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Gedenken an Smolensk: Polen fordert Wrack zurück
International 4 2 Min. 10.04.2020

Gedenken an Smolensk: Polen fordert Wrack zurück

Russische Spezialisten arbeiten am Fundort des abgestürzten Flugzeuges der polnischen Regierung Tupolev Tu-154.

Gedenken an Smolensk: Polen fordert Wrack zurück

Russische Spezialisten arbeiten am Fundort des abgestürzten Flugzeuges der polnischen Regierung Tupolev Tu-154.
Sergei Chirikov/epa/dpa
International 4 2 Min. 10.04.2020

Gedenken an Smolensk: Polen fordert Wrack zurück

Vor zehn Jahren stürzte die polnische Regierungsmaschine in Russland ab. Alle 96 Insassen sterben, auch Präsident Lech Kaczynski. In das Gedenken in Polen mischt sich ein Streit mit Russland. Warschau verlangt von Moskau erneut die Herausgabe des Flugzeugwracks.

(dpa) - Mit einer Kranzniederlegung haben Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki und der Chef der Regierungspartei PiS, Jaroslaw Kaczynski, der Opfer der Flugzeug-Katastrophe von Smolensk gedacht. Bei dem Absturz am 10. April 2010 starb auch der damalige polnische Präsident Lech Kaczynski. Lech und Jaroslaw waren Zwillingsbrüder. Das Außenministerium in Warschau erneuerte zum Jahrestag seine Forderung an Moskau, das Flugzeugwrack an Polen auszuhändigen.

Die Feier am Mahnmal für die Opfer der Katastrophe am Pilsudski-Platz in Warschau fand wegen der Corona-Epidemie ohne Publikum statt. Zunächst hatte die polnische Regierung geplant, am 10. April mit einer Delegation ins russische Smolensk zu reisen. Doch die Reise wurde kurzfristig auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Als Grund nannten die Polen die schleppende Zusammenarbeit mit den russischen Behörden. Russland bezeichnete die polnische Seite als „undankbar“.


Verschwörungstheorien à gogo: Laut dem Propagandafilm "Smolensk" wurden u. a. der frühere polnische Präsident Lech Kaczynski und seine Frau Maria Opfer eines Anschlags.
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Bei dem Absturz der polnischen Regierungsmaschine beim Landeanflug in dichtem Nebel auf das russische Smolensk waren 96 Menschen ums Leben gekommen. Sie waren unterwegs zu einer Gedenkfeier für die Opfer der Massaker von Katyn. Dort hatten 1940 Angehörige des sowjetischen Geheimdienstes NKWD Tausende polnische Offiziere ermordet.

Unbelegbare Verschwörungstheorien zum Absturz

Ermittlungen zur Ursache der Flugzeugkatastrophe dauern an. Anhänger der PiS gehen bis heute von einem Mordanschlag auf Kaczynski aus. Bislang vorgelegte Untersuchungen des polnischen Innenministeriums und der russischen Ermittler sprechen von einem Pilotenfehler. Die Crew habe nicht auf eine frühe Warnungen reagiert und sei trotz schlechter Sichtverhältnisse weitergeflogen. „Der Pilot hätte die Entscheidung treffen müssen, einen anderen Flughafen anzusteuern. Das war aber nicht der Fall“, sagte Swetlana Petrenko vom Staatlichen Ermittlungskomitee in Russland der Agentur Interfax. Die Theorie von möglichen Sprengstoffspuren hätten Experten aus beiden Ländern mit zahlreichen forensischen Untersuchungen widerlegt, sagte sie weiter.

Polen forderte am 10. Jahrestag erneut die Herausgabe des Wracks. Eine entsprechende diplomatische Note habe man an Moskau gerichtet, teilte das Außenministerium in Warschau per Twitter mit. „Keine Norm des internationalen Rechts ist Grundlage dafür, dass Russland das Eigentum Polens weiter behält.“


FILE- In this file photo dated  Tuesday, April 13, 2010, showing unidentified Emergency ministry workers as they search through the wreckage of the Polish presidential plane is Smolensk, Russia, in which Polish President Kaczynski, his wife and some of the country's most prominent military and civilian leaders died. Russian Federal Investigative Committee said Tuesday, June 8, 2010, that four soldiers have been charged with stealing credit cards from the wreckage of the plane crash that killed Kaczynski and 95 others. (AP Photo/Mikhail Metzel, file)
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Bereits im Oktober 2018 hatte die Parlamentarische Versammlung des Europarats Russland aufgefordert, Polen das Wrack zurückzugeben. Laut dem Chicagoer Abkommen über die internationale Zivilluftfahrt müsse das Land, in dem sich das Unglück ereignet habe, die Überreste des Flugzeugs aushändigen, sobald die technischen Untersuchungen zur Unfallursache abgeschlossen seien. Russland hat aber bislang argumentiert, dass ein strafrechtliches Verfahren zu dem Absturz noch laufe. Die Fragmente des Wracks dienten als Beweisstück und könnten daher nicht herausgegeben werden.


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