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Französischer Serienmörder Fourniret gestorben
International 3 Min. 10.05.2021

Französischer Serienmörder Fourniret gestorben

2004, Belgien, Dinant: Der französische Serienmörder Michel Fourniret (M) wird ins Gerichtsgebäude gebracht.

Französischer Serienmörder Fourniret gestorben

2004, Belgien, Dinant: Der französische Serienmörder Michel Fourniret (M) wird ins Gerichtsgebäude gebracht.
Foto: DPA
International 3 Min. 10.05.2021

Französischer Serienmörder Fourniret gestorben

Der 79-Jährige starb am Montag im Krankenhaus, wie die Pariser Staatsanwaltschaft mitteilte.

(dpa) - Der französische Serienmörder Michel Fourniret ist tot. Der 79-Jährige starb am Montag im Krankenhaus, wie die Pariser Staatsanwaltschaft mitteilte. Er sei etwa um 15.00 Uhr gestorben, hieß es in einer Mitteilung. Zuvor war bekannt geworden, dass Fourniret bereits Ende April ins Pariser Krankenhaus Pitié Salpétrière eingeliefert worden war. Das Justizministerium hatte keine Angaben zu seinem Gesundheitszustand gemacht. Medien berichteten allerdings, dass sein Zustand extrem ernst gewesen sei.


Michel Fourniret 2008 auf dem Weg zu einer Gerichtsverhandlung.
Michel Fourniret gesteht Mord an vermisstem Mädchen
Der französische Serienmörder Michel Fourniret hat gestanden, im Jahr 2003 die damals neunjährige Estelle Mouzin getötet zu haben.

Fourniret, von Medien auch „Monster der Ardennen“ genannt, und seine Ex-Frau waren im Mai 2008 zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden. Fourniret hatte mehrere junge Mädchen und Frauen in Frankreich und Belgien entführt, vergewaltigt und ermordet. Seine frühere Ehefrau half ihm dabei. Im Jahr 2018 wurde er wegen eines weiteren Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Er gilt als einer der schlimmsten Serienmörder Frankreichs.

Unter anderem im vergangenen November war Fourniret nach einem Schwächeanfall in seiner Gefängniszelle ins Krankenhaus eingeliefert worden. „Le Parisien“ schrieb etwa, dass der 79-Jährige unter anderem an Alzheimer und Herzproblemen gelitten habe. 

Opferzahl noch heute unbekannt

Ermittler gehen davon aus, dass die Zahl seiner Opfer deutlich höher ist. Auch in anderen ungeklärten Mordfällen wurde immer wieder geprüft, ob Fourniret etwas damit zu tun haben könnte. Seine frühere Ehefrau half ihm bei seinen schrecklichen Verbrechen - auch sie wurde 2008 verurteilt.

Gestoppt wurde Fournirets Mordserie erst 2003 durch die Geistesgegenwart eines Mädchens in Belgien, wo sich Fourniret zwischenzeitlich niedergelassen hatte. Es konnte aus dem Lieferwagen Fournirets flüchten und notierte die Autonummer, was zur Festnahme des Mannes führte. Fourniret hatte es bei seinen grausigen Taten besonders auf Jungfrauen abgesehen, mit seiner damaligen Frau soll er regelrecht „Jagd auf Jungfrauen“ gemacht haben. Einige seiner Opfer verscharrte Fourniret auf seinem Anwesen in den Ardennen.

Keine Verbindung mit Dutroux

Als Fourniret damals schließlich einige seiner Taten gestand, war das Interesse der Polizei und der Öffentlichkeit besonders groß. Denn gerade erst war der belgische Serienmörder Marc Dutroux im Jahr 2004 wegen Vergewaltigung, Entführung und Mordes verurteilt worden. Eine Verbindung zwischen den beiden Mördern gab es jedoch nicht. Wie Dutroux hatte es auch Fourniret auf junge Mädchen abgesehen - seine Opfer waren etwa Anhalterinnen. Er war bereits in den 1980er Jahren in Frankreich wegen Vergewaltigung zu einer Haftstrafe verurteilt worden, wurde jedoch vorzeitig aus der Haft entlassen.


Marc Dutroux, hier ein Archivbild von 2004, befindet sich weiterhin im Gefängnis.
Fall Dutroux: Belgien gedenkt vor 25 Jahren gekidnappter Teenager
Im belgischen Hasselt wurde am Sonntag An Marchal und Eefje Lambrecks gedacht. Sie waren in der Nacht vom 22. August 1995 von Marc Dutroux entführt und später getötet worden.

Als ihm 2008 der Prozess gemacht wurde, waren die Angehörigen schockiert von Fournirets Verhalten. Erst hatte er wochenlang geschwiegen. Dann gab er sich kalt und gefühllos, als er die entsetzlichen Verbrechen detailliert schilderte. Er beleidigte außerdem Anwälte und Richter. Erst im vergangenen Jahr hatte Fourniret Berichten zufolge einen weiteren Mord gestanden. Dabei handelt es sich um das unaufgeklärte Verschwinden der kleinen Estelle. Das neunjährige Mädchen war 2003 auf dem Weg von der Schule nach Hause in Guermantes bei Paris verschwunden.

Alzheimer und Herzprobleme

Über Fournirets Gesundheitszustand war zuletzt immer wieder spekuliert worden. Bereits seit Ende April wurde er im Pariser Krankenhaus Pitié Salpétrière behandelt. Ende vergangenen Jahres war Fourniret bereits nach einem Schwächeanfall in seiner Gefängniszelle ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die Zeitung „Le Parisien“ schrieb, dass der 79-Jährige unter anderem an Alzheimer und Herzproblemen gelitten habe und zuletzt im künstlichen Koma lag. Die Behörden machten unter Verweis auf die ärztliche Schweigepflicht dazu keine Angaben. Die Staatsanwaltschaft leitete nun eine Untersuchung zur Todesursache ein.    

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