Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Gastgeber Frankreich verspricht ehrgeizigen Kompromiss
International 2 Min. 11.12.2015 Aus unserem online-Archiv
Valls: Nie wieder eine so günstige Gelegenheit

Gastgeber Frankreich verspricht ehrgeizigen Kompromiss

Manuel Valls appelliert an die Gipfelteilnehmer, Abstriche zu machen.
Valls: Nie wieder eine so günstige Gelegenheit

Gastgeber Frankreich verspricht ehrgeizigen Kompromiss

Manuel Valls appelliert an die Gipfelteilnehmer, Abstriche zu machen.
Foto: AFP
International 2 Min. 11.12.2015 Aus unserem online-Archiv
Valls: Nie wieder eine so günstige Gelegenheit

Gastgeber Frankreich verspricht ehrgeizigen Kompromiss

Die Uhr tickt. Übernächtigte Verhandler suchen den großen Klima-Kompromiss. Nun blicken alle auf die Gastgeber Frankreich.

(dpa) - Vor dem Finale der Pariser Klimakonferenz dringen die europäischen Länder mit Nachdruck auf ehrgeizige Klimaschutzziele. Konferenzleiter Laurent Fabius warnte die Teilnehmer davor, zu hoch zu pokern: „Wenn jeder auf seinen 100 Prozent besteht, dann gehen alle mit null Prozent nach Hause.“

Wegen anhaltender Differenzen hatte Gastgeber Frankreich die Konferenz zuvor um einen Tag verlängert. Nun ist für Samstag eine endgültige Version des Vertrages angekündigt, der die von Treibhausgasen verursachte Erderwärmung bremsen soll. In fieberhaften Gesprächen im kleinen Kreis suchten Minister und Unterhändler nach Kompromissen bei den heftig umstrittenen Kernpunkten.

Auch Staatschefs schalteten sich ein: US-Präsident Barack Obama telefonierte sowohl mit Frankreichs Staatschef François Hollande als auch mit dem chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping. Die beiden größten CO2-Verschmutzer Amerika und China bekräftigten dabei nach Angaben des Weißen Hauses, gemeinsam auf ein ehrgeiziges Klimaabkommen hinarbeiten zu wollen.

Als vielversprechendes Omen werteten Umweltschützer, dass Brasilien sich der informellen Allianz für einen ehrgeizigen Klimavertrag anschloss, der die USA, Deutschland und rund 100 weitere Staaten angehören. „Dieser Schritt Brasiliens könnte die gesamte Dynamik in den letzten Stunden dieser Konferenz ändern“, meinte Martin Kaiser von Greenpeace. Christoph Bals von Germanwatch sah ein Anzeichen, dass sich Schwellen- und Industrieländer aufeinanderzubewegen. „Es zeichnet sich ab, dass Brasilien, Südafrika und Mexiko eine wichtige Brückenrolle für das Abkommen spielen können.“

Freiwillig oder verpflichtend?

Aufstrebende Schwellenländer wollen vermeiden, künftig für finanzielle Hilfen im Kampf für den Klimaschutz zur Kasse gebeten zu werden. Indien sieht die alle fünf Jahre geplanten Nachbesserungen der nationalen Klimaschutzziele mit Skepsis. Generell gibt es heftige Differenzen rund um das Thema Finanzhilfen für Entwicklungsländer. „Die entwickelten Länder wehren sich etwas gegen die Pflicht, Geld an die Entwicklungsländer zu zahlen“, sagte der Umweltminister von Guatemala, Andreas Cord Lehnhoff Temme. Ein Knackpunkt sei die Frage, ob die Hilfen freiwillig oder verpflichtend werden sollten.

Offen war bis zum Freitagabend weiterhin, wie das Ziel, die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad zu begrenzen, erreicht werden soll. Mit den bisher vorgelegten nationalen Klimaschutzplänen würde die Temperatur auf der Erde um etwa 2,7 Grad steigen.

Klimaschützer versuchten mit symbolträchtigen Aktionen, weiter Druck auf die Verhandler auszuüben. Greenpeace- Aktivisten malten eine riesige Sonne mit Strahlen auf die Straßen um den Pariser Triumphbogen. Sie forderten, die Umstellung auf 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien bis 2050 im Vertrag zu verankern.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Die französischen Gastgeber haben den Vertragsentwurf zum Weltklima am Samstagvormittag vorgelegt. Am Nachmittag soll das Abkommen endgültig verabschiedet werden.
Gegen 11.30 Uhr soll der fertige Vertragstext vorgelegt werden.
COP21&Co: endlos und zermürbend
UN-Konferenzen sind endlos und zermürbend. Aber das muss so sein. Warum ziehen sich Klimakonferenzen immer endlos hin, warum sind sie so nervtötend und ineffizient in Überlänge? Ganz einfach ...
"Barack Obama,  Xi Jinping und François Hollande": gezeichnet vom zweiwöchigen Klimamarathon.
Carole Dieschbourg auf "Spiegel online"
Ein langes Portrait widmet "Spiegel Online" der Luxemburger Umweltministerin Carole Dieschbourg. Auf dem Pariser Klimagipfel habe sich die junge Politikerin die Sporen verdient, urteilt das Magazin.
Porträt von Carole Dieschbourg auf "Spiegel Online".
Bremsmanöver bei der COP21
Die Minister sind da, die Verhandlungen gehen richtig los. Von wegen: Es herrscht die große Entschleunigung: Weil traditionell ein paar Länder blockieren, stecken alle anderen fest. Das liegt an den Interessen der Staaten.
Viel Verhandlungsgeschick verlangt: Der französische Außenminister Laurent Fabius leitet die COP21.
Klimagipfel startet mit hohen Erwartungen
Nicht einmal zwei Wochen sollen die Wende bringen. Beim Klimagipfel in Paris suchen 195 Länder einen Weg, um die Erderwärmung zu stoppen. Zum Auftakt legten sich die versammelten Spitzenpolitiker rhetorisch ins Zeug.
Der Klimaschutz könnte zu einer der größten Herausforderungen an die Menschheit werden.
UN-Gipfel in Paris beginnt
Begleitet von strengen Sicherheitsvorkehrungen hat am Montag in Paris der UN-Klimagipfel begonnen. Die Teilnehmer sollen bis zum 11. Dezember einen verbindlichen Weltklimavertrag unterzeichnen.