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Frankreich wirft Nato-Partnern Lügen und Vertrauensbruch vor
International 1 2 Min. 19.09.2021
U-Boot-Deal

Frankreich wirft Nato-Partnern Lügen und Vertrauensbruch vor

Jean-Yves Le Drian ist auf seine Nato-Partner in Washington und Canberra momentan nicht gut zu sprechen.
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Frankreich wirft Nato-Partnern Lügen und Vertrauensbruch vor

Jean-Yves Le Drian ist auf seine Nato-Partner in Washington und Canberra momentan nicht gut zu sprechen.
Foto: AFP
International 1 2 Min. 19.09.2021
U-Boot-Deal

Frankreich wirft Nato-Partnern Lügen und Vertrauensbruch vor

Der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian sieht die Allianz mit den USA nach dem geplatzten U-Boot-Geschäft stark belastet.

(dpa/AFP) - Durch den Streit um ein geplatztes U-Boot-Geschäft mit Australien sieht Frankreich das Verhältnis innerhalb der Nato belastet. 

„Man muss auch die Stärke der Allianz mit den Vereinigten Staaten hinterfragen“, sagte Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian am Samstagabend dem Sender France 2. „In einer richtigen Allianz redet man miteinander und respektiert sich, das war nicht der Fall.“ Was geschehen sei, belaste das neue strategische Konzept der Nato. Le Drian sprach von Lügen und einem Vertrauensbruch. „Das geht überhaupt nicht, das heißt, es gibt eine Krise.“  

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Australien rechtfertigt sich

Am Sonntag versicherte der australische Finanzminister Simon Birmingham erneut, dass sein Land die französische Regierung „zum frühestmöglichen Zeitpunkt, bevor die Angelegenheit öffentlich wurde“, informiert habe. 

In einem Interview mit dem australischen Fernsehsender ABC betonte er, dass Australien die Entscheidung, den Vertrag mit Frankreich zu kündigen, natürlich sehr schwer falle. „Wir unterschätzen nicht, wie wichtig es jetzt ist, dass wir in der Lage sind, diese engen Beziehungen zur französischen Regierung und zu unseren langfristigen Partnern wiederherzustellen“, fügte er hinzu. 

Der australische Verteidigungsminister Peter Dutton erklärte, sein Land habe gegenüber Frankreich „offen und ehrlich“ seine Bedenken hinsichtlich des Projekts geäußert, das das Budget übersteige und Jahre hinter dem Zeitplan zurückliege. Dutton sagte, er verstehe die „Verärgerung der Franzosen“, fügte aber hinzu: „Andeutungen, dass die australische Regierung ihre Bedenken nicht geäußert hat, widersprechen, offen gesagt, dem, was in den öffentlichen Aufzeichnungen steht und sicherlich auch dem, was über einen langen Zeitraum hinweg öffentlich gesagt wurde.“

Frankreich gehen 56 Milliarden Euro durch die Lappen

Frankreich hatte am Vorabend bereits auf Wunsch von Präsident Emmanuel Macron seine Botschafter aus den USA und Australien zu Konsultationen zurückgerufen. Australien hatte am Donnerstag bekanntgemacht, sich im Rahmen einer neuen Sicherheitsallianz mit den USA und Großbritannien U-Boote mit Atomantrieb beschaffen zu wollen und von einem 2016 besiegelten Kauf französischer U-Boote Abstand zu nehmen. Die Entscheidung, von der Frankreich laut Le Drian eine Stunde vor der Bekanntgabe erfuhr, bedeutet für Frankreich den Verlust einer 56-Milliarden-Euro-Vereinbarung.

Le Drian rief Europa auf, seine Interessen nach dem Fall Afghanistans an die Taliban und dem U-Boot-Streit gemeinsam besser zu verteidigen, das sei drängend. „Wenn die Europäer nicht merken, dass, wenn sie Teil der Geschichte bleiben wollen, sie sich zusammentun und gemeinsam ihre Interessen verteidigen müssen, dann wird ihr Schicksal ein ganz anderes sein und wir können nicht in diese schädliche Richtung gehen.“


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