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Fulminanter Erfolg Bidens bei US-Vorwahlen
International 4 4 Min. 04.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Fulminanter Erfolg Bidens bei US-Vorwahlen

Joe Biden (links) und Bernie Sanders gelten als die beiden Favoriten bei den Demokraten.

Fulminanter Erfolg Bidens bei US-Vorwahlen

Joe Biden (links) und Bernie Sanders gelten als die beiden Favoriten bei den Demokraten.
Photos: AFP
International 4 4 Min. 04.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Fulminanter Erfolg Bidens bei US-Vorwahlen

Michael MERTEN
Michael MERTEN
Joe Bidens Kandidatur war fast schon totgesagt. Nun verbucht der Ex-Vizepräsident spektakuläre Erfolge beim „Super Tuesday“. Entschieden ist das Rennen trotzdem noch lange nicht.

 (dpa) - Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten ist dem früheren US-Vizepräsident Joe Biden bei den Vorwahlen am „Super Tuesday“ ein fulminantes Comeback gelungen. Nach Prognosen von TV-Sendern konnte der moderate Kandidat 9 der 14 Bundesstaaten gewinnen, in denen am Dienstag abgestimmt wurde. Dazu zählt der zweitwichtigste Bundesstaat Texas, wo ihn die Sender NBC, ABC und Fox News am Mittwochmorgen (Ortszeit) als Sieger sahen. Noch vor kurzem war Biden beinahe schon abgeschrieben worden.   

Joe Biden am Dienstag bei einer Wahlkundgebung in Los Angeles.
Joe Biden am Dienstag bei einer Wahlkundgebung in Los Angeles.
Foto: AFP

Bei der wichtigsten Vorwahl im Bundesstaat Kalifornien lag nach Berechnungen der TV-Sender allerdings der linke Senator Bernie Sanders vorne. Sein Wahlkampfteam erklärte ihn in einer E-Mail zum Gewinner. Auch Fox News prognostizierte dort einen Sieg Sanders'. Andere US-Sender wie etwa CNN zögerten unter Verweis auf die erst wenigen ausgezählten Stimmen aber, den selbst ernannten „demokratischen Sozialisten“ zum Sieger in Kalifornien zu erklären.   

Bernie Sanders hat gute Aussichten auf einen Sieg in Kalifornien.
Bernie Sanders hat gute Aussichten auf einen Sieg in Kalifornien.
Foto: AFP

Auch nach dem „Super Tuesday“ ist im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten weiterhin alles offen. Biden (77) gewann nach Prognosen von TV-Sendern neben Texas in den Bundesstaaten Alabama, Arkansas, Massachusetts, Minnesota, North Carolina, Oklahoma, Tennessee und Virginia. Sanders (78) sagten Fernsehsender Siege in seinem Heimat-Bundesstaat Vermont, in Colorado, in Utah und womöglich in Kalifornien voraus.   

Für den Bundesstaat Maine lagen in der Nacht zu Mittwoch zunächst keine Prognosen über einen Sieger vor. Dort lag Biden inoffiziellen Ergebnissen zufolge sehr knapp vor Sanders.

Alleine in Kalifornien werden 415 Delegiertenstimmen vergeben - von 1344, die bei den Vorwahlen am „Super Tuesday“ in insgesamt 14 Bundesstaaten zu holen sind. In Texas sind es 228 Delegiertenstimmen. Nicht alle Delegiertenstimmen gehen an den Sieger in den jeweiligen Bundesstaaten: Sie werden in der Regel unter Kandidaten verteilt, die mehr als 15 Prozent der Stimmen gewinnen konnten.    


Supporters left signs as they were compelled to leave after protestors took over the stage forcing Democratic presidential hopeful Minnesota Senator Amy Klobuchar to cancel her rally before it even started on March 1, 2020 in St. Louis Park, west of Minneapolis, Minnesota. - Hundreds of Klobuchar supporters witnessed a group of Black Lives Matter protesters demanding her to drop out of the race after her misshandling of Myon Burrell's case in 2002 when she was County Attorney. (Photo by Kerem Yucel / AFP)
USA im Super-Dienstag-Fieber
Am Dienstag finden in 14 US-Bundesstaaten Vorwahlen statt. Bei den Demokraten geht Bernie Sanders als Favorit ins Rennen, während Joe Biden versucht, seinen Sieg in South Carolina zu vergolden.

Für die Nominierung als Präsidentschaftskandidat beim Parteitag der Demokraten in Milwaukee (Wisconsin) benötigt ein Bewerber eine Mehrheit von 1991 regulären Delegiertenstimmen - mehr als Drittel davon war bei den Vorwahlen am Dienstag zu holen. Der „Super Tuesday“ war daher der wichtigste Tag im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten auf der Suche nach einem Herausforderer für Amtsinhaber Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl im November.

Keine großen Erfolge konnte am „Super Tuesday“ der frühere Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, verbuchen. Er war spät ins Rennen um die Präsidentschaftskandidatur eingestiegen und stand am Dienstag erstmals auf den Wahlzetteln. Nach den zunächst vorliegenden Prognosen konnte der Multimilliardär trotz einer gigantischen Werbeoffensive keinen einzigen Bundesstaat gewinnen.     

Bloomberg siegte Prognosen zufolge lediglich im US-Außengebiet Amerikanisch-Samoa. Der 78-Jährige lag in mehreren Bundesstaaten allerdings oberhalb der Schwelle von 15 Prozent der Stimmen. Damit - und mit einem Erfolg in Amerikanisch-Samoa - kann er sich einzelne Delegiertenstimmen sichern. Trump spottete auf Twitter, „Mini Mike“ Bloomberg sei der „größte Verlierer“ des Abends. Er habe Hunderte Millionen Dollar verschwendet und nichts als die „komplette Zerstörung seines Rufes“ erreicht.  

Eine herbe Niederlage musste die Senatorin Elizabeth Warren (70) einstecken: Sie kam in ihrem Heimat-Bundesstaat Massachusetts nach Prognosen nur auf Platz drei. Die fünfte Bewerberin um das Präsidentschaftsrennen der Demokraten - die Kongressabgeordnete Tulsi Gabbard (38) - spielte am „Super Tuesday“ keine Rolle.

Biden kann auf starken Rückhalt bei schwarzen Wählern bauen und konnte am Dienstag teils fulminante Erfolge in südlichen Bundesstaaten einfahren. So lag er etwa in Alabama nach vorläufigen Ergebnissen der Wahlkommission des Bundesstaats bei mehr als 63 Prozent der Stimmen, Sanders kam dort auf knapp 17 Prozent. In Virginia lag Biden nach vorläufigen Ergebnissen der dortigen Wahlkommission rund 30 Prozentpunkte vor Sanders.     

 Vor dem „Super Tuesday“ hatte Sanders bei den Demokraten nach vier Vorwahlen in Führung gelegen. Auch in nationalen Umfragen stand er an der Spitze. Zuletzt hatte am Samstag allerdings Biden im südlichen Bundesstaat South Carolina deutlich gewonnen. Am Abend vor dem „Super Tuesday“ hatte Biden zudem einen kräftigen Schub bekommen: Die ausgeschiedenen demokratischen Präsidentschaftsbewerber Pete Buttigieg, Amy Klobuchar und Beto O'Rourke riefen ihre Anhänger dazu auf, seine Kandidatur zu unterstützen.

Biden zeigte sich am Dienstagabend vor Anhängern siegessicher. „Erst vor wenigen Tagen haben die Presse und die Experten diesen Wahlkampf für tot erklärt“, sagte er in Los Angeles. „Wir sind sehr lebendig!“ Biden fügte hinzu: „Wir sind besser als dieser Präsident. Also steht wieder auf und holt Euch das Land zurück.“    

"Heute Abend ..."

 Auch Sanders gab sich zuversichtlich, das Rennen um die Nominierung der Demokraten gewinnen zu können. „Heute Abend sage ich euch mit absoluter Zuversicht, dass wir die demokratische Nominierung gewinnen werden und wir den gefährlichsten Präsidenten in der Geschichte dieses Landes schlagen werden“, sagte Sanders in Vermont. Präsident Trump hat innerhalb seiner Partei keine ernstzunehmende Konkurrenz. 

Die Republikaner haben daher in mehreren Bundesstaaten ihre Vorwahlen abgesagt. Am Dienstag hielten sie aber auch in 13 der 14 „Super Tuesday“-Staaten Vorwahlen ab. Trump erklärte sich in allen diesen Bundesstaaten zum Sieger. Die Vorwahlen ziehen sich insgesamt noch bis Juni hin, bevor die Nominierungsparteitage der Parteien anstehen. Die Republikaner werden im August formell Trump zu ihrem Präsidentschaftskandidaten küren.    

In diesen Staaten wurde am Dienstag der Präsidentschaftskandidat der Demokraten gewählt.
In diesen Staaten wurde am Dienstag der Präsidentschaftskandidat der Demokraten gewählt.
Source: AFP


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Am "Super Tuesday" fanden Vorwahlen in diesen 14 Bundesstaaten statt: Alabama, Arkansas, Colorado, Kalifornien, Maine, Massachusetts, Minnesota, North Carolina, Oklahoma, Tennessee, Texas, Utah, Vermont, Virginia und im US-Außengebiet Samoa. Die letzten Wahllokale schlossen an der Westküste in Kalifornien am frühen Mittwochmorgen um 5.00 Uhr MEZ. (mer/tj/dpa)

Die Ergebnisse der Vorwahlen:



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