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Für den US-Geheimdienst: Yahoo durchforstete hunderte Millionen E-Mails
International 05.10.2016

Für den US-Geheimdienst: Yahoo durchforstete hunderte Millionen E-Mails

Noch ist unklar, wonach gesucht wurde.

Für den US-Geheimdienst: Yahoo durchforstete hunderte Millionen E-Mails

Noch ist unklar, wonach gesucht wurde.
Foto: AFP
International 05.10.2016

Für den US-Geheimdienst: Yahoo durchforstete hunderte Millionen E-Mails

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Es wäre der heftigste Überwachungsfall, der seit den Enthüllungen von Edward Snowden bekannt wurde. Nach Medieninformationen scannte Yahoo eingehende E-Mails Hunderter Millionen Nutzer im Auftrag einer US-Behörde.

(dpa) - Der Internet-Konzern Yahoo hat nach Medieninformationen im vergangenen Jahr heimlich die E-Mails Hunderter Millionen Nutzer auf Anfrage einer US-Behörde durchforstet. Es sei unklar, wonach genau gesucht worden sei - und ob dabei Informationen an die Regierung gegangen seien, schrieb die «Washington Post» in der Nacht zum Mittwoch unter Berufung auf einen früheren Mitarbeiter. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters darüber berichtet.

Die bei Yahoo eingehenden E-Mails seien seit April gescannt worden, berichtete die Zeitung. Es sei unbekannt geblieben, von welcher Behörde aus dem Geheimdienst-Apparat die Aufforderung gekommen sei. Yahoo erklärte in einer Reaktion zunächst lediglich, man halte sich an Gesetze der USA.

In einer weiteren Stellungnahme bei der Website «Ars Technica» hieß es, die Darstellung sei «irreführend». Ein solches Durchforsten von E-Mail gebe es im Yahoo-System nicht - diese Formulierung bezog sich zugleich auf die heutige Zeit, machte aber keine Angaben zur Vergangenheit.

Bestätigung für systematisches Durchleuchten

Die jüngsten Berichte wären die erste Bestätigung aus der Branche für ein flächendeckendes Durchleuchten von Informationen in Echtzeit - auch wenn dies nicht von einem Geheimdienst, sondern vom Unternehmen selbst ausgeführt worden sei.

Der damalige Yahoo-Sicherheitschef Alex Stamos und mindestens ein weiterer Manager hätten das Unternehmen verlassen, weil sie mit dem Einlenken ohne Gegenwehr nicht einverstanden gewesen seien, schrieb die «Washington Post». Stamos arbeitet jetzt bei Facebook.

Er baute dort die Verschlüsselung deutlich aus. So können seit Mittwoch alle Nutzer des Kurzmitteilungsdienstes Messenger verschlüsselte Unterhaltungen führen. Der Facebook Messenger hat rund eine Milliarde Nutzer.


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