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Falsche Angehörige in Köln verurteilt
International 26.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Erschlichene Germanwings-Flüge

Falsche Angehörige in Köln verurteilt

Bei dem vorsätzlich herbeigeführten Flugzeugabsturz kamen im Frühjahr 150 Menschen ums Leben.
Erschlichene Germanwings-Flüge

Falsche Angehörige in Köln verurteilt

Bei dem vorsätzlich herbeigeführten Flugzeugabsturz kamen im Frühjahr 150 Menschen ums Leben.
Foto: AFP
International 26.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Erschlichene Germanwings-Flüge

Falsche Angehörige in Köln verurteilt

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Sie hatte sich als Angehörige eines Opfers der Germanwings-Katastrophe vom Frühjahr 2016 ausgegeben - um Gratisflüge zum Ungücksort zu bekommen. Dafür gab es jetzt ein Jahr auf Bewährung.

Köln (dpa) - Nach dem Absturz einer Maschine der deutschen Fluglinie Germanwings flog die Muttergesellschaft Lufthansa Angehörige der Opfer kostenlos zur Unglücksstelle in Südfrankreich. Das soll eine Frau ausgenutzt haben, indem sie sich als Hinterbliebene ausgab.

Das Amtsgericht in Köln hat sie am Mittwoch per Strafbefehl zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung wegen zweifachen Betrugs verurteilt. Die Angeklagte war zum Prozessauftakt am Mittwochmorgen wegen Krankheit nicht erschienen. Daraufhin hätten sich Richter und Staatsanwalt auf den Strafbefehl geeinigt, sagte ein Gerichtssprecher.

Die Lufthansa hatte Angehörige der Opfer nach dem Unglück mit 150 Toten zur Absturzstelle gebracht und ihnen Flug, Unterkunft und Verpflegung bezahlt. Die 35-Jährige soll sich als Cousine eines Opfers ausgegeben haben.

Zweimal nach Marseille, inklusive Hotel

Laut Anklage ließ sie sich zweimal auf Kosten der Lufthansa nach Marseille fliegen, wo sie in einem gehobenen Hotel untergebracht wurde. Dabei wurde sie jeweils von einem Bekannten und einmal auch zusätzlich von ihren beiden Kindern begleitet. Insgesamt entstand dem Unternehmen so ein Schaden von rund 16 000 Euro.

Erst unmittelbar vor Beginn des Prozesses sei im Gericht ein Attest der Angeklagten eingegangen, sie liege im Krankenhaus, sagte der Gerichtssprecher. In solchen Fällen sei ein Strafbefehl am Amtsgericht ein übliches Mittel, um Verfahren zu beenden. So könnten Zeit und Kosten gespart werden. Die Frau habe ab der Zustellung zwei Wochen Zeit, um Widerspruch einzulegen - tut sie das nicht, wird das Urteil rechtskräftig.

Die Germanwings-Maschine war am 24. März 2015 auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen abgestürzt. Der Copilot hatte das Flugzeug absichtlich gegen einen Felsen gesteuert.


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