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Für Frauen und gegen Missbrauch: Bischofssynode endet im Vatikan
International 2 Min. 28.10.2018

Für Frauen und gegen Missbrauch: Bischofssynode endet im Vatikan

„Im Moment klagt man uns sehr heftig an“, sagt Papst Franziskus.

Für Frauen und gegen Missbrauch: Bischofssynode endet im Vatikan

„Im Moment klagt man uns sehr heftig an“, sagt Papst Franziskus.
Foto: AFP
International 2 Min. 28.10.2018

Für Frauen und gegen Missbrauch: Bischofssynode endet im Vatikan

Die Bischöfe der Welt brüten drei Wochen über heiklen Themen wie Missbrauch oder Homosexualität in der katholischen Kirche. Bei der Synode im Vatikan gibt es kleine Schritte in Richtung Zukunft. Aber vor allem bei einem Thema gab es starken Widerspruch.

(dpa) - Frauen sollen mehr in der katholischen Kirche zu sagen haben, Missbrauch muss an der Wurzel bekämpft werden: Bei der Bischofssynode im Vatikan sind bei einigen heiklen Themen Fortschritte beschlossen worden. Im Abschlussdokument des drei Wochen langen Treffens wurde allerdings die Spaltung der Kirche bei der Frage nach dem Umgang mit Homosexuellen deutlich. In dem Dokument, das die Bischöfe am Samstag verabschiedeten, fehlt zudem ein klares Schuldeingeständnis für jahrzehntelange Vertuschung von Missbrauch durch katholische Geistliche.

Sexskandale in Ländern wie Chile, den USA aber auch Deutschland haben die Kirche stark in Bedrängnis gebracht. In seinen Abschlussworten kritisierte Papst Franziskus eine Art „Verfolgung“ der Kirche. „Im Moment klagt man uns sehr heftig an“, sagte der Pontifex, allerdings ohne das Thema Missbrauch zu nennen. Die Kirche werde kontinuierlich angeprangert, um sie zu „beschmutzen“. „Doch die Kirche darf nicht beschmutzt werden, wir Kinder sind schmutzig, aber die Mutter nicht.“ Deshalb müsse sie vor dem Teufel verteidigt werden.


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Franziskus wurde von einem konservativen Kritiker, Erzbischof Carlo Maria Viganò, beschuldigt, selbst Missbrauch zu vertuschen. Seitdem tobt ein Richtungsstreit in der Kirche zwischen konservativen Franziskus-Gegnern und „Modernisierern“.

Thema Jugend

Bei dem Weltbischofstreffen ging es um das Thema Jugend. Rund 270 Bischöfe kamen dazu nach Rom. Für die deutschen Teilnehmer war das Thema Missbrauch und Frauen in der Kirche eines der drängendsten. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, zeigte sich zufrieden mit dem Dokument - auch wenn aus Deutschland teils klarere Stellungnahmen erwünscht waren.


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In dem Abschlussdokument sprechen sich die Geistlichen dafür aus, mit „rigorosen Mitteln“ sexuellem Missbrauch durch Geistliche vorzubeugen. Keine Reue könne für die lebenslangen Leiden der Opfer ein Gegenmittel sein. Obwohl Sex-Skandale die Kirche in mehreren Ländern erschüttert haben, stimmten 30 Teilnehmer gegen den Paragrafen mit dem Titel „Wahrheit suchen und um Vergebung bitten“ (208 dafür).

Am umstrittensten war aber die Passage über Homosexualität. „Gott liebt alle Menschen und so macht es die Kirche“, heißt es darin. Niemand dürfe wegen seiner Sexualität diskriminiert werden. Homosexuelle müssten in ihrem Glauben begleitet werden. Das fand 65 Gegenstimmen (178 stimmten zu).

Zum Thema Frauen in der Kirche heißt es, Frauen sollten auch auf Führungsebene mehr mitwirken - die Rede ist dabei allerdings nicht davon, Frauen den Weg für das Priesteramt zu öffnen. Die „Abwesenheit der weiblichen Stimme lässt die Debatte und den Weg der Kirche verarmen“, heißt es in dem Dokument. Auch hier gab es Dutzende Gegenstimmen.


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