Wählen Sie Ihre Nachrichten​

FBI: Es war ein terroristischer Akt
International 04.12.2015 Aus unserem online-Archiv
Schießerei in Kalifornien

FBI: Es war ein terroristischer Akt

Die Überreste eines SUV nach der Schießerei.
Schießerei in Kalifornien

FBI: Es war ein terroristischer Akt

Die Überreste eines SUV nach der Schießerei.
Foto: REUTERS
International 04.12.2015 Aus unserem online-Archiv
Schießerei in Kalifornien

FBI: Es war ein terroristischer Akt

Die US-Bundespolizei sieht die Schießerei von Mittwoch in San Bernardino inzwischen als terroristischen Akt. Verbindungen zur Terrormiliz IS sind allerdings noch nicht nachgewiesen.

(dpa/TJ) - Mittlerweile schließt das FBI einen Amoklauf als Ursache der mörderischen Schießerei am Mittwoch in einem Verwaltungsgebäude der kalifornischen Stadt San Bernardino aus. Der stellvertretende FBI-Direktor von Los Angeles, David Bowdich war klar in seinen Aussagen: "Wir behandeln diese entsetzliche Tat als einen Akt des Terrorismus". Zwar seien noch keine Verbindungen zur Terrormiliz IS nachgewiesen worden, ausschließen könne man diese jedoch nicht.

In diese Richtung deutet auch die Tatsache, dass das Paar mehrere Tage zuvor E-Mail-Adressen, Festplatten und andere Speichermedien zu löschen begonnen hatte. In der Wohnung des Paares hatten die Ermittler Waffen, tausende Schuss Munition und einige Rohrbomben gefunden. Die Theorie, dass das Paar nach einem Religionsstreit eine Weihnachtsfeier in dem Verwaltungsgebäude verlassen hatte, um danach bewaffnet wiederzukommen, wurde mittlerweile fallen gelassen.

Treueschwur

Am Nachmittag schon war Tashfeen Malik im Gespräch: Die Frau, die im kalifornischen San Bernardino gemeinsam mit ihrem Mann 14 Menschen erschossen hat, soll laut Medienberichten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Gefolgschaft versprochen haben. CNN zitierte am Freitag Angaben mehrerer Ermittler, die sich wiederum auf einen Facebook-Beitrag der Frau beriefen. Bowdich bestätigt dies indirekt, gab aber keine Hinweise darauf, wie viel Bedeutung er dem beimisst.

Tashfeen Malik habe diesen während oder kurz vor der Attacke abgesetzt und darin IS-Anführer Abu Omar al-Bagdadi ihre Gefolgschaft versprochen. Malik stammt aus Pakistan, das Paar traf sich erstmals in Saudi-Arabien. Das Ehepaar wurde auf der Flucht von der Polizei erschossen.

Ungereimtheiten

Medienvertreter beim Durchsuchen der Wohnung der beiden Attentäter.
Medienvertreter beim Durchsuchen der Wohnung der beiden Attentäter.
Foto: REUTERS

In den Morgenstunden des Freitags hatte bereits der Vermieter der zwei von der Polizei getöteten Täter die Medien ins Haus gelassen. Haarklein nahmen die Fernsehkameras alles ins Visier, was sie vorfinden konnten. Teddybären im Kinderzimmer, ein Buch mit dem Titel „Gute-Nacht-Geschichten aus dem Koran“. Auf dem Bett im Schlafzimmer sind Personalausweise, Einkaufskarten, Papiere ausgebreitet. Draußen vor der Tür warten die FBI-Ermittler in ihren kurzärmeligen, blauen T-Shirts in fröhlicher Stimmung.

Warum hatte das FBI so viele Beweismittel liegen lassen? Bilder von Familienangehörigen, Freunden, möglichen Komplizen. Warum sollte die Privatsphäre der Angreifer so spektakulär in die Wohnzimmer der USA übertragen werden?


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Ermittlungen nach Blutbad in Kalifornien
Die beiden Angreifer in San Bernardino hatten sich mit Tausenden Schuss Munition sowie Rohrbomben möglicherweise für weitere Attacken gerüstet.
14 Menschen mussten bei der Schießerei am Mittwoch ihr Leben lassen.
Schießerei mit 14 Toten in Kalifornien
Die Täter waren vorbereitet, als ob sie eine Mission hätten - so beschreibt die Polizei den Überfall auf eine Sozialeinrichtung in Kalifornien. Ein Paar soll dort 14 Menschen getötet haben. Die Verdächtigen starben in ihrem Fluchtwagen.
Der Polizeichef von San Bernardino, Jarrod Burguan, gibt Auskunft über die Täter.
Erneut ist es in den USA zu einer blutigen Schießerei gekommen. Bis zu drei Schützen stürmten offenbar ein Gebäude in Kalifornien. US-Medien berichten von zwölf Toten.
Schockierte Rettungsteams versuchen, Verwundeten zu helfen.