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Fäuste und Papierkörbe fliegen in Sri Lankas Parlament
International 1 15.11.2018

Fäuste und Papierkörbe fliegen in Sri Lankas Parlament

Der Inselstaat Sri Lanka durchlebt momentan unruhige politische Zeiten. Die letzten Parlamentswahlen fanden 2015 statt.

Fäuste und Papierkörbe fliegen in Sri Lankas Parlament

Der Inselstaat Sri Lanka durchlebt momentan unruhige politische Zeiten. Die letzten Parlamentswahlen fanden 2015 statt.
Foto: AFP
International 1 15.11.2018

Fäuste und Papierkörbe fliegen in Sri Lankas Parlament

Weil Staatspräsident Maithripala Sirisena sich weigerte, ein Misstrauensvotum zu akzeptieren, kam es im Parlament von Sri Lanka zu Tumulten. In dem Inselstaat gibt es zurzeit eine Regierungskrise.

(dpa) - Sri Lankas Regierungskrise ist in eine Schlägerei im Parlament gemündet. Einen Tag nach einem Misstrauensvotum gegen den vom Staatspräsidenten neu eingesetzten Premierminister Mahinda Rajapaksa schlugen sich dessen Anhänger am Donnerstag mit Abgeordneten der Partei des kürzlich entlassenen Premiers Ranil Wickremesinghe, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Parlamentssprecher Karu Jayasuriya brach die Sitzung vorzeitig ab, nachdem er mit Papierkörben beworfen und beschimpft worden war.

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Staatspräsident Maithripala Sirisena hatte sich geweigert, das Misstrauensvotum zu akzeptieren. Das Land habe derzeit keine Regierung, hatte Jayasuriya - ein Parteifreund Wickremesinghes - dazu gesagt. Wickremesinghe wollte mit einer Abstimmung demonstrieren, dass er weiterhin die Mehrheit der Abgeordneten hinter sich hat. Bislang kam es nicht dazu. Den Premierminister ernennen kann aber ohnehin nur der Präsident. Er ist Regierungs- und Staatschef.


Supporters of Sri Lanka's Prime Minister Ranil Wickremesinghe shout slogans following the August 17 general election, in the capital Colombo on August 18, 2015.  Sri Lanka's former strongman Mahinda Rajapakse admitted his dream of a political comeback was over, conceding defeat in parliamentary elections while his victorious rival appealed for unity.  No party appears to have secured an absolute majority of 113 seats in the 225-member parliament, which will force the new government to seek out smaller allies.   AFP PHOTO/ Ishara S. KODIKARA
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Sirisena hatte Wickremesinghe am 26. Oktober überraschend entlassen und durch den langjährigen Präsidenten Rajapaksa ersetzt. Er hatte dies unter anderem mit einem Mordkomplott gegen sich begründet. Wickremesinghe erkannte seine Absetzung nicht an. Seine Partei UNP hatte seit 2015 gemeinsam mit Sirisenas Parteienallianz UPFA regiert. Die Koalition hatte sich aber zusehends zerstritten.

Sirisena hatte später das Parlament aufgelöst und eine vorgezogene Wahl am 5. Januar angesetzt. Beide Anordnungen hatte der Oberste Gerichtshof aber am Dienstag bis zu einer endgültigen Entscheidung im Dezember ausgesetzt.


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