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Fünf Jahre Franziskus - fünf Jahre Wirbel in der Kirche
Papst Franziskus steht seit genau fünf Jahren der katholischen Kirche vor.

Fünf Jahre Franziskus - fünf Jahre Wirbel in der Kirche

AFP
Papst Franziskus steht seit genau fünf Jahren der katholischen Kirche vor.
International 1 6 Min. 13.03.2018

Fünf Jahre Franziskus - fünf Jahre Wirbel in der Kirche

Als der Argentinier Jorge Mario Bergoglio 2013 zum Papst gewählt wurde, war rasch klar, dass im Vatikan eine neue Zeit anbricht. Die innerkirchliche Revolution, die mit Franziskus begann, ist noch lange nicht vollendet.

(KNA) Papst Franziskus aus Buenos Aires, Geburtsname Jorge Mario Bergoglio, feiert am 13. März den fünften Jahrestag seiner Papstwahl. Was hat der Papst in den ersten fünf Jahren seines Pontifikats bewegt? 

Der Jesuit Jorge Mario Bergoglio galt in Argentinien als strammer Karrierist, autoritär und arrogant. Er wurde mit 37 Jahren zum Provinzial gewählt und leitete dort sechs Jahre den einflussreichsten Männerorden des Landes. Auch seine Rolle in der Militärdiktatur der 1970er Jahre sei noch immer nicht restlos geklärt. Doch mit Anfang 50 habe Bergoglio innegehalten.


Pope Francis leads the celebration of the Sacrament of Penance, on March 9, 2018 at St Peter's basilica in Vatican. / AFP PHOTO / Andreas SOLARO
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Er zog sich nach Boppard am Rhein zurück, um seinen Weg zu überdenken. Zurück in Argentinien wurde er zum Weihbischof, später zum Erzbischof von Buenos Aires ernannt. Eine weitere Karriere schien nicht vorgezeichnet. Doch es kam bekanntlich anders. Als Papst begeistere Franziskus die Gläubigen.

Bilanz

Doch nach fünf Jahren Pontifikat beginne der Zauber des Anfangs zu schwinden. Die Stimmen der Kritiker werden lauter. Ob beim Kampf gegen den sexuellen Missbrauch, beim Thema Homosexualität oder beim Thema Kommunionempfang für wiederverheiratete Geschiedene - immer öfter verweigern Bischöfe die Gefolgschaft.

Ein Papst zum Anfassen: Franziskus nimmt eine Pizza mit seinem Porträt entgegen.
Ein Papst zum Anfassen: Franziskus nimmt eine Pizza mit seinem Porträt entgegen.
AFP

Doch Franziskus lasse sich nicht beirren, so Beobachter. Unbeirrbar trete er für die Ärmsten der Armen ein, besuche Ghettos, Gefängnisse, Flüchtlingslager und geißele die Wirtschaft für ihre Profitgier.  Kardinal Reinhard Marx vermerkt anerkennend, dass der Papst auf jeglichen Pomp verzichtet habe. Der Vatikan-Experte Marco Politi erzählt, dass Franziskus sicher über eine gewisse Härte verfüge, wie besonders Kardinal Gerhard Ludwig Müller erfahren habe, dessen Amtszeit als Präfekt der Glaubenskongregation der Papst überraschend nicht verlängerte.

Sehen Sie hier den ersten Auftritt von Papst Franziskus am 13. März 2013:



Pope Francis looks on during the weekly audience in Saint Peter's Square at the Vatican on November 8, 2017. / AFP PHOTO / FILIPPO MONTEFORTE
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Auch Johanna Rahner, Theologie-Professorin an der Universität Tübingen, macht sich erste Gedanken über die Ära Franziskus. Eine Revolution komme nicht nur durch eine Person. Sie komme durch einen, der eine Idee habe, bei der andere dann mitmachen, meint sie. Für die Zukunft komme es daher darauf an, ob das Programm Franziskus funktioniere. Ob dieser Papst tatsächlich eine Wirkungsgeschichte habe, liege nicht an ihm, sondern an denen, die sich jetzt entscheiden müssten, ob sie diesen Weg mitgehen wollen oder nicht.

Bilderbuchstart

Papst Franziskus habe einen fulminanten Start hingelegt, so Strompen. Er habe die eigene Kurie scharf kritisiert und sei hart gegen Geldwäsche und Korruptionsfälle in der Vatikanbank vorgegangen. Er habe Führungspersonal auf mehreren Ebenen ausgetauscht und sich damit nicht nur Freunde geschaffen. Doch nun zeige sich das ganze Beharrungsvermögen einer jahrhundertealten Institution.  "In den letzten 100 Jahren hat es nie einen solchen Widerstand gegen den Papst gegeben", resümiert Vatikan-Experte Politi.

Wie kein anderer Papst spürt Franziskus den Widerstand der Kurie.
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