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Flächendeckender Missbrauch im deutschen Bistum Münster
International 13.06.2022
Studie veröffentlicht

Flächendeckender Missbrauch im deutschen Bistum Münster

Nach der Pressekonferenz zur Vorstellung der Studienergebnisse zum Missbrauch im Bistum Münster, spricht Felix Genn, Bischof von Münster zur Presse.
Studie veröffentlicht

Flächendeckender Missbrauch im deutschen Bistum Münster

Nach der Pressekonferenz zur Vorstellung der Studienergebnisse zum Missbrauch im Bistum Münster, spricht Felix Genn, Bischof von Münster zur Presse.
Guido Kirchner/dpa
International 13.06.2022
Studie veröffentlicht

Flächendeckender Missbrauch im deutschen Bistum Münster

Fast fünf Prozent aller Priester im Bistum Münster sind seit 1945 des sexuellen Missbrauchs beschuldigt worden. Die Dunkelziffer der Opfer ist immens.

(dpa) - Die Zahl der beschuldigten Priester und Missbrauchsopfer im westdeutschen Bistum Münster ist nach einer Studie der Universität Münster deutlich höher als bekannt.

Laut der über zwei Jahre dauernden Forschungsarbeit eines fünfköpfigen Teams gab es von 1945 bis 2020 fast 200 Kleriker und bekannte 610 minderjährige Opfer von sexuellem Missbrauch. Damit sind 4,17 Prozent der Priester betroffen. Die Dunkelziffer ist erheblich höher. Die Forscher gehen von 5.000 bis 6.000 Opfern aus.


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Der Historiker Thomas Großbölting widersprach bei der Vorstellung der Studie am Montag der Schilderung des 2008 verstorbenen Bischofs Reinhard Lettmann, der von Einzelfällen gesprochen hatte. Missbrauchsfälle habe es flächendeckend in allen Dekanaten des Bistums gegeben und viele hätten davon gewusst, sagte Großbölting und sprach von Vertuschung.

Nachweisen konnten die Forscher jahrzehntelanges Versagen in der Bistumsleitung und Strafvereitelung in verschiedenen Fällen. Dem aktuellen Bischof Felix Genn, der vier Jahre lang Generalvikar im Luxemburg benachbarten Bistum Trier war, werfen die Forscher vor, in den vergangenen Jahren gegenüber Tätern nicht die nötige Strenge als Vorgesetzter gezeigt zu haben, wenn diese Reue geäußert hätten. Nach der Lektüre der Studie wird sich Münsters Bischof am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz äußern.


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