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Finanzskandal um Juan Carlos: Spanier fordern Spende in Corona-Krise
International 17.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Finanzskandal um Juan Carlos: Spanier fordern Spende in Corona-Krise

Juan Carlos (r), ehemaliger König von Spanien, und sein Sohn ehemaliger Kronprinz Felipe, salutieren bei einer Militärparade. Felipe, aktueller König von Spanien, hat nach einem neuen Skandal um seinen Vater drastische Maßnahmen ergriffen.

Finanzskandal um Juan Carlos: Spanier fordern Spende in Corona-Krise

Juan Carlos (r), ehemaliger König von Spanien, und sein Sohn ehemaliger Kronprinz Felipe, salutieren bei einer Militärparade. Felipe, aktueller König von Spanien, hat nach einem neuen Skandal um seinen Vater drastische Maßnahmen ergriffen.
Foto: Javier Cebollada/epa/EFE/dpa
International 17.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Finanzskandal um Juan Carlos: Spanier fordern Spende in Corona-Krise

Altkönig Juan Carlos soll im Jahr 2008 Schmiergelder in Höhe von 100 Millionen US-Dollar aus Saudi-Arabien angenommen haben.

(dpa) - Angesichts der neuen Finanzaffäre um den spanischen Altkönig Juan Carlos verlangen immer mehr Spanier eine Spende des umstrittenen Geldes für Hilfen in der Corona-Krise. Landesweit wird seit Tagen über soziale Netzwerke wie Whatsapp die Forderung verbreitet, König Felipe VI. solle seinen Vater zwingen, die Millionengelder aus dem Skandal in die Unterstützung des öffentlichen Gesundheitssystems zu stecken.


British police lead flag waving crowds lining the monarch's route from the Houses of Parliament to Buckingham Palace to celebrate the Queen's Diamond Jubilee in London on June 5, 2012. Britain's Queen Elizabeth II wraps up four days of diamond jubilee celebrations with a thanksgiving service and ceremonial carriage procession in London, a formal contrast to the spectacular pop tribute staged outside Buckingham Palace the day before. AFP PHOTO / JOHN MACDOUGALL
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Der Hintergrund: Juan Carlos, der 2014 zugunsten seines Sohnes abgedankt hatte, soll 2008 Schmiergeld in Höhe von 100 Millionen US-Dollar aus Saudi-Arabien kassiert haben. Die Justizbehörden in der Schweiz und in Spanien ermitteln deshalb gegen den 82-Jährigen.

Weil auch Felipes Name - offenbar ohne sein Wissen - als Begünstigter einer dubiosen Offshore-Stiftung aufgetaucht war, hatte dieser am Wochenende öffentlich mit seinem Vater gebrochen. Der 52-jährige Monarch will nicht nur auf sein Erbe verzichten, sondern hat Juan Carlos auch das Gehalt von rund 194.000 Euro jährlich gestrichen.

Das harte Durchgreifen des spanischen Königs Felipe VI. in Zusammenhang mit der neuen Finanzaffäre um seinen Vater Juan Carlos hat dem 52-Jährigen im ganzen Land viel Lob eingebracht.
Das harte Durchgreifen des spanischen Königs Felipe VI. in Zusammenhang mit der neuen Finanzaffäre um seinen Vater Juan Carlos hat dem 52-Jährigen im ganzen Land viel Lob eingebracht.
Foto: José Oliva/Europapress/dpa

Eine Petition auf der Plattform change.org unter dem Hashtag #FelipeReacciona (#FelipeReagiere), in der ebenfalls eine Spende des Geldes gefordert wird, hatten bis Dienstagnachmittag mehr als 70.000 Menschen unterschrieben

Spanien ist besonders heftig von dem neuen Virus betroffen: Die Zahl der Menschen, die sich mit Sars-CoV-2 infiziert haben, kletterte am Dienstag auf mehr als 11.000, rund 500 Patienten sind bereits gestorben. Die Regierung in Madrid rief den Alarmzustand aus, am Wochenende wurde landesweit eine Ausgangssperre verhängt.



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