, dass die Reaktoren vom Netz genommen werden. Die Pariser Regierung will bis zum Sommer das entsprechende Dekret erlassen. Allerdings legte sich die französische Umweltministerin Ségolène Royal noch nicht fest, wann das Kraftwerk tatsächlich vom Netz gehen könnte.

Fest steht inzwischen jedoch, dass Frankreich und Deutschland bei der Umwandlung des Standortes Fessenheim zusammenarbeiten wollen. Statt das Kraftwerk an der deutschen Grenze nach der geplanten Schließung verkommen zu lassen, sind beide Länder fest dazu entschlossen, den Standort aufzuwerten. Derzeit liegen mehrere zukunftsfähige  Pläne vor.

Kein Schließungstermin für Cattenom

Royal will den US-Elektroauto-Hersteller Tesla davon überzeugen, sich in Fessenheim niederzulassen. In den kommenden Tagen finden bereits erste Gespräche mit den Verantwortlichen von Tesla statt. Darüber hinaus wird die Ansiedlung einer Fabrik, die hochmoderne Batterien herstellt, in Erwägung gezogen.

Außerdem wird darüber nachgedacht, ein Pilotprojekt für die Zerlegung von Atomreaktoren zu starten. Die französische Umweltministerin zeigte sich am Sonntag erfreut über die positiven Reaktionen aus Deutschland. Beide Seiten wollen nun eine gemeinsame Arbeitsgruppe bilden, um die Pläne voranzutreiben.

Die Schließung des französischen Atomkraftwerkes Cattenom lässt unterdessen weiter auf sich warten. Die Anlage wird - wenn überhaupt - frühestens in zehn Jahren stillgelegt. Luxemburg hat die französische Regierung darum gebeten, die Atomzentrale zu modernisieren. Eine Petition, die gerichtliche Schritte gegen das AKW Cattenom verlangt, hat inzwischen 8.550 Unterschriften gesammelt.

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