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Frankreich will stärker gegen Radikalisierung vorgehen
International 02.10.2020 Aus unserem online-Archiv

Frankreich will stärker gegen Radikalisierung vorgehen

Präsident Emmanuel Macron (links) im Gespräch mit dem Bürgermeister von Les Mureaux, Francois Garay.

Frankreich will stärker gegen Radikalisierung vorgehen

Präsident Emmanuel Macron (links) im Gespräch mit dem Bürgermeister von Les Mureaux, Francois Garay.
Foto: AFP
International 02.10.2020 Aus unserem online-Archiv

Frankreich will stärker gegen Radikalisierung vorgehen

Frankreich will nach den islamistischen Terroranschlägen mit vielen Toten in den vergangenen Jahren verstärkt gegen Radikalisierung vorgehen. Vereinsverbote sollen erleichtert, der Privatunterricht eingeschränkt werden.

(dpa) - Frankreich will nach den islamistischen Terroranschlägen mit vielen Toten in den vergangenen Jahren verstärkt gegen Radikalisierung vorgehen. Ein entsprechendes Gesetz solle Anfang Dezember im Kabinett besprochen werden, kündigte Staatschef Emmanuel Macron am Freitag in Les Mureaux rund 40 Kilometer nordwestlich von Paris an.

Der 42-Jährige sagte, es gehe hauptsächlich um den Kampf gegen den „radikalen Islamismus“. Dieser versuche, im Land eine Parallelgesellschaft mit anderen Werten zu errichten. Macron kündigte an, es werde künftig einfacher für die Behörden sein, Vereine aufzulösen. „Wir müssen bis zum Ende gehen.“

Starke Restriktionen für Fernunterricht

Der Fernunterricht von Kindern, die zu Hause bleiben, solle vom kommenden Sommer an strikt eingegrenzt werden. Ausnahmen solle es nur noch aus Gesundheitsgründen geben. Unterricht sei vom Alter von drei Jahren an verpflichtend. In Frankreich sind viele Kinder bereits vom frühen Alter an in Vorschulen.


French President Emmanuel Macron speaks during the annual tech conference "Inno Generation" organized by French investment bank Bpifrance in Paris, on October 1, 2020. (Photo by GONZALO FUENTES / POOL / AFP)
Macron will Vorgehensweise gegen Islamismus vorstellen
Emmanuel Macron hat sich nicht zum Anschlag vor dem ehemaligen „Charlie Hebdo“-Gebäude geäußert. Seine Rede zur Bekämpfung des islamistischen Separatismus wird deshalb mit Spannung erwartet.

Das Land wird seit Jahren von islamistischen Terroranschlägen erschüttert, dabei starben mehr als 250 Menschen. Viele der Täter stammen aus Frankreich. Macron erinnerte an die Messerattacke in der Nähe der früheren Redaktionsräume des Satiremagazins „Charlie Hebdo“, bei der am vergangenen Freitag zwei Menschen schwer verletzt wurden. Gegen den 25-jährigen Tatverdächtigen wird wegen Terrorverdachts ermittelt.


(FILES) In this file photograph taken on January 7, 2019, French policemen are seen outside the former office of satirical magazine Charlie Hebdo in Paris, ahead of a ceremony marking the fourth anniversary of a jihadist attack on the newspaper that killed 12 people. - The fifth anniversary of attacks on the satirical magazine Charlie Hebdo and a Jewish supermarket in Paris will fall in January 2020. Seventeen deaths and the beginning of a black year in France: five years later, the attacks of January 2015 are still remembered as the tipping point towards an era of unprecedented jihadist attacks, shaking France deeply. (Photo by STEPHANE DE SAKUTIN / AFP)
Fünf Jahre „Charlie“-Anschlag: Frankreichs Kampf gegen Terror
Jeder laute Knall, jede Explosion - in Frankreich stellt sich sofort die Frage: Ist es Terror? Fünf Jahre ist es nun her, dass bei „Charlie Hebdo“ das Unfassbare geschieht.

Der Linksaußenpolitiker Jean-Luc Mélenchon kritisierte, dass Macron wegen der Rede nicht beim Abschluss des EU-Gipfels gewesen sei, und bezeichnete ihn als „Deserteur“. Der Präsident ließ sich am zweiten Tag des Brüsseler Spitzentreffens von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vertreten.


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