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Festnahmen nach Sturm aufs Kapitol
International 2 Min. 10.01.2021

Festnahmen nach Sturm aufs Kapitol

Nach dem Strum aufs Kapitol sitzt Jacob Chansley nun hinter Gittern.

Festnahmen nach Sturm aufs Kapitol

Nach dem Strum aufs Kapitol sitzt Jacob Chansley nun hinter Gittern.
Foto: AFP
International 2 Min. 10.01.2021

Festnahmen nach Sturm aufs Kapitol

Der „Schamane mit Büffelhörnern“ wurde zu einem Symbol der Besetzung des Kapitols. Die Panik der gewählten Parlamentarier wertete Jacob Chansley als Sieg. Nun sitzt der exzentrische Verschwörungstheoretiker hinter Gittern.

(dpa) - Bei der Erstürmung des Kapitols durch Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump stach einer der Eindringlinge besonders ins Auge: Bilder des „Schamanen“ mit dem Kopfschmuck aus Fell und Hörnern, dem angemalten Gesicht, dem nackten Oberkörper und dem Speer mit US-Flagge in der Hand gingen um die Welt. Am Samstag wurde Jacob Chansley aus Arizona festgenommen, wie die Staatsanwaltschaft in Washington mitteilte.

Bereits am Freitag sei Adam Johnson aus Florida von der Polizei aufgegriffen worden - er soll das Rednerpult der Vorsitzenden des Repräsentantenhauses im Kapitol entwendet haben. Auch ein Mitglied des Abgeordnetenhauses des Bundesstaats West Virginia, Derrick Evans, sei festgenommen worden.

Live auf Facebook

Die Staatsanwaltschaft teilte mit, den drei Männern würden vor einem Bundesgericht illegales Eindringen in ein besonders gesichertes Gebäude sowie gewaltsames Eindringen und ungebührliches Verhalten auf dem Gelände des Kapitols zur Last gelegt. Johnson (36) müsse sich zusätzlich wegen des Vorwurfs des Diebstahls von Regierungseigentum verantworten. Auf einem weithin verbreiteten Foto ist zu sehen, wie ein Mann Pelosis Pult mit sich trägt und in die Kamera winkt.

Die Staatsanwaltschaft teilte mit, Evans habe ein Video von seinem Eindringen ins Kapitol live auf seiner Facebook-Seite gezeigt. Das Abgeordnetenhaus von West Virginia veröffentlichte am Samstag eine Mitteilung des 35-Jährigen, in der dieser seinen Rücktritt erklärte: „Ich übernehme die volle Verantwortung für meine Handlungen und bedauere zutiefst jede Verletzung, jeden Schmerz und jede Verlegenheit, die ich meiner Familie, meinen Freunden, meinen Wählern und meinen Mitbürgern in West Virginia zugefügt haben könnte.“

Chansley (33) - der sich Jake Angeli nennt - hatte im Sender NBC News mit dem Angriff auf das Parlament geprahlt. „Die Tatsache, dass ein Haufen unserer Verräter im Amt sich verbarrikadierte, Gasmasken aufsetzte und sich im unterirdischen Bunker zurückzog, halte ich für einen Sieg“, sagte er. Aus den von der Staatsanwaltschaft veröffentlichten Unterlagen geht hervor, dass Chansley am Donnerstag selber bei der Bundespolizei FBI in Washington anrief und bestätigte, dass er der Mann mit dem Hörner-Kopfschmuck gewesen sei. Chansley habe erklärt, dass er aus Arizona angereist sei, weil Trump alle „Patrioten“ für Mittwoch nach Washington gerufen habe.

Anhänger der QAnon-Verschwörungstherie

Der als Schamane verkleidete Chansley ist ein bekennender Anhänger der QAnon-Verschwörungstheorie. Deren Anhänger glauben etwa, dass Trump einen geheimen Kampf gegen einen Staat im Staate („Tiefen Staat“, „Deep State“) führt - und dass er angeblichen systematischen Kindesmissbrauch unter anderem durch die Demokraten des gewählten Präsidenten Joe Biden aufzudecken versucht. Kern der Verschwörungstheorie ist die angebliche Existenz eines anonymen Insiders in höchsten politischen Kreisen, der als „Q“ firmiert. Chansley trat in der Vergangenheit immer wieder mit der Behauptung auf, „Q“ habe ihn geschickt („Q sent me“). Er ist eines der bekanntesten Gesichter der QAnon-Szene.


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Bereits am Freitag hatte das Justizministerium die Festnahme von Richard B. aus Arkansas vermeldet. Bei ihm soll es sich um den Mann handeln, der sich mit einem Fuß auf dem Schreibtisch stolz in Pelosis Sessel fotografieren ließ. Im Zusammenhang mit dem Sturm auf das Kapitol am Mittwoch müssen sich inzwischen mindestens 18 Verdächtige vor einem Bundesgericht verantworten. Bei dem Angriff auf das Parlament am Mittwoch kamen mindestens fünf Menschen ums Leben, darunter ein Polizist. Kritiker werfen Trump vor, den Mob vor der Erstürmung des Kapitols bei einer Kundgebung angeheizt zu haben.   

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