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Frankreich nimmt Abschied von getötetem Gendarmen
International 11 2 Min. 28.03.2018 Aus unserem online-Archiv

Frankreich nimmt Abschied von getötetem Gendarmen

International 11 2 Min. 28.03.2018 Aus unserem online-Archiv

Frankreich nimmt Abschied von getötetem Gendarmen

Für Emmanuel Macron verkörpert Arnaud Beltrame den französischen Widerstandsgeist. Bei der Gedenkfeier für den Gendarmerieoffizier appelliert der Staatschef: Der Kampf gegen den Terror gehe jeden Bürger an.

(dpa) - Frankreich hat mit einer bewegenden Trauerfeier den bei einem islamistischen Terroranschlag getöteten Gendarmen Arnaud Beltrame geehrt. Staatspräsident Emmanuel Macron würdigte den „gewaltigen Mut“ des 44-Jährigen, der sich im Austausch gegen eine Geisel in die Hand des Täters begeben hatte, und bezeichnete ihn als Helden. „Sein Beispiel wird bleiben.“ Macron erwähnte in seiner Trauerrede auch explizit die 85-Jährige Mireille Knoll, die in Paris in ihrer Wohnung getötet worden war, „weil sie Jüdin war“.

Im Ehrenhof neben dem Pariser Invalidendom versammelten sich Angehörige der Opfer des Terroranschlags in Südfrankreich, führende Politiker sowie Macrons Amtsvorgänger Nicolas Sarkozy und François Hollande.

Heldenhafte Tat


French security and police gather outside the Super U supermarket in the town of Trebes, southern France, where a man took hostages killing at least two before he was killed by security forces on March 23, 2018.  
Security forces killed a gunman who first hijacked a car in nearby by Carcassonne, killing a passenger and injuring the driver, before shooting a policeman who was out jogging with his colleagues nearby. He then drove to a Super U supermarket in the town of Trebes and holed up there for more than three hours with hostages, killing at least two other people, according to sources. / AFP PHOTO / PASCAL PAVANI
Drei Opfer nach Terroranschlag in Trèbes
Nach einer schlimmen Anschlagsserie hatte die Terrorlage in Frankreich sich zuletzt etwas beruhigt. Doch nun erschüttert eine Geiselnahme das Land - in einem unscheinbaren kleinen Ort im Süden. Ein Polizist verhinderte möglicherweise Schlimmeres.

Der Gendarmerieoffizier hatte sich am vergangenen Freitag beim Angriff eines Islamisten in einem Supermarkt in der Nähe von Carcassonne als Austauschgeisel zur Verfügung gestellt. Der Täter verletzte den Beamten schwer, der 44-Jährige starb später im Krankenhaus. Insgesamt tötete der Islamist bei mehreren Attacken vier Menschen. Er wurde von der Polizei erschossen. Macron beförderte Beltrame posthum und ernannte ihn zum Kommandeur der französischen Ehrenlegion, eine der höchsten Auszeichnungen des Landes.


 Arnaud Beltrame, Polizist aus Frankreich, lies sich bei der Geiselnahme in einem Supermarkt am 23.03.2018 in Trebes, Frankreich, freiwillig gegen Geiseln eintauschen. Beltrame wurde von dem Geiselnehmer lebensgefährlich verletzt und verstarb in der Nacht.
Französischer Polizist nach Geiselnahme gestorben
Der Polizist, der sich bei dem mutmaßlichen islamistischen Terroranschlag in Südfrankreich gegen Geiseln eintauschen ließ, ist tot. Das teilte der französische Innenminister Gérard Collomb am Samstagmorgen bei Twitter mit.

Der Staatschef warnte vor einen neuen Form des Islamismus. Frankreich gehe nicht nur gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vor, sondern auch gegen „diesen unterirdischen Islamismus, der sich über die sozialen Netzwerke ausbreitet“. Frankreich werde jedoch die Bewährungsprobe des islamistischen Terrors bestehen. „Unser Volk hat viele andere bestanden.“ Er appellierte an die Bürger, wachsam zu sein und Zivilcourage zu zeigen.

Betrame steht für Resistenzgeist

Macron beschwor angesicht der Bedrohung durch einen „barbarischen Nihilismus“ den französischen Widerstandsgeist. Er stellte Beltrame in eine Reihe mit der französischen „Résistance“ im Zweiten Weltkrieg. Nazi-Deutschland war 1940 in Frankreich einmarschiert, die Besatzung dauerte bis 1944.


Vor der Gendarmerie in Carcassonne legten hunderte Menschen Blumen nieder.
Nach Terrorangriff in Frankreich noch zwei Verdächtige im Gewahrsam
Nach dem islamistischen Terrorangriff in Südfrankreich sind noch zwei verdächtige Menschen im Polizeigewahrsam. Festgehalten würden eine 18 Jahre alte Frau aus dem Umfeld des mutmaßlichen Täters sowie ein minderjähriger Freund.

Polizisten im ganzen Land ehrten Beltrame mit einer Schweigeminute. Sein Sarg wurde von der Ruhmeshalle Panthéon aus zur Zeremonie in der Invalidenanlage gebracht. Im Invalidendom ist Napoleon bestattet.

Die Gendarmerie zählt zu den Streitkräften, die Truppe nimmt aber Polizeiaufgaben wahr und untersteht dem Innenministerium. Die Gendarmerie stellt auch die Republikanische Garde, die als Protokolltruppe etwa beim Empfang ausländischer Regierungschefs im Élyséepalast antritt.

Terrorwelle


French Prime Minister Edouard Philippe speaks during a session of questions to the government at the French National Assembly in Paris on March 27, 2018. / AFP PHOTO / FRANCOIS GUILLOT
Frankreichs Regierungschef lehnt Verbot von Salafismus ab
Der Anschlag in Südfrankreich hat die Sicherheitsdebatte in Frankreich neu angefacht. Premierminister Philippe wehrt sich gegen Kritik.

Frankreich wird seit drei Jahren von einer islamistischen Terrorwelle erschüttert, die mehr als 240 Todesopfer gefordert hat. Konservative und Rechtspopulisten hatten Macron nach dem jüngsten Anschlag Nachlässigkeit im Anti-Terror-Kampf vorgeworfen. Regierungschef Édouard Philippe wies aber Forderungen zurück, vermutete islamistische Gefährder zu internieren. Die Mitte-Regierung hatte die Sicherheitsgesetze erst im Herbst verschärft. Nach Angaben Philippes haben die Sicherheitsbehörden seit Januar 2015 insgesamt 51 Anschläge vereitelt.


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