Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Externer NSA-Mitarbeiter: "Zweiter Snowden" geschnappt
International 05.10.2016

Externer NSA-Mitarbeiter: "Zweiter Snowden" geschnappt

Blick in die NSA-Zentrale in Fort Meade, Maryland.

Externer NSA-Mitarbeiter: "Zweiter Snowden" geschnappt

Blick in die NSA-Zentrale in Fort Meade, Maryland.
Foto: AFP
International 05.10.2016

Externer NSA-Mitarbeiter: "Zweiter Snowden" geschnappt

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Im August tauchten Hacker-Werkzeuge der NSA im Internet auf. Jetzt wurde die Festnahme eines externen Regierungsmitarbeiters bekannt. Er sei - ebenso wie seinerzeit NSA-Enthüller Edward Snowden - bei der Firma Booz Allen Hamilton angestellt gewesen.

(dpa) - Ein externer Mitarbeiter der NSA ist Berichten zufolge bei Ermittlungen zur Enthüllung geheimer Hacker-Software des US-Geheimdienstes festgenommen worden. Das amerikanische Justizministerium gab am Mittwoch zugleich die Festnahme eines Mannes wegen Diebstahls von Geheimdokumenten Ende August bekannt, machte aber keine näheren Angaben dazu, für welche Behörde er gearbeitet und was genau er entwendet habe.

Die «New York Times» und das «Wall Street Journal» berichteten, der Festgenommene werde verdächtigt, bei der NSA Software zum Einbruch in Computersysteme in Ländern wie Russland, Iran, China und Nordkorea gestohlen zu haben. Er sei - ebenso wie seinerzeit NSA-Enthüller Edward Snowden - bei der Firma Booz Allen Hamilton angestellt gewesen, schrieb die «New York Times» unter Berufung auf Beamte aus Sicherheitsbehörden und dem Geheimdienstapparat.

Das US-Justizministerium teilte mit, bei dem 51 Jahre alten Verdächtigen seien unter anderem sechs Dokumente aus dem Jahr 2014 entdeckt worden, die «Quellen, Methoden und Fähigkeiten» hätten offenlegen können. Die NSA wurde in den Unterlagen nicht genannt.

«Shadow Brokers»

Die «New York Times» schrieb, einige Informationen, die der Mitarbeiter entwendet habe, seien veraltet gewesen. Im August waren im Internet Software-Werkzeuge der NSA für Hackerangriffe veröffentlicht worden. Die Verantwortung übernahm eine Hacker-Gruppe namens «Shadow Brokers». Sie fiel mit zum Teil ungelenkem Englisch auf, es gab Vermutungen, russische Geheimdienstkreise könnten dahinterstecken. Die veröffentlichten Programme stammten aus dem Jahr 2013, schrieb die «Washington Post» damals unter Berufung auf Experten. Das «Wall Street Journal» berichtete jetzt, die Festnahme sei eine Folge der danach eingeleiteten Ermittlungen.

Snowden, der mittlerweile abgeschirmt in Russland lebt, hatte große Mengen geheimer Unterlagen kopiert und sie 2013 an Journalisten übergeben, um auf eine ausufernde Überwachung aufmerksam zu machen. In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Hinweise auf einen «zweiten Snowden» gegeben, der Medien mit weiteren internen Informationen beliefere.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

NSA schlägt zurück
Nach den Spionagevorwürfen aus Europa wollen die US-Geheimdienstchefs den Spieß offenbar umdrehen: Sie halten Europa die Bespitzelung der Amerikaner vor.
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.