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Gedenken an den D-Day in Portsmouth
International 13 3 Min. 05.06.2019

Gedenken an den D-Day in Portsmouth

Die britische Königin stach nicht nur wegen ihres pinken Outfits aus der Riege der Staats- und Regierungschefs hervor.

Gedenken an den D-Day in Portsmouth

Die britische Königin stach nicht nur wegen ihres pinken Outfits aus der Riege der Staats- und Regierungschefs hervor.
Bild: AFP/Chris Jackson
International 13 3 Min. 05.06.2019

Gedenken an den D-Day in Portsmouth

Zum Gedenken an die Landung der Alliierten in der Normandie sind einige der mächtigsten Politiker versammelt: US-Präsident Trump, Premierministerin May, Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Macron. Doch die größte Autorität scheint an diesem Tag die 93 Jahre alte Queen zu haben.

(dpa) - Mit einer feierlichen Zeremonie haben am Mittwoch die Staats- und Regierungschefs der westlichen Alliierten und Deutschlands der Landung in der Normandie im Zweiten Weltkrieg gedacht.

An der Gedenkveranstaltung in der südenglischen Hafenstadt Portsmouth nahmen unter anderen die britische Königin Elizabeth II., Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Donald Trump teil. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, die britische Premierministerin Theresa May und Thronfolger Prinz Charles waren unter den Teilnehmern, ebenso wie Luxemburgs Regierungschef Xavier Bettel.

Die Regierung in London hatte das „größte britische Militärspektakel der jüngeren Geschichte“ angekündigt. Beteiligt waren zahlreiche Soldaten, Kriegsschiffe und Militärflugzeuge. Unter den Ehrengästen waren auch etwa 300 Veteranen. Als einige von ihnen die Bühne betraten, brandete Beifall auf. Selbst die Queen erhob sich von ihrem Platz.

Zu der Veranstaltung gehörten auch Musik- und Tanzeinlagen. Mehrere Tagebucheinträge von Zeitzeugen wurden verlesen, unter anderem von der britischen Regierungschefin May, Kanadas Premier Trudeau und Frankreichs Präsident Macron. US-Präsident Trump sprach ein Gebet. Danach hielt die Queen eine Ansprache. Die 93 Jahre alte Monarchin hat anders als die meisten Teilnehmer eigene Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg.

Das Schicksal der Welt hing von ihrem Erfolg ab

Ihr Vater, König George VI., habe damals einen neuen Geist und eine unbezwingbare Entschlossenheit gefordert. „Genau das haben viele mutige Männer in die Schlacht mitgebracht, da das Schicksal der Welt von ihrem Erfolg abhing“, betonte die Königin. Viele junge Leute seien aber nie von dort zurückgekehrt.

Auch auf ihr Alter spielte die 93-Jährige bei der Zeremonie an: „Als ich an der Gedenkfeier zum 60. Jahrestag der Landung des D-Days teilnahm, dachten einige, es könnte das letzte derartige Ereignis sein. Aber die Kriegsgeneration, meine Generation, ist widerstandsfähig - und ich freue mich, heute mit Ihnen in Portsmouth zusammen zu sein.“

Während dieser Zeit machte Elizabeth eine Ausbildung zur Lastwagenfahrerin und -Mechanikerin in der Armee. Schon damals strotzte sie vor Pflichtbewusstsein. Einen kurzen Moment der Ausgelassenheit erlaubte sie sich, als Deutschland kapitulierte: Die Menschen tanzten auf den Straßen Londons, Elizabeth mischte sich unerkannt unter die Feiernden. „Wir wurden von einer Welle der Freude und Erleichterung getragen“, erinnerte sie sich einmal.

Die deutsche Regierungschefin Angela Merkel bezeichnete ihre eigene Teilnahme an dem Gedenken als „Geschenk der Geschichte“. Die Landung der Alliierten in der Normandie habe Deutschland letztendlich die Befreiung vom Nationalsozialismus gebracht und die Grundlage für die Nachkriegsordnung gelegt. „Dass ich als deutsche Bundeskanzlerin heute dabei sein kann, und dass wir heute gemeinsam für den Frieden und die Freiheit eintreten, das ist ein Geschenk der Geschichte, das es zu schützen und zu pflegen gilt“, sagte Merkel vor Journalisten.

Zum Abschluss der Zeremonie in Portsmouth sollten mehrere historische und moderne Militärflugzeuge über das Hafenareal fliegen, dazu sollten von einem Kriegsschiff Salutschüsse abgefeuert werden.

Für Trump war es der dritte und letzte Tag seines Staatsbesuchs in Großbritannien. Er und First Lady Melania waren am Montag feierlich im Buckingham-Palast empfangen worden. Am Dienstag traf Trump mit der scheidenden Regierungschefin May zusammen.


Britain's Queen Elizabeth II (L) and US President Donald Trump (R) talk in the royal box during an event to commemorate the 75th anniversary of the D-Day landings, in Portsmouth, southern England, on June 5, 2019. - US President Donald Trump, Queen Elizabeth II and 300 veterans are to gather on the south coast of England on Wednesday for a poignant ceremony marking the 75th anniversary of D-Day. Other world leaders will join them in Portsmouth for Britain's national event to commemorate the Allied invasion of the Normandy beaches in France -- one of the turning points of World War II. (Photo by Chris Jackson / POOL / AFP)
So lief Donald Trumps Großbritannien-Besuch
Der US-Präsident beendet am Mittwoch seinen Besuch auf der britischen Insel. Zum Abschluss nimmt er an einer Militärparade in Portsmouth teil - und lobt Harry und Meghan über den grünen Klee. Alle Infos im Newsticker.

Am 6. Juni 1944 waren alliierte Truppen im Zweiten Weltkrieg in Frankreich gelandet, das von der deutschen Wehrmacht besetzt war. Von Portsmouth aus hatte sich ein Großteil der Streitkräfte auf den Weg über den Ärmelkanal Richtung Normandie gemacht. Die größte Landungsoperation der Militärgeschichte hatte entscheidende Bedeutung für den weiteren Verlauf des Zweiten Weltkrieges.

Der sogenannte D-Day markiert den Auftakt der Befreiung Europas vom nationalsozialistischen Deutschland von Westen her und den Beginn des Siegeszugs einer demokratischen Bewegung in aller Welt. Er steht aber auch für ein unmenschliches Blutvergießen, Zehntausende Tote und Verwundete.

Am eigentlichen Jahrestag des D-Days, am Donnerstag (6. Juni), ist an der französischen Küste eine große Gedenkveranstaltung geplant. Auch daran nimmt Trump teil. Zwischendurch übernachtet er in Irland und trifft sich dort auch mit Premierminister Leo Varadkar.



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