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Früherer Farc-Chef bittet Opfer um Verzeihung
Rodrigo Londono, bekannt als Timochenko kandidiert für die Präsidentschaft Kolumbiens

Früherer Farc-Chef bittet Opfer um Verzeihung

Foto: AFP
Rodrigo Londono, bekannt als Timochenko kandidiert für die Präsidentschaft Kolumbiens
International 14.07.2018

Früherer Farc-Chef bittet Opfer um Verzeihung

Die Sonderjustiz für den Frieden in Kolumbien wirft 32 früherne Farc-Kommandeuren Entführung in bis zu 8.500 Fällen vor.

 (dpa) - Zum Auftakt der Prozesses gegen die frühere Führungsriege der Guerillaorganisation Farc in Kolumbien hat der ehemalige Kommandeur der linken Rebellen deren Opfer um Verzeihung gebeten. „Viele Familien haben Schmerz, Angst und nicht wiedergutzumachende Verluste erlitten“, sagte Rodrigo Londoño am Freitag. „Wir bitten um Vergebung, werden alles tun, damit sie die Wahrheit erfahren. Wir tragen unsere Verantwortung, werden zur Entschädigung beitragen und alles tun, damit sich so etwas nicht wiederholt.“

Zum Auftakt des Verfahrens hatte die Sonderjustiz für den Frieden (JEP) 32 frühere Farc-Kommandeure vorgeladen. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft ihnen Entführung in bis zu 8.500 Fällen vor. Sollten die Ex-Rebellen ihre Taten einräumen, würden sie mit maximal acht Jahren Haft bestraft.

Ende 2016 legten die kolumbianische Regierung und die Farc den jahrzehntelangen Bürgerkrieg mit 220.000 Toten und Millionen Vertriebenen mit einem Friedensvertrag bei. Auch wegen der relativ milden Strafen selbst für schwerste Verbrechen der einstigen Farc-Größen ist das Friedensabkommen in Kolumbien äußerst umstritten.


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