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EZB-Rat befasst sich mit Griechenland
International 06.07.2015 Aus unserem online-Archiv
Am Montag

EZB-Rat befasst sich mit Griechenland

Dreht die EZB den Geldhahn zu, ist eine Pleite vieler griechischer Banken unausweichlich.
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EZB-Rat befasst sich mit Griechenland

Dreht die EZB den Geldhahn zu, ist eine Pleite vieler griechischer Banken unausweichlich.
Foto: REUTERS
International 06.07.2015 Aus unserem online-Archiv
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EZB-Rat befasst sich mit Griechenland

Die meisten Beobachter rechnen damit, dass die EZB die Notkredite für Griechenlands Banken aufrechterhalten wird, solange auf politischer Ebene weiter verhandelt wird.

(dpa) - Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) will sich am Montag in einer Telefonkonferenz mit der Lage in Griechenland nach der dortigen Volksabstimmung befassen. Die Sitzung werde voraussichtlich erst am späteren Nachmittag stattfinden, damit die Politik sich vorher beraten könne.

Das verlautete aus Notenbankkreisen. Ob es im Anschluss eine Stellungnahme der EZB geben wird, war zunächst unklar. Die meisten Beobachter rechnen damit, dass die EZB die Notkredite für Griechenlands Banken aufrechterhalten wird, solange auf politischer Ebene weiter verhandelt wird.

Für diesen Dienstag ist ein Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der 19 Euroländer in Brüssel angesetzt. Ela-Notkredite (Emergency Liquidity Assistance/Ela) sind seit Monaten die einzige Geldquelle der griechischen Banken. Dreht die EZB diesen Geldhahn zu, ist ein Pleite der Institute nach Einschätzung von Ökonomen nicht mehr abzuwenden.

Kritiker sind längst der Ansicht, über Ela würden marode Banken künstlich am Leben gehalten, die EZB müsse diese Gelder daher stoppen. Am 28. Juni hatte die EZB, die diese Kredite der griechischen Nationalbank billigen muss, das maximale Ela-Volumen bei rund 90 Milliarden Euro eingefroren.

Athen sah sich dadurch gezwungen, die Banken des Landes zunächst bis einschließlich diesen Montag zu schließen und über Kapitalverkehrskontrollen Abhebungen am Automaten und Auslandsgeschäfte stark einzuschränken.

Bei dem Referendum am Sonntag war eine überraschend deutliche Mehrheit der Griechen der Linie von Regierungschef Alexis Tsipras gefolgt und hatte sich gegen die Spar- und Reformvorschläge der internationalen Geldgeber ausgesprochen.


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