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„Fatal getäuscht“
International 17.08.2021
Asselborn über die Lage in Afghanistan

„Fatal getäuscht“

Man habe die Lage vor Ort vollkommen falsch eingeschätzt.
Asselborn über die Lage in Afghanistan

„Fatal getäuscht“

Man habe die Lage vor Ort vollkommen falsch eingeschätzt.
Foto: Chris Karaba
International 17.08.2021
Asselborn über die Lage in Afghanistan

„Fatal getäuscht“

Steve BISSEN
Steve BISSEN
Außenminister Jean Asselborn fordert im Gegenzug für offizielle Anerkennung und humanitäre Hilfe klare Zusagen der Taliban.

Nach dem faktischen Machtwechsel der Taliban berieten die EU-Außenminister am Dienstagnachmittag in einer Videokonferenz über die Lage am Hindukusch. Auf Nachfrage hin bezeichnete Luxemburgs Diplomatiechef Jean Asselborn im Anschluss an die Sitzung die Evakuierung von afghanischen Staatsbürgern, die für europäische und internationale Institutionen oder Botschaften von EU-Ländern gearbeitet haben, als „moralische Pflicht“ und vordringlichste Aufgabe.

Asselborn und seine EU-Amtskollegen mussten sich aber auch eingestehen, dass sie die Lage vor Ort vollkommen falsch eingeschätzt haben. Man habe sich in der Stärke der Taliban, aber auch und vor allem in der Stärke der afghanischen Nationalarmee „fatal getäuscht“.


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Was jetzt bliebe, seien viele Fragezeichen: Respektieren die Taliban die Rechte von Frauen und Minderheiten sowie die jetzige Verfassung?  Im Gegenzug für eine offizielle Anerkennung müssten die Taliban klare Zusagen machen. Zumindest sei die EU nicht ganz machtlos, um politischen Druck auf das Regime in Kabul auszuüben, so Asselborn. So sind etwa 50 Prozent der afghanischen Bevölkerung auf humanitäre Hilfe angewiesen, die nicht zuletzt von der EU finanziert wird. Auch die neuen Machthaber hätten daher ein Interesse an einer Zusammenarbeit. 

Außerdem seien die EU, die USA, Russland und China jetzt gefordert, um eine gemeinsame Position im Umgang mit den Taliban auszuarbeiten.

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