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Flüchtlingskrise: Juncker bietet Kroatien Hilfe an
Nachdem Ungarn seine Grenze abriegelte, versuchen tausende Flüchtlinge über Kroatien weiter nach Nordeuropa zu gelangen.

Flüchtlingskrise: Juncker bietet Kroatien Hilfe an

AFP
Nachdem Ungarn seine Grenze abriegelte, versuchen tausende Flüchtlinge über Kroatien weiter nach Nordeuropa zu gelangen.
International 19.09.2015

Flüchtlingskrise: Juncker bietet Kroatien Hilfe an

Der Andrang der Flüchtlinge überfordert Kroatien. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat dem kroatischen Premier Zoran Milanovic technische und logistische Unterstützung der EU zugesichert.

(dpa) - EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat Kroatien Hilfe in der Flüchtlingskrise angeboten. Wie die EU-Kommission am späten Freitagabend mitteilte, sicherte Juncker in einem Telefongespräch dem kroatischen Premier Zoran Milanovic technische und logistische Unterstützung der EU zu. Beide hätten betont, wie wichtig es sei, vor Krieg, Terror und Unterdrückung Flüchtende, menschenwürdig und in Übereinstimmung mit den europäischen Werten zu behandeln.

Juncker und Milanovic hätten die Notwendigkeit unterstrichen, die EU-Außengrenzen besser zu schützen. Beide hoffen zudem auf rasche Fortschritte in der Frage der Solidarität zwischen den EU-Mitgliedsstaaten bei der Bewältigung der Krise, die am kommenden Dienstag auf der Tagesordnung der Sitzung der EU-Innenminister steht.

Unterdessen knirscht es zwischen den EU-Mitgliedern Kroatien und Ungarn in der Flüchtlingsfrage. Die Flüchtlingstransporte von Kroatien nach Ungarn sind offensichtlich nicht zwischen den Nachbarn koordiniert. „Ohne jegliche Absprache sind 1.000 Migranten mit dem Zug nach Magyarboly gebracht worden“, sagte Ungarns Regierungssprecher Zoltan Kovacs am Freitagabend im ungarischen Grenzort Beremend. Die 40 kroatischen Polizisten, die den Zug begleiteten, seien entwaffnet, der Lokführer festgenommen worden, fügte der Sprecher hinzu.

Kroatien hatte am Freitag erklärt, den Flüchtlingsandrang nicht mehr bewältigen zu können. Ungarn hatte am letzten Dienstag seine Grenze zu Serbien für Flüchtlinge abgeschottet. Seitdem kamen aus Serbien mehr als 15.000 Menschen nach Kroatien, um von dort weiter nach Westeuropa zu gelangen.

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