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Gegenwind für Macron: Zehntausende protestieren in Paris
International 23.09.2017

Gegenwind für Macron: Zehntausende protestieren in Paris

 Jean-Luc Melenchon gestures as he speaks on stage during a protest over the government's labour reforms place de la Republique in Paris on September 23, 2017. The third in a series of nationwide protests comes a day after French President signed his signature reforms into law using a fast-tracked procedure that avoided a lengthy parliamentary debate. / AFP PHOTO / GEOFFROY VAN DER HASSELT

Gegenwind für Macron: Zehntausende protestieren in Paris

Jean-Luc Melenchon gestures as he speaks on stage during a protest over the government's labour reforms place de la Republique in Paris on September 23, 2017. The third in a series of nationwide protests comes a day after French President signed his signature reforms into law using a fast-tracked procedure that avoided a lengthy parliamentary debate. / AFP PHOTO / GEOFFROY VAN DER HASSELT
AFP
International 23.09.2017

Gegenwind für Macron: Zehntausende protestieren in Paris

Staatschef Macron hat die Texte für die umstrittene Arbeitsmarktreform bereits unterschrieben - doch die Proteste auf der Straße gehen weiter. Der Linkspolitiker Mélenchon versammelt seine Anhänger in der Hauptstadt.

(dpa) - In Paris haben Zehntausende Menschen gegen die umstrittene Arbeitsmarktreform von Staatspräsident Emmanuel Macron protestiert. Das berichteten der Nachrichtensender BFMTV und andere französische Medien, die Polizei nahm zu Zahlen zunächst keine Stellung. Der Linksaußenpolitiker Jean-Luc Mélenchon, der zu der Demonstration aufgerufen hatte, sprach von einem Erfolg. „Die Schlacht ist nicht vorbei, sie beginnt“, rief er vor der Menschenmenge an der Place de la République im Osten der Hauptstadt.

Die Regierung veröffentlichte am Samstag die Verordnungen für die Reform und setzte sie damit in Kraft. Macron hatte die Texte am Freitag unterzeichnet. Erste Reform-Bausteine wie die Regelung zur Heimarbeit sind nach den Worten des Staatschefs sofort anwendbar, bei anderen könne dies noch bis zum Jahreswechsel dauern.

Bereits Großdemo am Donnerstag

Die Lockerung des Arbeitsrechts ist Macrons erste große Reform. Im Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit von rund zehn Prozent wird die Rolle von Branchen- und Betriebsvereinbarungen gestärkt, der Kündigungsschutz wird teilweise gelockert. Weltkonzerne können Kündigungen aussprechen, wenn sie Schwierigkeiten in Frankreich - und nicht in der gesamten Gruppe - haben. Entschädigungen für ungerechtfertigte Kündigungen werden begrenzt. Am Donnerstag hatten in ganz Frankreich bereits mindestens 132.000 Menschen gegen die Reform protestiert.

Mélenchon brachte ein gemeinsames Vorgehen mit den Gewerkschaften ins Spiel. Der Chef der Abgeordneten der Links-Partei La France Insoumise (Das ununterdrückte Frankreich) in der Nationalversammlung sprach in diesem Zusammenhang von „einer Million (Menschen) auf den Champs-Élysées.“ Die Verordnungen müssen zu einem späteren Termin noch vom Parlament gebilligt werden - in der Nationalversammlung hat Macrons Partei die Mehrheit.

Für diesen Montag haben die Gewerkschaften CGT und Force Ouvrière (FO) Lastwagenfahrer zu Aktionen aufgerufen. Die Regierung signalisierte bereits, dass sie nicht nachgeben will.


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