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Gedenken an Weltkriegsende: Macron trifft Trump und Merkel
International 2 Min. 10.11.2018 Aus unserem online-Archiv

Gedenken an Weltkriegsende: Macron trifft Trump und Merkel

Französische Sicherheitskräfte stehen hinter historischen Geschützen bei der Waffenstillstands-Gedenkstätte bei Compiègne. Bundeskanzlerin Merkel und der französische Präsident Macron werden sich am Samstag in Compiègne, dem Ort der Unterzeichnung des Waffenstillstandes, treffen, um an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren zu erinnern.

Gedenken an Weltkriegsende: Macron trifft Trump und Merkel

Französische Sicherheitskräfte stehen hinter historischen Geschützen bei der Waffenstillstands-Gedenkstätte bei Compiègne. Bundeskanzlerin Merkel und der französische Präsident Macron werden sich am Samstag in Compiègne, dem Ort der Unterzeichnung des Waffenstillstandes, treffen, um an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren zu erinnern.
Foto: dpa
International 2 Min. 10.11.2018 Aus unserem online-Archiv

Gedenken an Weltkriegsende: Macron trifft Trump und Merkel

Der Erste Weltkrieg war ein traumatischer Einschnitt in der französischen Geschichte. Heute reichen sich die Gegner von damals die Hände. Doch der „Weltkriegs-Gipfel“ ist nicht ohne Spannungen.

(dpa) - Gemeinsam gedenken Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel am Samstagnachmittag dem Endes des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren. Sie fahren dazu zu einer Gedenkstätte in die Nähe der nordfranzösischen Stadt Compiègne, wo am 11. November 1918 auf einer Waldlichtung der Waffenstillstand in einem umgebauten Speisewagen unterschrieben worden war.

Am Vormittag um 11 Uhr wird Macron seinen US-Kollegen Donald Trump im Élyséepalast in Paris empfangen. Für Trump ist es die erste Auslandsreise nach den Kongresswahlen. Am Sonntag beginnt dann der „Weltkriegs-Gipfel“ in Paris.

60 Staats- und Regierungschefs erwartet

Rund 60 Staats- und Regierungschefs werden am Wochenende in der französischen Hauptstadt erwartet, unter ihnen der russische Präsident Wladimir Putin und der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan, aber auch der luxemburgische Premierminister Xavier Bettel. Höhepunkt wird am Sonntag eine große Gedenkfeier im Schatten des Pariser Triumphbogens sein. Am Nachmittag besucht die Kanzlerin ein Friedensforum, bei dem sie die Eröffnungsrede hält.


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Ungeachtet des Gedenkens an den Weltkrieg sei das Spitzentreffen in Paris spannungsgeladen, meinten Diplomaten. Zu Verstimmungen zwischen den USA auf der einen und Frankreich und Deutschland auf der anderen Seite kam es spätestens mit Trumps einseitigem Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran. Zudem entfachte Trump einen Handelskonflikt mit der EU und stieg aus dem Weltklimaabkommen aus.

Der Erste Weltkrieg gilt manchen Historikern als „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts. Fast 9 Millionen Soldaten und mehr als 6 Millionen Zivilisten starben. Die Kaiserreiche Österreich-Ungarn, Deutschland und Russland brachen ebenso zusammen wie das Osmanische Reich. Aus den Trümmern ging eine Vielzahl neuer Staaten, vor allem in Mitteleuropa und auf dem Balkan, hervor. Auch Machtzentren verschoben sich danach allmählich, etwa von Großbritannien zu den USA.

Trump angriffslustig

US-Präsident Donald Trump hat unmittelbar nach der Landung seiner Regierungsmaschine Air Force One in Paris eine Salve in Richtung seines Gastgebers Emmanuel Macron geschossen. Der französische Präsident habe dazu aufgefordert, eine eigene europäische Streitkraft zu bilden, die dann auch zum Schutz vor Ländern wie den USA, Russland oder China eingesetzt werden könne.

„Sehr kränkend“, schrieb Trump am Freitag auf Twitter. Er forderte die Europäer auf, stattdessen ihren Anteil für die Nato zu leisten. Diese werde von den USA in hohem Maße subventioniert, schrieb Trump.

Trump bezieht sich offenkundig auf eine Aussage Macrons vom vergangenen Dienstag. Macron hatte erklärt, Europa müsse sich gegen Russland militärisch wappnen und dazu eine eigene Armee aufstellen. Die Europäer dürften sich bei ihrer Sicherheit nicht nur auf die USA verlassen. Er glaube an ein souveränes und starkes Europa, sagte Macron am Dienstag im Radiosender Europe 1.


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