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"Gegen die Pest des Terrors": Erdogan kündigt nach Anschlägen in Istanbul Vergeltung an
International 2 Min. 11.12.2016 Aus unserem online-Archiv

"Gegen die Pest des Terrors": Erdogan kündigt nach Anschlägen in Istanbul Vergeltung an

Bei dem Anschlag gab es neben den Toten auch mehr als 150 Verletzte.

"Gegen die Pest des Terrors": Erdogan kündigt nach Anschlägen in Istanbul Vergeltung an

Bei dem Anschlag gab es neben den Toten auch mehr als 150 Verletzte.
Foto: AFP
International 2 Min. 11.12.2016 Aus unserem online-Archiv

"Gegen die Pest des Terrors": Erdogan kündigt nach Anschlägen in Istanbul Vergeltung an

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Die Zahl der Toten bei dem Doppelanschlag in Istanbul ist nach Angaben des türkischen Innenministers auf 38 gestiegen. Nach neuesten Angaben seien weit über 150 Menschen bei einem Autobombenanschlag und einem Selbstmordanschlag verletzt worden.

(dpa) - Nach dem tödlichen Doppelanschlag in der türkischen Metropole Istanbul hat Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan Vergeltung angekündigt. Das wichtigste sei jetzt der Kampf gegen die „Pest des Terrors“, sagte Erdogan am Sonntag nach einem Besuch bei Verletzten vor Journalisten in Istanbul. Er machte keine Angaben zu mutmaßlichen Tätern, sagte jedoch, dass diese einen „noch höheren Preis“ bezahlen müssten. Ministerpräsident Binali Yildirim bekräftigte in Istanbul, dass die Regierung die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK als Täter vermute. Diese bekannte sich jedoch zunächst nicht.

Die türkische Regierung hat allerdings auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für Attentate verantwortlich gemacht. Die türkische Armee und syrische Rebellen waren am Vortag nach heftigen Kämpfen in die syrische IS-Bastion Al-Bab vorgedrungen. Die Stadt unweit der Grenze zur Türkei ist die letzte IS-Hochburg in der nordsyrischen Provinz Aleppo.

38 Tote und mehr als 150 Verletzte

Bei zwei Anschlägen in der türkischen Metropole Istanbul sind mindestens 38 Menschen getötet und mehr als 150 verletzt worden. Unter den Toten seien 30 Polizisten, sagte Innenminister Süleyman Soylu. 13 Menschen seien festgenommen worden. Zunächst bekannte sich niemand zu den Anschlägen.

Die erste Bombe wurde nach Angaben Soylus am Samstagabend in der Nähe des Stadions des Fußballclubs Besiktas im gleichnamigen Viertel gezündet. Es habe sich um eine Autobombe gehandelt, die nach ersten Erkenntnissen gegen die Sondereinsatzpolizei gerichtet war. Ob das mit mindestens 300 Kilogramm Sprengstoff beladene Fahrzeug von einem Selbstmordattentäter gesteuert oder per Fernzünder in die Luft gejagt wurde, war zunächst nicht klar.

Nur 45 Sekunden nach dem ersten Anschlag sprengte sich nach Angaben Soylus ein Selbstmordattentäter im Macka Park neben dem Stadion in die Luft. Auch dieses Attentat sei gegen Polizisten gerichtet gewesen, die die Gegend wegen eines Spiels der Erstligisten Besiktas und Bursaspor abgesichert hatten.

Das Spiel war etwa eineinhalb Stunden vor der ersten Explosion zu Ende gegangen. Die Zuschauer hatten sich zu dem Zeitpunkt schon zerstreut, es waren jedoch noch viele Polizisten vor Ort. Das Match zwischen den verfeindeten Mannschaften galt als Risikospiel, bei dem die Polizei Auseinandersetzungen zwischen Fans verhindern sollte.

Erdogan erklärte, sein Land werde weiter gegen den Terror kämpfen. „Wann immer die Türkei einen positiven Schritt in Richtung Zukunft macht, ist die Antwort sofort Blut, Leben, Brutalität, Chaos mit den blutigen Händen von Terrororganisationen“, hieß es in der auf der Webseite des Präsidenten verbreiteten Erklärung.


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