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Flüchtlinge werden "sehr viel" kosten
International 27.11.2015 Aus unserem online-Archiv
Pierre Gramegna in der "Welt"

Flüchtlinge werden "sehr viel" kosten

"Die Sicherung der Außengrenzen wird zum gesamteuropäischen Problem werden, so Gramegna im Interview.
Pierre Gramegna in der "Welt"

Flüchtlinge werden "sehr viel" kosten

"Die Sicherung der Außengrenzen wird zum gesamteuropäischen Problem werden, so Gramegna im Interview.
Foto: Guy Jallay
International 27.11.2015 Aus unserem online-Archiv
Pierre Gramegna in der "Welt"

Flüchtlinge werden "sehr viel" kosten

Angesichts der Flüchtlingskrise rechnet Luxemburgs Finanzminister Pierre Gramegna mit steigenden Ausgaben für Entwicklungshilfe und Sicherheit.

(KNA) - Angesichts der Flüchtlingskrise rechnet Luxemburgs Finanzminister Pierre Gramegna mit steigenden Ausgaben für Entwicklungshilfe und Sicherheit.

Die Europäer müssten "sehr viel" zur Bewältigung der Krise ausgeben, sagte Gramegna, der derzeit auch Präsident des EU-Wirtschaftsrats Ecofin ist, der Zeitung "Die Welt".

Die Europäer zahlten für etwas, das sie zu spät erkannt hätten und was sie schon viel früher hätten erkennen können, sagte Gramegna. Man müsse feststellen, "dass die globalisierte Marktwirtschaft es nicht schafft, die Unterschiede zwischen Armen und Reichen ausreichend zu reduzieren."

Die globalisierte Welt bringe es aber auch mit sich, dass die Leute jetzt sehr viel beweglicher seien. "Die machen sich jetzt auf den Weg zu uns, weil die Zukunft hier besser aussieht. Wir werden mehr für Entwicklungshilfe ausgeben müssen", sagte der Ecofin-Chef.

Dauerbrenner Sicherheit

Angesichts von Flüchtlingskrise und Terrorangst rechnet Gramegna auch damit, dass die Sicherung der europäischen Außengrenzen zu einem gesamteuropäischen Thema wird. Ohne Sicherheit in Europa könne auch die Wirtschaft nicht ordentlich wachsen. "Man wird einen Teil der Ressourcen für diesen Zweck abzweigen und einen anderen Teil neu schaffen müssen. Die nationalen Haushalte werden mehr gefordert sein, denn das europäische Budget ist zu klein."

Zugleich nahm Gramegna die EU gegen den Vorwurf der Unfähigkeit im Umgang mit der Flüchtlingskrise in Schutz. Die Union mache immer dann Fortschritte, wenn es schwere Krisen zu lösen gelte. Ohne Europa wäre die Lage noch viel schlimmer, fügte er hinzu.


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