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Fidesz tritt aus der EVP-Fraktion aus
International 2 Min. 03.03.2021

Fidesz tritt aus der EVP-Fraktion aus

Zwischen Victor Orban und Jean-Claude Juncker war es mehrfach zu Spannungen gekommen.

Fidesz tritt aus der EVP-Fraktion aus

Zwischen Victor Orban und Jean-Claude Juncker war es mehrfach zu Spannungen gekommen.
Foto: AFP
International 2 Min. 03.03.2021

Fidesz tritt aus der EVP-Fraktion aus

Der Fidesz-Vorsitzende Viktor Orban reagiert auf ein Votum der Christdemokraten im Europaparlament.

(dpa) - Die Abgeordneten der Fidesz verlassen die Fraktion der bürgerlichen Europäischen Volkspartei (EVP). Dies teilte der ungarische Ministerpräsident und Fidesz-Vorsitzende Viktor Orban am Mittwoch in einem Schreiben an EVP-Fraktionschef Manfred Weber (CSU) mit.    


Viktor Orban erließ kurzerhand ein Gesetz, das ihn mit unumschränkten Vollmachten ausstattet.
CSV fordert den Ausschluss von Viktor Orbán aus der EVP
13 Mitglieder der Europäischen Volkspartei, darunter die CSV, fordern den Rauswurf der Orbán-Partei Fidesz.

Nach jahrelangem Streit mit Ministerpräsident Viktor Orban haben die Christdemokraten im Europaparlament zuvor den Weg zur Suspendierung von Ungarns Regierungspartei Fidesz geebnet. Die nötige Mehrheit der Fraktion der Europäischen Volkspartei stimmte in einer Online-Sitzung für eine entsprechende Änderung der Geschäftsordnung, wie die Fraktion mitteilte. 

Der rechtsnationale Politiker war seit Jahren immer wieder in Konflikt mit der Parteienfamilie EVP, der auch die CSV angehört, geraten. Auf Parteiebene ist die Mitgliedschaft des Fidesz in der EVP bereits seit 2019 suspendiert, unter anderem wegen mutmaßlicher Verstöße gegen EU-Grundwerte sowie wegen Verbalattacken gegen den damaligen EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker.

CSV reagiert

Die CSV steht hinter der Abstimmung. Delegationschef Christophe Hansen meint: „National Parteien, déi eis Wäerter mat Féiss trëppelen, kënne net weider ganz normal an eiser Fraktioun funktionéieren. Dës Ännerung erlaabt eis elo, FIDESZ als Ganzt ze suspendéieren.“


New European People's Party President Donald Tusk gestures as he delivers a aspeech during the European People's Party (EPP) congress in Zagreb, on November 20, 2019. - Europe's main conservative parties are set to choose former EU Council President Donald Tusk as the leader of their pan-Europe grouping at a two-day meeting in Croatia. The former Polish prime minister will be tasked with boosting the fortunes of the European People's Party (EPP) -- which includes Germany's CDU and France's Republicans. (Photo by Denis LOVROVIC / AFP)
Tusk wird Chef der Europäischen Volkspartei
Der scheidende EU-Ratspräsident Donald Tusk wird neuer Chef der Europäischen Volkspartei (EVP).

Auch Isabel Wiseler ist klar in ihrer Einschätzung:  „Et geet hei eendeiteg em Wäerter a Prinzipien. FIDESZ huet keng Plaz an der EVP“. Für den CSV-Parteipräsidenten Frank Engel war die Entscheidung überfällig: „Fidesz hätt zanter laangem missen aus der EVP ausgeschloss ginn, an d’CSV huet mat 15 anere Membersparteien zënter zwee Joer intensiv dorop higewierkt. Mat dësem Beschloss vun der EVP-Fraktioun weist sech, datt d’CSV Recht hat: si musse goen, a mir musse bleiwen, well et ass déi EVP, déi mir matgegrënnt hunn, op der Basis vun eise Wäerter an Iwerzeegungen.“

Zäsur

Der Bruch stellt eine Zäsur für EVP-Fraktionschef Manfred Weber dar, der lange zu vermitteln versuchte, zuletzt aber in scharfen Konflikt mit Orban geriet. Denkbar wäre ein Wechsel der Fidesz-Abgeordneten zur rechtsnationalen EKR oder zur noch weiter rechts stehenden Gruppe ID im Parlament. Beides würde die Rechte stärken. Die EVP bleibt aber stärkste Fraktion.    

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