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Florida flieht!: Der Sonnenstaat vor dem Hurrikan
International 11 2 Min. 08.09.2017

Florida flieht!: Der Sonnenstaat vor dem Hurrikan

Florida bereitet sich vor, in Teilen des Bundesstaates wurde die Evakuierung angeordnet.

Florida flieht!: Der Sonnenstaat vor dem Hurrikan

Florida bereitet sich vor, in Teilen des Bundesstaates wurde die Evakuierung angeordnet.
AFP
International 11 2 Min. 08.09.2017

Florida flieht!: Der Sonnenstaat vor dem Hurrikan

Tom RUEDELL
Tom RUEDELL
Miami oder Palm Beach ziehen normalerweise Urlauber aus aller Welt an. Jetzt weht am Strand von Miami für Badegäste die rote Flagge. Florida bereitet sich auf den wohl schwersten Tropensturm seiner Geschichte vor.

(dpa) -  Hurrikan „Irma“ könnte zum schwersten Sturm werden, den Florida je gesehen hat. Und Florida hat schon vieles gesehen. 1992 hatte „Andrew“ große Teile der Halbinsel, strategisch ungünstig zwischen dem Atlantik und dem Golf von Mexiko gelegen, verwüstet. Das türkisfarbene Wasser und die weißen Sandstrände locken die Touristen in Scharen. Das für Urlauber angenehm warme Wasser besonders im Golf von Mexiko lässt aber auch die Gefahr von Tropenstürmen extrem steigen.

„Irma“ wird am Wochenende mit voller Wucht auf Florida treffen, sagt der US-Hurricane-Center in Miami voraus. Das Zentrum soll am Sonntagmorgen (Ortszeit) die Inselgruppe der Florida Keys auf Höhe von Marathon und die Südküste des US-Bundesstaats erreichen. Erste Ausläufer könnten den Staat schon am Samstag gegen 8.00 Uhr (14.00 Uhr MESZ) erreichen.

Allein in der Gegend um Miami im Südwesten haben die Behörden 650 000 Menschen zum Verlassen ihrer Häuser aufgerufen. 13 Notunterkünfte stehen bereit. Auch Donald Trumps Ferienanlage Mar-a-Lago in West Palm Beach wird geräumt.


Für die gesamte Südküste Floridas, vom Atlantik bis in den Golf von Mexiko, gilt eine Warnung vor bis zu drei Meter hohen Wellen. Weit über 100 000 Menschen hatten schon am Freitag ihre Wohnungen verlassen. Der Sturm könnte nordwärts ziehen und eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. In Orlando, zentral in Florida gelegen, macht von Samstag an der Flughafen zu, im ganzen Hurrikangebiet, das bis hinauf nach Georgia und South Carolina reicht, fielen mehr als 4000 Flüge aus.

Schulen werden zu Notunterkünften

Der Schulunterricht wurde in ganz Florida abgesetzt, die meist als Flachbauten angelegten Schulgebäude wurden als Notunterkünfte gebraucht. Gouverneur Scott ließ auf den Highways die Mautstellen räumen - die fliehenden Autofahrer sollen nicht auch noch zur Kasse gebeten werden. „Wir haben 1000 Trucks und 100 Helikopter bereitstehen“, sagt Scott.

Alte Leute müssen aus Hochhäusern geholt, Kranke aus Kliniken transportiert werden. In den Baumärkten stehen die Männer an und warten auf Nachschub in der ausverkauften Sperrholzabteilung. Fenster und Türen müssen verbarrikadiert werden. Angst haben sie weniger vor dem Sturm selbst. „Was danach kommt, das Aufräumen in tropischer Hitze, die Luftfeuchtigkeit - das macht mir Sorgen“, sagt Conrad, der seit 1971 in Palm Beach lebt.

Nicht alle sehen es bitterernst. „Ich habe eine Menge Hurrikans gesehen“, sagt Sam Fernsell. Der 56-Jährige hat sein ganzes Leben in Palm Beach verbracht, als jungen Mann ließen ihn die Eltern als Aufpasser zu Hause, wenn sie vor den Wirbelstürmen flohen. „Ich bin ein ziemlicher Profi“, sagt Fernsell lachend. „Angst habe ich nicht, meine einzige Sorge ist, wie lange der Strom ausfallen wird.“ Er habe weder eine Taschenlampe noch Kerzen zu Hause, sagt Fernsell. „Ich habe Wodka, ich bin okay“, scherzt er.



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