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Fall Skripal: EU sanktioniert russische Geheimdienst-Führung
International 21.01.2019

Fall Skripal: EU sanktioniert russische Geheimdienst-Führung

12.01.2019, Großbritannien, Salisbury: Ein Mann im Schutzanzug trägt ein verpacktes Fenster aus dem ehemaligen Wohnhaus des ehemaligen russischen Doppelagenten Skripal, der Opfer eines Attentats wurde.

Fall Skripal: EU sanktioniert russische Geheimdienst-Führung

12.01.2019, Großbritannien, Salisbury: Ein Mann im Schutzanzug trägt ein verpacktes Fenster aus dem ehemaligen Wohnhaus des ehemaligen russischen Doppelagenten Skripal, der Opfer eines Attentats wurde.
Andrew Matthews/PA Wire/dpa
International 21.01.2019

Fall Skripal: EU sanktioniert russische Geheimdienst-Führung

Die Außenmister der EU-Staaten haben Einreiseverbote und Vermögenssperren gegen die zwei höchsten Führungskräfte des russischen Militärgeheimdienstes GRU beschlossen.

(dpa) - Der Chef und der Vizechef des GRU seien für den Gebrauch von Nervengift bei dem Anschlag auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal verantwortlich, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Erklärung. Demnach werden symbolisch auch die beiden Agenten auf die Sanktionsliste gesetzt, die den Anschlag im britischen Salisbury mutmaßlich ausgeführt haben. Sie werden von Großbritannien bereits seit längerem über die internationale Polizeiorganisation Interpol gesucht.


Former Russian military intelligence colonel Sergei Skripal attends a hearing at the Moscow District Military Court in Moscow on August 9, 2006.
Sergei Skripal, a former Russian double agent whose mysterious collapse in England sparked concerns of a possible poisoning by Moscow, has been living in Britain since a high-profile spy swap in 2010. Police were probing his exposure to an unknown substance, which left him unconscious on a bench in the city of Salisbury and saw media draw parallels to the case of Alexander Litvinenko, an ex-spy who died of radioactive polonium poisoning in 2006.
 / AFP PHOTO / Kommersant Photo / Yuri SENATOROV / Russia OUT
Russischer Ex-Doppelagent wurde laut Polizei Opfer von Nervengift
Der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Yulia sind höchstwahrscheinlich Opfer von Nervengift geworden.

Bei dem Anschlag im britischen Salisbury waren im März 2018 der frühere Doppelagent Skripal und seine Tochter Julia schwer vergiftet worden. Die Täter nutzten dabei ein Mittel, das dem in der früheren Sowjetunion entwickelte Kampfstoff Nowitschok entspricht. Nach britischen Ermittlungen steckte der russische Militärgeheimdienst GRU hinter der Tat. Die Regierung in Moskau streitet allerdings jegliche Verantwortung ab.

Neben den russischen Staatsbürgern setzten die EU-Außenminister am Montag auch fünf weitere Syrer und das syrische Zentrum für wissenschaftliche Studien und Forschung (SSRC) auf die Sanktionsliste. Ihnen wird von der EU ebenfalls vorgeworfen, für die Verbreitung und den Einsatz von chemischen Waffen verantwortlich zu sein.

Grundlage für die Sanktionen ist eine neue EU-Regelung für restriktive Maßnahmen gegen den Einsatz und die Verbreitung chemischer Waffen. Sie wurde mit den Beschlüssen der EU-Außenminister vom Montag erstmals angewandt.


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