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Fall Lolita Brieger: Mordanklage nach 29 Jahren
International 2 Min. 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Fall Lolita Brieger: Mordanklage nach 29 Jahren

Gegen den Ex-Freund von Lolita Brieger wurde nach fast 30 Jahren Mordanklage erhoben.

Fall Lolita Brieger: Mordanklage nach 29 Jahren

Gegen den Ex-Freund von Lolita Brieger wurde nach fast 30 Jahren Mordanklage erhoben.
Foto: Polizei Trier
International 2 Min. 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Fall Lolita Brieger: Mordanklage nach 29 Jahren

Die Staatsanwaltschaft Trier hat gegen einen 50 Jahre alten Landwirt aus Scheid im Eifelkreis Bitburg-Prüm 29 Jahre nach der Tat Anklage wegen Mordes erhoben. Er soll für den Mord an seiner Ex-Freundin, der damals 18-jährigen Lolita Brieger verantwortlich sein. Das teilte die Trierer Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

(C./jw) - Die Staatsanwaltschaft Trier hat gegen einen 50 Jahre alten Landwirt aus Scheid im Eifelkreis Bitburg-Prüm 29 Jahre nach der Tat Anklage wegen Mordes erhoben. Er soll für den Mord an seiner Ex-Freundin, der damals 18-jährigen Lolita Brieger verantwortlich sein. Das teilte die Trierer Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

Die Staatsanwaltschaft Trier hält aufgrund der Ermittlungen der Kriminaldirektion Trier und der Ergebnisse der rechtsmedizinischen und kriminaltechnischen Untersuchungen folgenden Sachverhalt für wahrscheinlich: 1982 war der Beschuldigte der Freund der im Eifelort Frauenkron lebenden 18 Jahre alten Lolita Brieger. Anfang November 1982 war Lolita Brieger im 4./5. Monat von dem Angeschuldigten schwanger.

Im Verlaufe der Freundschaft sei es zwischen dem Beschuldigten und seiner Freundin immer wieder zu Auseinandersetzungen gekommen, weil der Vater des Mannes mit der Beziehung nicht einverstanden gewesen sein soll. Vieles deutet darauf hin, dass die Auseinandersetzungen am Abend des 3. November 1982 zu einem heftigen Streit eskalierten, in dessen Verlauf sich der heutige Landwirt von Lolita Brieger trennte.

In der Absicht, ihren Freund umzustimmen, geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass Brieger in den Nachmittagsstunden des 4. November das Anwesen der Familie ihres Freundes in Scheid aufsuchte. Während des Treffens soll der Beschuldigte dann den Entschluss gefasst haben, seine Freundin umzubringen, weil diese an der Beziehung festhalten und das gemeinsame Kind austragen wollte.

Beschuldigter schweigt

Aus diesem Grund soll er sich den Ermittlungen zufolge mit Lolita Brieger in einen abgelegenen Schuppen in der Nähe des elterlichen Anwesens begangen haben, wo das ahnungs- und wehrloses Opfer von hinten mit einem Eisendraht erdrosselt wurde. Anschließend wurde die Leiche mehrfach in eine dort liegende Folie eingewickelt und wenige Tage später auf der damaligen Mülldeponie von Frauenkron begraben.

Bei Vernehmungen in den Jahren 1984 und 1987 hatte der heute 50-Jährige stets bestritten, Lolita Brieger am 4. November 1982 getroffen zu haben. Zu den aktuellen Vorwürfen habe er sich bislang nicht geäußert, so die Staatsanwaltschaft Trier. Die Staatsanwaltschaft hält bei diesem Sachverhalt die Mordmerkmale der Heimtücke und der niedrigen Beweggründe für gegeben. Sie hat deshalb Anklage wegen Mordes am Landgericht Trier erhoben.

Entscheidender Hinweis nach "Aktenzeichen XY"

Der Fall Lolita Berger war lange Zeit in Vergessenheit geraten. Erst im August diesen Jahres hatte die Fernsehsendung „Aktenzeichen XY“ den Vermisstenfall aufgegriffen. Kurz darauf hatten die Ermittler einen entscheidenden Hinweis erhalten. Ein Zeuge hatte sich gemeldet, der angab, dem damaligen Freund von Lolita Berger bei der Beseitigung der Leiche geholfen zu haben. Beide hätten die sterblichen Überreste auf einer Mülldeponie bei Frauenkron entsorgt. Ausgrabungen der Polizei in der entsprechenden Mülldeponie beförderten dann die eingepackte Leiche der jungen Frau zutage.