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Frankreich ruft Botschafter aus Italien für Gespräche zurück
Luigi Di Maio hatte wiederholt seine Unterstützung für die Protestbewegung zum Ausdruck gebracht.

Frankreich ruft Botschafter aus Italien für Gespräche zurück

AFP
Luigi Di Maio hatte wiederholt seine Unterstützung für die Protestbewegung zum Ausdruck gebracht.
International 2 Min. 07.02.2019

Frankreich ruft Botschafter aus Italien für Gespräche zurück

Frankreich hat nach wochenlangen Streitigkeiten mit Italien seinen Botschafter aus dem Nachbarland für Gespräche zurückbeordert.



Women march with balloons during a rally of the Women's Yellow Vest protest movement (Femmes Gilets jaunes) near Place de la Bastille in Paris on January 6, 2019. - France's "yellow vest" protesters were back on the streets again on January 5 as a government spokesman denounced those still protesting as hard-liners who wanted only to bring down the government. (Photo by Bertrand GUAY / AFP)
Französische Regierung: „Gilets jaunes“ werden von Ausland unterstützt
Es gebe gewalttätige Demonstranten, einige von ihnen kämen von den extremen Rechten, andere von den extremen Linken. Manche würden aber auch vom Ausland unterstützt.

(dpa) - Frankreich hat nach wochenlangen Streitigkeiten mit Italien seinen Botschafter aus dem Nachbarland für Gespräche zurückbeordert. Die jüngsten Einmischungen Italiens seien eine „inakzeptable Provokation“, teilte das französische Außenministerium am Donnerstag mit.

„Sie verletzen den Respekt, den demokratisch und frei gewählte Regierungen einander schulden.“ Daher werde nun der französische Botschafter für Konsultationen zurückgerufen. Zu dem diplomatischen Eklat dürfte auch ein Treffen des italienischen Vize-Regierungschefs Luigi Di Maio mit französischen „Gilets jaunes“-Aktivisten beigetragen haben.

Die Beziehungen zwischen Frankreich und Italien sind seit Wochen auf dem Tiefpunkt. Die populistische Regierung aus rechter Lega und europakritischer Fünf-Sterne-Bewegung in Rom greift Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron immer wieder an. Neben dem EU-Haushalt hatte es auch Streit über die europäische Flüchtlingspolitik und das Rettungsschiff „Aquarius“ zwischen Rom und Paris gegeben.

Auch um die „Gilets jaunes“ gab es jüngst immer wieder Ärger. Di Maio hatte wiederholt seine Unterstützung für die Protestbewegung zum Ausdruck gebracht, die unter anderen gegen Macrons Politik auf die Straße geht. Am Dienstag hatte er einige Aktivisten in einer französischen Kleinstadt getroffen - auch um eine Zusammenarbeit bei der Europawahl im Mai auszuloten.

"Mangel an Respekt"

„Die Kampagne für die Europawahlen kann den Mangel an Respekt für jedes Volk oder seine Demokratie nicht rechtfertigen“, hieß es nun aus dem Außenministerium in Paris. Die Handlungen der italienischen Regierung würden Fragen über ihre Absichten mit Blick auf ihre Beziehungen zu Frankreich aufwerfen. Seit mehreren Monaten sei Frankreich Gegenstand wiederholter Anschuldigungen, unbegründeter Angriffe und empörender Äußerungen.

Im Januar befand Di Maio, dass Frankreich nur wegen seiner ehemaligen Kolonien eine Wirtschaftsmacht sei und sich dort immer noch als Kolonialherr aufspiele und die Migranten letztlich nach Europa treibe. „Bevor ihr uns moralisiert, befreit Afrika vom Neokolonialismus“, so der Sterne-Chef. Das erboste die Franzosen so sehr, dass sie die italienische Botschafterin ins Außenministerium einbestellten.

Einige Minister reagierten betont kühl. „Wir haben in Frankreich einen Ausdruck, der sagt, dass Überzogenes unbedeutend ist“, sagte Europaministerin Nathalie Loiseau - und fügte hinzu: „Meine Antwort ist, dass es nicht unsere Absicht ist, einen Wettstreit zu führen, wer der Dümmste ist.“ Macron erklärte damals, dass er auf die Kritik aus Italien gar nicht eingehen werde.

Das Außenministerium betonte nun, dass es seit dem Ende des Krieges keine derartigen Vorfälle gegeben hätte. „Meinungsverschiedenheiten sind eine Sache, die Instrumentalisierung der Beziehung für Wahlzwecke eine andere.“ Frankreich fordere Italien auf, tätig zu werden, „um das Verhältnis von Freundschaft und gegenseitigem Respekt wiederherzustellen, das unserer Geschichte und unserem gemeinsamen Schicksal würdig ist“.


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